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ACP-Behandlung bei Arthrose und Sportverletzungen

Dr. Enneper

von
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© contrastwerkstatt - fotoliaNeben Arthrose-Patienten bietet sich die ACP-Therapie vor allem bei Sportverletzungen an. (© contrastwerkstatt - fotolia)Bei der ACP-Therapie kommt aufbereitetes, patienteneigenes Blut zur Anwendung. "Autologes Conditioniertes Plasma“ (ACP) wird von Orthopäden und Sportmedizinern vor allem zur Behandlung von Arthrosen, degenerativen Sehnenverletzungen und Gelenkentzündungen sowie akuten Sportverletzungen eingesetzt.

Seit 2011 kann ACP auch im Profisport zum Einsatz kommen, nachdem es von der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) von der Dopingliste gestrichen wurde. Die Behandlung erfolgt ambulant in der Arztpraxis. Dabei wird das Plasma individuell für jeden Patienten hergestellt.

ACP-Therapie: Einsatz bei Arthrose und Sportverletzungen

Die ACP-Therapie ist grundsätzlich für alle Gelenkbeschwerden sowie Sehnen- und Muskelverletzungen geeignet. Dabei stehen verschiedene Erkrankungen im Mittelpunkt. Außerordentlich gut funktioniert die Behandlung bei Gelenkbeschwerden durch Verschleiß, also Arthrose im Knie-, Hüft- oder Sprunggelenk sowie an der Wirbelsäule.

Auch bei akuten Entzündungsereignissen, beispielsweise der schmerzhaften Kalkschulter, kann die Behandlung angewendet werden. Sehr gute Ergebnisse sehen Ärzte bei der Therapie von Sehnenverletzungen, etwa im Bereich der Achillessehne oder beim Tennisellenbogen. Auch akute Muskelverletzungen bei Sportlern können mit ACP behandelt werden.

Wie funktioniert die ACP-Therapie genau?

Die ACP-Therapie macht sich die körpereigene Regenerationsfähigkeit zunutze. Denn der Körper versucht, Defekte selbst zu reparieren. Diese Vorgänge werden durch das sehr komplexe Immunsystem gesteuert. Entscheidend ist die Aktivierung und Steuerung des lokalen Immunsystems, das auch in den Gelenken aktiv ist.

In den dortigen Schleimhautzellen befinden sich beispielsweise Steuerungselemente, die die Regeneration am Knorpel verbessern. Mit ACP wird also in ein bestehendes biologisch-komplexes System eingegriffen und so der natürliche Heilungsprozess des Körpers unterstützt.

Bei der ACP-Therapie wird aus dem Blut in einem speziellen Verfahren Blutplasma gewonnen. In diesem Plasma sind sogenannte Blutplättchen, auch Thrombozyten genannt, in einer sehr hohen Konzentration enthalten. Direkt am Ort der Verletzung setzen sie Wachstumsfaktoren frei, die den Wiederaufbau des verletzten Gewebes und somit die Regeneration verletzter Zellen starten.

Gleichzeitig wird der Entzündungsprozess im Gewebe, der für die Schwellung und Überwärmung verantwortlich ist, moderiert. Wenn diese Entzündungszeichen zurückgehen, bedeutet das für Patienten konkret, dass Gelenke weniger schmerzhaft und besser beweglich sind.

ACP-Behandlung bei Arthrose

Arthrose ist dadurch gekennzeichnet, dass ein Gelenk eine schmerzhafte Bewegungseinschränkung hat. Betroffene können das Gelenk nicht mehr gut bewegen und der Körper versucht, das Gelenk zu versteifen. Grundsätzlich funktioniert die ACP-Therapie bei jedem Arthrosegrad gleich: Die Entzündung geht runter, Beweglichkeit, Koordination und Aktivität werden verbessert und dadurch erhöht sich die Muskelkraft. So wird ein beschwerdefreies und schmerzreduziertes Leben ermöglicht. Die Lebensqualität der Patienten verbessert sich oft.

Bei einer Früharthrose kann die ACP-Therapie bewirken, dass sich die noch vorhandenen Knorpelzellen wieder mit Flüssigkeit füllen und damit belastbarer werden. Die Patienten sind wieder in der Lage, Sport zu treiben oder den Alltag schmerzfreier zu gestalten. Bestenfalls besteht über Jahre eine signifikante Schmerzfreiheit.

© Henrie - fotoliaEine akute Arthrose kann die Bewegungsfreiheit und damit die Lebensqualität stark einschränken. (© Henrie - fotolia)In späteren Stadien der Arthrose – wenn keine oder deutlich weniger Knorpelzellen vorhanden sind – arbeitet die Gelenkschleimhaut aktiv daran, das Gelenk zu versteifen. Dadurch werden die typischen Arthrosebeschwerden wie Anlauf- und Belastungsschmerz und später Ruhe- und Nachtschmerz verursacht.

Die ACP-Therapie kann diesem Verlauf entgegenwirken und auch zur Vorbereitung auf eine notwendige Operation (zum Beispiel Gelenkersatz) genutzt werden.

ACP wird als „Prehabilitation“ bei bevorstehenden Operationen eingesetzt, indem schon vor dem operativen Eingriff eine bessere Beweglichkeit und Koordination hergestellt wird. Dem Patienten wird dadurch ermöglicht, aktiven Muskelaufbau zu betreiben und er kann sich auf die Operation und die anschließende Reha-Behandlung vorbereiten. Das Reha-Training gestaltet sich effektiver, wenn bereits vor der Operation eine besser ausgebildete Muskulatur vorhanden ist.

ACP bei Sportverletzungen wie Tennisellenbogen, Golferarm oder Fersensporn

Bei diesen chronischen Sehnenerkrankungen wurde die Sehne oft jahrelang überbelastet und das führt zu einer krankhaften Verdickung oder Teilrissen der Sehnen. Sie sind zwar in der Lage, sich selbst zu regenerieren, aber sehr schlecht durchblutet und gehören damit in die Gruppe der schlecht heilenden Gewebe.

An diesem Punkt kann durch die Wachstumsfaktoren in ACP medizinisch eingegriffen werden.

Schmerzmedikamente statt ACP als Option?

Eine Behandlung mit Schmerztabletten bremst die körpereigene Heilung oftmals. Die Medikamente reduzieren zwar Schmerzen, Schwellungen und Überwärmung, die Patienten Probleme bereiten – aber damit einhergehend werden oftmals auch die erwünschten biologischen Vorgänge im Körper gebremst.

Der Vorteil einer ACP-Therapie ist, dass bei vielen Erkrankungen des Bewegungsapparates, die zuvor operiert worden wären, Eingriffe vermieden werden können. Das eigenständige Regenerationssystem des Patienten wird genutzt. Das heißt, der Patient hilft sich im Grunde selber. Die ACP-Behandlung unterstützt letztendlich die eigene biologische Heilung.

Zudem sind bei den meist starken Medikamenten unerwünschte Nebenwirkungen zu erwarten und Organe werden belastet. ACP ist hingegen eine rein biologisch wirksame Methode und bei richtiger Anwendung sehr nebenwirkungsarm. ACP eignet sich dabei zur Behandlung sowohl von Hobby- als auch ambitionierten Freizeitsportlern sowie Profisportlern.

Ablauf einer ACP-Behandlung

Der Patient kommt für eine ACP-Therapie in die Praxis. Anschließend wird Blut abgenommen und aufbereitet. Parallel wird er sorgfältig untersucht und vorbereitet. Die Haut wird steril abgewaschen und das Gelenk steril abgedeckt. Dann erfolgt die Spritze in das betroffene Gelenk.

Nach der Behandlung bleibt der Patient noch ein paar Minuten in der Praxis, anschließend kann er direkt nach Hause gehen. Das Ganze dauert circa 30 Minuten. Die ACP-Behandlung ist für Patienten somit ein geringer Aufwand.

Das einzige, was der Patient danach beachten sollte, ist, dass er rund 30 Stunden nach der Behandlung keinen Sport machen sollen.

Die Behandlung wird ungefähr fünf bis sechs Mal im Abstand von jeweils einer Woche wiederholt. Die Hauptwirkung tritt je nach Körperregion meist sechs Wochen nach der letzten Behandlung ein.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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