Behandlung beim Chiropraktiker: Was Sie über den Ablauf wissen sollten

Bei welchen Symptomen der Chirotherapeut der richtige Ansprechpartner? (©Andrey Popov - fotolia)

In den USA geht man bei Beschwerden im Bewegungsapparat zunächst zum "Chiropractioner", weil der "Orthopedic Surgeon" einen meist operativen Schwerpunkt hat. In Deutschland ist die Chirotherapie, als Zusatzbezeichnung bei den Ärzten "als Facharzt für manuelle Therapie/Medizin" gelehrt und geprüft, hingegen eher eine Domäne der Orthopäden und Physiotherapeuten.


Was wird in der manuellen Medizin / Chirotherapie gemacht?

Bevor der Körper bei einer Fehlbewegung eine Verletzung von Band-, Sehnen-, Gelenk- und Knochenstrukturen zulässt, stoppt er mit dem Mechanismus eines myogelotischen (Spannung der Muskulatur) Blockadezustandes. Das ist dann weniger ein "Ausrenken" eines Gelenkes als mehr ein "Einrasten" von Bewegungsstrukturen in einer auf Dauer schadhaften Stellung, bevor wichtige Strukturen akuten Schaden erleiden.

Der Chirotherapeut sieht und fühlt, welche Strukturen in welcher Position verharren und kann diese Strukturen durch spezielle Handgriffe und Manöver wieder in die Ausgangsstellung zurückführen. Dafür sind oft mehrere Sitzungen nötig.


Was ist das "Knacken", das manche erfahrene Patienten als Erfolg der Therapie werten und auch wünschen?

Wie oben erklärt, ist Ausrenken genauso wenig eine Ursache, wie Einrenken eine Therapie ist. Dennoch kommt es bei den unterschiedlichen Manövern oft zu einem Knacklaut und -gefühl, der heute als Repositionierung von Weichteilstrukturen verstanden wird.


Welche unterschiedlichen Herangehensweisen gibt es? Was sind Manipulationen und was sind Mobilisationen?

Das Ziel aller Chirotherapeuten ist es, die schadhaften Strukturen wieder in Richtung normalen Verhaltens einzurichten.

Physiotherapeuten arbeiten stets, viele Ärzte meist, manche Ärzte immer, nur mittels Mobilisation. Das heißt, durch das Atmen, Anspannen und Entspannen des Patienten und das langsame Gegen- und Mitbewegen des Therapeuten wird die Struktur sanft wieder eingerichtet. Auch dabei kann es "knacken". Diese Technik wird als schonender verstanden, benötigt aber meist mehr Sitzungen.

Bei der Manipulation wird durch eine bestimmte Positionierung einer Struktur erreicht, dass nur diese mittels eines kurzen, schnellen und zielgerichteten Impulses, "manipuliert" wird. Es wird ein kurzer, schneller Zug auf die Struktur ausgeübt, mit dem Ziel, die Struktur dann in Richtung der alten Position zurückschnappen zu lassen. Dies ist aus Ausbildungsgründen nur den kundigen Ärzten vorbehalten. Sie müssen stets einen langsamen Probezug durchführen und der Impuls darf nur durchgeführt werden, wenn der Probezug keine weiteren Beschwerden erzeugt. An der Halswirbelsäule muss vor einer impulsunterstützten Behandlung separat aufgeklärt werden.

Aus der Erfahrung vieler Ärzte sind manipulative Techniken meist unnötig und haben bis auf wenige Ausnahmen den Vorteil der Zeitersparnis, vor allem bei akuten Problemen. In chronischen und immer wieder auftretenden Beschwerden treten die manipulativen Techniken dann mehr und mehr in den Hintergrund.

Die Chirotherapie ist somit eine wirksame Therapie bei Beschwerden in allen Regionen des Bewegungsapparats.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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