Steißbeinfistel-OP: Bessere Erfolgschancen dank Laser und Ausschälung

Dr. Hofer

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© absolutimages - fotoliaUm Steißbeinfisteln zu behandeln kommen verschiedene Methoden in Frage (© absolutimages - fotolia)Hartnäckige Steißbeinfisteln sind kein Schicksal. Wenn sie fortgeschritten sind oder die konventionelle Operation mehrfach fehlgeschlagen ist, steigert der Laser die Erfolgsraten auf 80 Prozent. Mit der Ausschälung lassen sich fast alle Steißbeinfisteln heilen.

Laser vs. Standard-OP

Konservative Therapien wie Antibiotika oder Sitzbäder können eine Operation nur selten ersetzen. In der Regel ist es notwendig, das ganze Fistelgewebe chirurgisch zu entfernen. Es gibt viele verschiedene Operationsmethoden, von denen sich allerdings keines als Standardverfahren durchsetzen konnte. Zudem stehen umfassende Langzeitstudien aus. 

Der Laser kommt ins Spiel, wenn mehrere Voroperationen erfolglos blieben oder die Symptome besonders komplex sind. Dann bringt der Prokotloge eine Glasfasersonde in den Fisteleingang ein, damit der Laser störendes Gewebe veröden kann.

Die Laserbehandlung wird mit dem sogenannten Pit-Picking kombiniert, einer minimalinvasiven Technik, die bei Patienten ohne Voroperation und mit lokal begrenzten Beschwerden zum Einsatz kommt. Dabei werden die erweiterten Haarwurzeln so schonend wie möglich entfernt. Der Eingriff dauert rund 15 Minuten und ist mit einer kürzeren Wundheilung und mit geringeren postoperativen Schmerzen als andere OP-Verfahren verbunden. Dieses Verfahren alleine ist bei 70 bis 80 Prozent der Patienten erfolgreich, in Kombination mit der Laserbehandlung bei über 80 Prozent.

Hohe Rezidivquote nach Pit-Picking mit Laser

Die mit dem Pit-Picking kombinierte Lasertherapie hat viele Vorzüge, aber auch zwei Nachteile: In bis zu 30 Prozent der Fälle bildet sich früher oder später wieder eine Steißbeinfistel. Außerdem spürt der Betroffene die Verhärtung des Fistelgangs weiterhin, weil sie nicht mitentfernt wird.

Es gibt bislang nur wenige Studien, die verschiedene Lasertypen miteinander vergleichen. Daher steht eine offizielle Bewertung dieses Verfahren noch aus.

Zu den OP-Risiken gehören Wundheilungsstörungen, die aber nur bei infizierten Steißbeinfisteln häufig auftreten. In vereinzelten Fällen kann es auch zu Haut- oder Gewebeschäden, Blutgerinnseln oder Ausschlägen kommen. Schwerwiegende oder bleibende Schäden sind extrem selten.

Ausschälen der Fistelgänge erfolgversprechend

Es gibt viele weitere Operationsverfahren bei Steißbeinfisteln, die je nach Ausgangssituation infrage kommen. Die Lappenplastik ist zum Beispiel bei Patienten sinnvoll, die bei vorhergegangenen Eingriffen größere Defekte erlitten haben.

Eine andere Alternative wäre, die Fistelgänge auszuschälen. Hierbei spricht man von einer sogenannten Fistulektomie. Dieses Verfahren hat der Autor auf Basis der Lasermethode entwickelt. Dabei werden auch Verhärtungen der Fistelkapsel weitgehend beseitigt. Das funktionelle und ästhetische Ergebnis ist sehr gut. Zwar sind die Risiken für Nachblutungen und die Wundheilungszeit etwas höher, aber die Erfolgsrate beträgt 90 Prozent.

Fazit

Laser und Ausschälungen sind keine Standardverfahren bei Steißbeinfisteln. Bei hartnäckigen Beschwerden lassen sich aber größere Erfolge erzielen als beim reinen Pit-Picking. Allerdings sind Laser teuer und müssen regelmäßig gewartet werden. Deshalb bieten bislang nur wenige deutsche Praxen dieses Verfahren an.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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