Arthrose Behandlung: Wann ist eine OP notwendig?

Im Röntgen zeigt sich Arthrose als Schwund des Knorpelbelags. (© djusbiz)

Der Begriff „Arthrose“ bezeichnet eine „degenerative Gelenkerkrankung“. Diese Degeneration kann ohne besondere Ursache entstanden sein oder aufgrund vorausgegangener Schädigung durch einen Unfall, eine Fehlstellung und andere Erkrankungen. Insbesondere eine Arthritis (Gelenkentzündung) wird die Entstehung von Gelenkabnutzung begünstigen.

Zusammengefasst: Es gibt unterschiedliche Auslöser und Ursachen, das Ergebnis sind eine Funktionsverschlechterung und Knorpelschwund. Mit Hilfe einer Bilddiagnostik lässt sich sehr genau festhalten, wie diese Knorpelschicht dünner wird.

In der Praxis wird die Diagnose daher sehr stark auf den Knorpelverlust gestützt und demzufolge in Schädigungsgrade unterteilt. Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Frage, ob Arthrose ohne Operation behandelt werden kann.

So funktioniert die Diagnostik

Die Diagnose steht vor der Therapie. Ziel der Diagnostik ist es, die optimal wirksame Behandlungsmethode zu wählen. Als Patient suchen Sie den Behandler auf, weil Sie durch Schmerzen im Gelenkbereich in Ihren gewohnten Aktivitäten gestört werden. Der Behandler muss nun die Ursache herausfinden. Dazu stehen unterschiedlichste Methoden zur Verfügung. Der Schmerz kann schließlich tatsächlich durch unterschiedliche Auslöser hervorgerufen werden.

Von einer Arthrose wird erst gesprochen werden, wenn in der bildhaften Diagnostik eine Veränderung der Knorpelschicht des Gelenks sichtbar wird. Je nach Ausprägung der Knorpelveränderung wird sie mit dem Grad I (Aufrauung der Oberfläche) bis Grad IV (Knorpelverlust mit brachliegender Knochenoberfläche) bezeichnet.


Welcher Behandler empfiehlt welche Behandlung?

Es wurde also festgestellt, wie stark die Schädigung des Gelenks, im Sinne einer Arthrose, fortgeschritten ist. Dies ist ein relativ standardisierter Vorgang. Er erfolgt nach den "Regeln der Kunst". Jetzt wird der jeweilige Behandler eine Therapie vorschlagen. Da ist er wesentlich freier in seinem Ermessensspielraum. Bedenken Sie als Patient also Folgendes: Für den Behandler ist zunächst immer die Methode die passendste, die er selbst anwendet.

Erst in zweiter Linie folgen die Methoden Anderer, dessen sollten Sie sich bewusst sein. Ein Chirurg wird naheliegenderweise eine Operation empfehlen und ein Akupunkteur Akupunktur. In einer Praxis mit angeschlossener Physiotherapie werden Sie zunächst manuell behandelt werden. Seien Sie sich also einfach bewusst, wen Sie da gerade fragen. Und – holen Sie wenigstens noch eine zweite Meinung ein.

Muss Arthrose operiert werden?

Die korrektere Frage ist, ob gerade Ihre Arthrose operiert werden muss. Es ist immer eine individuelle Geschichte. Es richtet sich danach, ob schon eine Gelenkschädigung nach Grad IV erreicht ist und wie stark Sie sich durch die Schmerzen beeinträchtigt fühlen. So lange Sie des Schmerzes nicht überdrüssig sind, werden Sie sich wohl nicht für die Operation entscheiden wollen. Also liegt diese Entscheidung letztlich immer beim Patienten.

Der Schmerz weist den Weg

Lassen Sie sich doch von den Schmerzen einen Rat geben. Der typische Ablauf sieht in etwa so aus. Irgendwann tritt ein Gelenkproblem erstmalig auf. Unabhängig vom Schmerzausmaß kann davon ausgegangen werden, dass, bei korrekter Diagnostik und Therapie dieses ersten Zustands, ein Heilungsprozess einsetzt und nach einiger Zeit wieder eine "normale" Gelenkfunktion vorhanden sein wird.

Jede Arthrose gestaltet sich anders und muss daher auch je nach Patient individuell behandelt werden. (© jovanmandic - fotolia)
Das verleitet dazu, zu denken, das Gelenk wäre wieder wie vorher. Das ist aber in der Regel nicht der Fall. Die Arthrose wird ein bisschen ausgeprägter sein als vorher. Erst beim nächsten Auslöser merken Sie, dass der ganze Zustand etwas länger dauert, die Schmerzen womöglich stärker sind. Alles steigert sich langsam, bis Sie am Ende nur durch fortlaufende Schmerzmitteleinnahme zurechtkommen.

Wenn die Abläufe in Ihrem Fall also dieser Beschreibung ähneln, werden Sie verstehen, dass die nachhaltige Stabilisierung Ihres Arthrose-Gelenks umso leichter ist, je früher Sie damit beginnen.

Darin liegt das Problem: Die meisten Patienten versäumen es, rechtzeitig mit einer intensiven Behandlung zu beginnen. Auch wenn danach keine Schmerzen vorhanden sind und eine gute Belastbarkeit des Gelenks gegeben ist, dürfen Sie nicht warten, bis das wieder auftritt. Eine vernünftige Arthrose-Therapie zur Vermeidung einer Operation sollte regelmäßig wiederholt werden.


Was muss ich konkret tun, um eine Arthrose-Operation zu vermeiden?

Wie schon gesagt: Was Sie tun müssen, um Ihre Arthrose-Operation zu vermeiden, richtet sich zunächst nach dem, was an Ihrem Gelenk festgestellt werden kann. Die Diagnose gibt der Sache einen Namen, der Befund weist den Weg der Therapie.

Konkret hat ein kombiniertes Vorgehen nahe liegender Weise eine intensivere Wirkung als die Anwendung einer einzelnen Methode. Ein effektives Arthrose-Behandlungsprogramm sollte mindestens drei Elemente umfassen – die zeitgleich zur Anwendung kommen sollten:

  1. Behandlung mit Akupunktur, Injektion, Softlaser, Magnetfeld, oder Ähnlichem
  2. Physiotherapie
  3. innerliche und äußerliche Anwendung von Nahrungsergänzungen und speziellen Arzneien

Fazit

Arthrose gehört zu den „chronisch-degenerativen“ Erkrankungen. Sie betrifft eher Menschen in der zweiten Lebenshälfte. Es ist schwierig, gegen die nachlassende Regenerationskraft des Körpers und womöglich gleichzeitig steigende Belastungsfaktoren für die Gelenke an zu therapieren.

Deshalb sollte in regelmäßigen Abständen eine stabilisierende Arthrose-Behandlung durchgeführt werden. Erst so besteht eine wirkliche Chance, die Operation zu vermeiden.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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