Akupunktur bei Schulterentzündungen: So funktioniert's

Dr. Gaiser

von
verfasst am

©Photographee.eu - fotoliaBei Schulterschmerzen können auch Naturheilverfahren wie Akupunktur helfen (©Photographee.eu - fotolia)Akupunktur ist ein Verfahren der traditionellen chinesischen Medizin und bereits über 2000 Jahre alt. Dabei werden haardünne Nadeln in definierten Punkten des Körpers platziert und in der Regel 20-30 Minuten dort belassen. Wie hilft diese Methode bei Schulterentzündungen?  

Wie funktioniert Akupunktur?

Wissenschaftlich betrachtet besteht die Wirkung der Akupunktur darin, dass Systeme im Gehirn gehemmt und somit Schmerzweiterleitungen blockiert werden. Die Akupunktur wirkt damit gegen das Symptom Schmerz. Die Therapie struktureller Veränderungen, wie z.B. von Verschleißerscheinungen wie Arthrose, kann und darf von der Akupunktur nicht erwartet werden.

Wann kommt Akupunktur zum Einsatz?

Akupunktur kann auch beim Schulterschmerz eingesetzt werden. Dabei muss man jedoch genau differenzieren. Liegt eine höhergradige Arthrose des Schultergelenkes vor, ist die Wirksamkeit der Akupunktur sicherlich begrenzt. Stehen funktionelle Störungen des Schultergelenkes mit begleitenden Reizzuständen der Sehnen oder des Schleimbeutels im Vordergrund, können mit der Akupunktur durchaus gute und dauerhafte Behandlungserfolge erzielt werden.

Entscheidend ist jedoch für den Langzeiterfolg, dass zusätzliche Maßnahmen durchgeführt werden, wie z.B. Eigenübungen oder medizinische Trainingstherapie. Ziel soll der Aufbau der schulterstabilisierenden Muskulatur (v.a. der Rotatorenmanschette) und die Zentrierung des Oberarmkopfes sein, um den Raum unter dem Schulterdach dauerhaft zu erweitern. Denn nur so kann der Schmerz im Schulterbereich auf lange Sicht abnehmen und das muskuläre Gleichgewicht wiederhergestellt werden.

Bei schweren bakteriellen Entzündungen im Bereich des Schultergelenkes ist Akupunktur nicht gut geeignet. Hier ist meistens ein operatives Vorgehen in Kombination mit einer adäquaten antibiotischen Therapie sinnvoll.

Wie viele Behandlungen brauche ich und mit welchen Risiken muss ich rechnen?

In der Regel werden bei der Akupunktur-Behandlung der nicht-bakteriellen Schulterentzündung zehn bis fünfzehn Sitzungen benötigt. 

Die Risiken sind minimal und beinhalten vor allem kleine Blutergüsse, vorübergehende Taubheit und gelegentlich eine Erstverschlimmerung. Nur wenn tiefe und lange Nadeln im Bereich der kopfnahen Schulter gesetzt werden, kann theoretisch die Lungenspitze verletzt werden.

Wer trägt die Kosten für die Behandung?

Im Gegensatz zur Akupunktur der Lendenwirbelsäule und des Kniegelenkes wird die Behandlung der Schulter von den gesetzlichen Krankenversicherungen nicht übernommen. Bei den Privatkassen ist das anders. 

Fazit: Insgesamt handelt es sich bei der Akupunktur um ein sehr effektives und sehr sicheres Verfahren bei der Behandlung der nicht-bakteriellen Schulterentzündung.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

Wie hilfreich fanden Sie diesen Artikel?
3
Interessante Artikel zum Thema „Muskeln & Knochen”

Kommentar abgeben oder Rückfrage stellen:

Ihr Name(wird veröffentlicht)
Ihre E-Mail(wird nicht veröffentlicht)
Ihr Kommentar(wird veröffentlicht)
 
Ich akzeptiere die Nutzungsrichtlinien und AGB der jameda GmbH und habe die Datenschutzerklärung gelesen.
  

Inhaltssuche

Durchsuchen Sie sämtliche Artikel auf jameda. Wenn Sie auf der Suche nach Ärzten oder Heilberuflern sind, geht es hier zur Arztsuche

Passende Behandlungsgebiete und Lexikon-Inhalte

Über Krankheiten und Symptome informieren

Das jameda Lexikon