Gute Knochenqualität ist Lebensqualität! Knochenschwund frühzeitig erkennen

Dr. Silbermann

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© aletia2011 - fotoliaKnochenschwund tritt vermehr am den 55. Lebensjahr auf - Die frühzeitige Erkennung ist sehr wichtig (© aletia2011 - fotolia)Ab dem 55. Lebensjahr steigt das Risiko der Demineralisierung des Knochens, bis zum 80. Lebensjahr sind über 60 Prozent der Frauen und 17 Prozent der Männer betroffen. Bei den Frauen werden unter anderem hormonelle Faktoren diskutiert. Hinzu kommen allgemein Stoffwechselveränderungen, Bewegungsmangel, zu wenig Sonnenlichtexposition, Veranlagung, Medikamenten-Nebenwirkungen, spezielle Erkrankungen, Trink- und Ernährungsgewohnheiten, die einen Einfluss auf die Knochenentkalkung haben könnten.

Wie erkenne ich selbst Knochenschwund?

Das Schlimme ist, dass man den Knochenentkalkungsprozess in der Anfangsphase selbst selten zu spüren bekommt. Schmerzen sind kaum vorhanden, man merkt vielleicht, dass man kleiner wird oder der Rücken im Brustwirbelsäulenbereich zunehmend verkrümmt. Unterschreitet der Knochen eine gewisse Mineralisationsdichte, spricht man von Osteoporose oder Knochenschwund. Die Festigkeit, Tragfähigkeit und Belastbarkeit des Knochens sinkt dramatisch.

Treten aber erst Frakturen einfach so aus heiterem Himmel auf, dann ist das Kind quasi in den Brunnen gefallen. Schmerzen, Mobilisationseinschränkungen bis hin zum Verlust der Selbstversorgung können die Folge sein. Stabilisierende Operationen an der Wirbelsäule helfen unter Umständen nur bedingt und können komplikationsbehaftet sein. Dabei möchte doch jeder bis in das hohe Alter fit und unabhängig bleiben.

Was kann man tun, um den Knochenschwund frühzeitig zu erkennen?

Um dieses Ziel zu erreichen, sollte man frühzeitig daran denken, sich prophylaktisch einem Knochenspezialisten vorzustellen. Das können osteologisch tätige Internisten, Orthopäden und Unfallchirurgen oder aber auch Neurochirurgen sein, die wirbelsäulenchirurgisch tätig sein. Eine Knochendichte-Messung auf röntgenologischer Basis gibt Aufschluss und ist von der Strahlenbelastung ohne Weiteres vertretbar.

Wenn der Befund frühzeitig erkannt wird und moderne medikamentöse Therapie-Möglichkeiten und begleitenden Maßnahmen unter ganzheitlichem Ansatz genutzt werden, wird Mobilität, Schmerzarmut und Lebensqualität im späteren Lebensalter gesichert.

Ab dem 60. Lebensjahr können Sie sich alle 6 Monate einmal an den Tür-Rahmen stellen und die Körperhöhe mit einem Bleistift markieren. Das ist eine grobe, einfache Maßnahme, um einen Überblick zu bekommen, ob der Körper durch Osteoporose an Größe verliert.

Eine rechtzeitige Intervention hilft, Arztbesuche und Krankenhausaufenthalte zu vermeiden.

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Kommentare zum Artikel (1)


17.07.2017 - 16:29 Uhr

Sehr geehrter Herr Dr. Silbermann, nachdem ich...

von Sabine H.

... mit Interesse Ihren obigen Artikel gelesen habe, ist meine Frage, ob auch der Knorpelverlust an den Knien und die bei mir im Januar diesen Jahres eingetretenen Kniearthrosen vorzeitig durch spezifische Untersuchungen zu erkennen gewesen wären. Der Schock über den schwerwiegenden Befund war groß, wie Sie sich sicher vorstellen können, hat er doch mit einem Schlag mein gesamtes Leben verändert. Bin in Folge in ganzheitlicher orthopädischer Behandlung in die renommierten Orthopädie-Praxis Dr. Oliver Miltner in der Friedrichstr. in Berlin-Mitte, in der ich vor kurzem eine Hyaluronsäure- und Eigenblut-Injektion erhalten habe und nun auch händeringend nach Tipps zur Alltagsbewältigung suche. Haben Sie wichtige Ratschläge für mich, z.B. welche Körperübungen sind notwendig, um morgens nach einer nächtlichen Einrostung wieder auf die Beine zu kommen? Können Sie auf links für das Thema "Alltagsbewältigung bei Kniearthrose" im Internet hinweisen? Ich bin sehr gespannt auf Ihre Rückantwort, für die ich mich schon jetzt bedanke! Mit besten Grüßen Sabine H. aus Berlin-Heiligensee

Dr. Silbermann

Antwort vom Autor am 20.07.2017
Dr. med. Jörg Silbermann

Sehr geehrte Frau H. , ich freue mich sehr über Ihr Interesse zum Artikel und bedanke mich für Ihre Frage. Allerdings muss ich Ihnen zu meinem Bedauern mitteilen, dass Ihre Anfrage mein Fachgebiet nicht ganz trifft, da ich Neurochirurg bin und vornehmlich mit operativ behandelbaren Hirn-, Rückenmarkserkrankungen und Wirbelsäulenproblemen zu tun habe. Die Arthrose des Kniegelenks kündigt sich ja durch Knieschmerzen im Anfangsstadium, durch Krepitation (Geräusche beim Durchbewegen des Gelenks) , schmerzbedingte Bewegungseinschränkungen und Ergüsse, Gelenkinstabilitäten im fortgeschrittenen Verlauf an. Röntgenologisch erkennt man Veränderungen an den Kniegelenken entsprechend verschiedener Degenerationsstadien und der Knorpelschaden wird am besten in der Arthroskopie bzw. auch in der Kernspintomografie sichtbar. Die Ursachen sind sehr vielfältig und man unterscheidet einen direkt primär , dem Knorpelgewebe innewohnenden Verschleiß und eine sekundäre Knorpelabnutzung als Folgezustand von anderen Veränderungen (bspw. Zustand nach Frakturen, Fehlstellungen der Extremitäten und korrespondierenden Gelenkflächen, Gelenkinfektionen, Übergewicht etc.) . Aber da sind die Kollegen aus der Orthopädie die besseren Ansprechpartner als ich! Ich entnehme ja auch Ihren Äußerungen, dass Sie mit Ihren Orthopäden sehr zufrieden sind. Sicher gibt es knorpelschonende Bewegungen wie Fahrradfahren im Gegensatz zum Joggen , Vermeidung/Begrenzung von Arbeiten im Knien, Vermeidung des Aufstehens aus dem Schneidersitz, demgegenüber Favorisierung von Gymnastik im Wasserbad (durch den Auftrieb werden die Gelenke entlastet und der Muskelapparat kann gegen den Widerstand des Wassers arbeiten und gekräftigt, damit das Gelenk stabilisiert werden) , Kontrolle des Körpergewichts, Nahrungsergänzungsmittel mit Glucosamin und Chondroitinsulfat , Rauchverzicht, nur um kleine Tipps zu nennen, aber bitte fragen Sie Ihre behandelnden Ärzte, da ich mich nicht fachübergreifend aus dem Fenster lehnen möchte :) . Noch um auf Ihre Frage nach der Früherkennung des Knorpelschadens zu kommen, vermeiden lässt er sich sicher nicht, da irgendwann im Leben die Kapazität der Knorpelzellen , die Knorpelschicht zu regenerieren und den ständigen Belastungen standzuhalten nicht mehr ausreicht. Und so weit ich weiß, wird an Verjüngung von Knorpelgewebe bzw. auch Herstellung von Knorpeltransplantaten gearbeitet und man ist da auch schon weit vorangekommen. http://www.freepatentsonline.com/DE60029566T2.htmÜber die therapeutische Anwendbarkeit dieser Gewebe-Ersätze informieren Sie sich bitte bei Ihren Orthopäden. Da fehlt mir die Kenntnis, inwiefern hier schon entscheidende Durchbrüche erzielt wurden. Fragen Sie bitte auch nach, ob Ihnen ein sogenanntes TENS-Gerät empfohlen werden kann, um etwas gegen die morgendlichen Anlaufschmerzen zu tun ! Ich habe noch folgendes für Sie herausgesucht http://arthrose.behandeln.de/kniearthrose-ursachen.html http://www.arthroseselbsthilfe-owl.de/6.html Ich hoffe, etwas weitergeholfen zu haben , wünsche Ihnen alles Gute Ihr Dr. Jörg Silbermann


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