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Die Hüftarthroskopie- schonende Behandlung bei Hüftschmerzen

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© Robert Kneschke - fotoliaDie Hüftarthroskopie stellt eine schonende Therapiemethode bei Hüftschmerzen dar. (© Robert Kneschke - fotolia)Bei bestimmten Erkrankung des Hüftgelenkes kann eine Operation durch eine Hüftarthroskopie erfolgen.

Was ist eine Hüftgelenksarthroskopie und wie wird sie durchgeführt?

Eine Hüftarthroskopie ist eine sogenannte Spiegelung des Hüftgelenkes. Hierbei wird eine Kamera in das Hüftgelenk eingeführt, mit deren Hilfe der Operateur den Zustand bzw. die Erkrankungen des Hüftgelenkes beurteilen kann. Durch eine sogenannte arthroskopische, oder endoskopische Operation kann er im Anschluss die Erkrankung heilen bzw. die Beschwerden lindern.
Da der Platz im Hüftgelenk für die Kamera oder andere Instrumentarien, im Gegensatz zum Kniegelenk oder dem Schultergelenk, sehr klein ist, muss sich der Chirurg diesen Raum erst verschaffen. Dies wird durch die Nutzung eines Extensionstisches erreicht. Mit Hilfe dieses speziellen Operationstisches wird der Hüftkopf behutsam ein weinig aus der Hüftgelenkspfanne gezogen, sodass ein Spalt zwischen den beiden Gelenkpartnern entsteht und der Chirurg Platz zur Einführung der Kamera samt Instrumentarien hat.

Danach wird mit Hilfe eines speziellen Instrumentariums, welches aus einer feinen Nadel, flexiblen Drähten und verschiedenen Hülsen besteht, ein Zugang durch die Haut im Bereich des Oberschenkels geschaffen. Durch diesen kann dann die Kamera eingeführt werden. Zur Kontrolle der korrekten Lage und der Richtung bedient sich der Chirurg außerdem noch eines speziellen Operations-Röntgengerätes und natürlich der Kamera, sobald sich diese im Gelenk befindet.
Nachdem die Operation im Gelenkinneren, dem sogenannten zentralen Anteil beendet ist, wird die Kamera samt Instrumenten entfernt, der Zug am Bein aufgehoben und anschließend das Gelenkäußere, der sogenannte periphere Anteil, betrachtet.
Die Instrumente bei der Arthroskopie bestehen aus kleinen Tasthaken und speziellen Instrumenten, um erkrankte Gewebeanteile zu entfernen (Shaver, Fräsen und Diathermiesonden).
Am Ende des Eingriffes wird meist ein feiner Schlauch in das Gelenk eingelegt, über den, die sich nach der OP ansammelnde Flüssigkeit, ablaufen kann. Die Operation kann, je nachdem, wie groß der operative Aufwand ist, zwischen einer und drei Stunden dauern.

Welche Erkrankungen werden durch die Hüftarthroskopie behandelt?

Das Impingementsyndrom: Das Impingement der Hüfte ist die am häufigsten vorkommende Erkrankung, die arthroskopisch operiert wird. Sie gliedert sich in zwei verschiedene Untergruppen: Die des sogenannten CAM- Impingement (Nockenwellen- Impingement), bei dem es durch einen Anbau im Bereich des Überganges von Hüftkopf und Schenkelhals zu Beschwerden kommt und die des sogenannten Pinzer- Impingement (Zangen- Impingement), bei dem die Beschwerden durch eine zu starke Überdachung des Hüftkopfes durch die Hüftgelenkspfanne, einen Außendrehfehler der Pfanne, oder durch eine zu geringe Drehung des Schenkelhalses, entstehen.
Alle aufgezählten Gründe führen zu einem häufigen Anschlagen des Schenkelhalses an den Rand der Hüftgelenkspfanne, wodurch sowohl die Gelenklippe des Hüftgelenkes als auch der Gelenkknorpel der Pfanne auf Dauer geschädigt werden und eine Arthrose entsteht.

Wie verläuft die Behandlung üblicherweise?
Die Behandlung richtet sich stets nach der zu Grunde liegenden Ursache. 
Beim CAM- Impingement beispielsweise wird der Anbau am Übergang, zwischen Hüftkopf und Schenkelhals, beseitigt und die Gelenklippen bzw. Knorpelschäden geglättet. Es kann auch nötig sein, die Gelenklippe wieder an der Hüftgelenkspfanne festzunähen, wenn diese bereits abgerissen ist.
Bei einer zu starken Überdachung des Hüftkopfes durch die Hüftgelenkspfanne wird der Pfannenrand reduziert. Dies kann teils mittels Gelenkspiegelung erfolgen, teils auch nur als offener Eingriff.
Ein Drehfehler der Hüftgelenkspfanne bzw. des Schenkelhalses kann nur durch eine korrigierende knöcherne Operation behandelt werden. Hierbei wird die Stellung der Hüftgelenkspfanne durch eine 3-Fach-Beckenosteotomie des Schenkelhalses mit Hilfe einer Umstellungsosteotomie des Oberschenkelknochens korrigiert.

© (c) Patrizia Tilly - fotoliaZu den Vorteilen der Hüftarthroskopie zählen geringe Schmerzen sowie kleine Wunden. (© (c) Patrizia Tilly - fotolia)Andere Erkrankungen, die seltener sind, aber auch mittels der Hüftgelenksarthroskopie behandelt werden können, sind beispielsweise rheumatische Erkrankungen (klassisches Rheuma, rheumatische Reaktionen auf Infekterkrankungen); Borreliose (hier allerdings nur im Rahmen einer Probeentnahme); Erkrankungen der Gelenkschleimhaut, wie Hüftgelenkschondromatose und Synovitiden; Aussackungen der Hüftgelenkskapsel (Hüftgelenksganglien); Durchblutungsstörungen des Hüftkopfes des Kindes (M.Perthes, Osteochondrosis dissecans) oder des Erwachsenen (klassische Hüftkopfnekrose); Verletzungen des Kopfbandes (Lig. Capitis femoris) oder akute Verletzungen nach Unfällen.

Welche Risiken und Komplikationen bestehen bei der Operation?

Da es sich um einen Eingriff aus der Gruppe der sogenannten Schlüssellochoperationen handelt, sind die Risiken nicht so groß, wie bei großen, knöchernen Eingriffen. Neben den üblichen Risiken aller Operationen, wie Wundheilungsstörungen, Infektionen, Blutungen und Verletzungen von Gefäß- und Nervenstraßen, besteht das Risiko von Druckschäden an Haut und Hautnerven. Diese können aber durch die spezielle Ausrüstung des Extensionstisches minimiert werden. Des Weiteren besteht ein geringes Risiko für Verletzungen der Gelenkoberflächen oder eines Instrumentenbruchs.
In wenigen Fällen können, trotz deutlicher Besserung durch die Operation, geringe Beschwerden bestehen bleiben, insbesondere wenn eine deutliche Arthrose vor der Operation bereits vorhanden war. 

Wie sieht die Nachbehandlung aus?

Wenn im Rahmen der Operation Knochen am Kopfschenkelhalsübergang oder am Rand der Hüftgelenkspfanne abgetragen wurden bzw. die Gelenklippe wieder angenäht wurde, muss das operierte Bein nach der Operation zum Teil entlastet werden.
Nach der Operation muss der Patient mit Hilfe von Physiotherapeuten lernen, das operierte Bein nur mit 10- 20 Kg zu belasten. Hierfür werden Übungen mit Unterarmgehstützen auf der Stationsebene und beim Treppensteigen durchgeführt.
Die Wundheilung der wenigen, kleinen Wunden, verläuft nahezu problemlos und die Schmerzen halten sich absolut in Grenzen. Nach der OP werden Sie mit einer Schmerzpumpe oder mit Schmerztabletten ausgestattet, sodass Sie sich nach der OP besser fühlen werden, als Sie zuvor erwartet hatten. Garantiert!
Die Teilbelastungsphase dauert circa 4 Wochen an. Wird die Gelenklippe wieder angenäht, ist manchmal eine Motorschiene notwendig, die jedoch auch zur Anwendung mit nach Hause gegeben wird.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare zum Artikel (2)


26.02.2016 - 10:21 Uhr

Als Techniker muss ich dem Autor leider...

von Rainer O.

... widersprechen. Bei der genannten Untersuchung wird keineswegs eine Kamera in das Gelenk eingeführt, dazu ist beim besten Willen kein Platz. Lediglich ein kleines Objektiv kann man einführen, die Verarbeitung/ Aufarbeitung der gewonnenen Daten ist selbstverständlich außerhalb. Ganz nebenbei: Offensichtlich besteht eine Komma-Manie. Eine ganze Handvoll wurde kritiklos über den Text verstreut. Von Akademikern erwartet man Besseres.

04.02.2016 - 07:21 Uhr

Seit Anfang des Jahres habe ich regelmäßig bei...

von Marianne H.

... bestimmten Bewegungen Stiche in der rechten Hüftgegend. Außerdem plagen mich seit längerer Zeit besonders nachts starke Schmerzen in den Beinen. Wenn ich nach längerem Sitzen aufstehe, komme ich nur unter Schmerzen und sehr schwer in Gang. Seit Mai vergangenen Jahres habe ich einen Hund und gehe zwei Mal am Tag 1-1,5 Stunden mit ihm spazieren. Können die Schmerzen auch von einer Überbelastung kommen? Ich bin 63 Jahre alt. In der Hoffnung auf eine Antwort und mit freundlichen Grüßen, M. Hüttner

Antwort vom Autor am 08.09.2016
Dr. med. Christian Wolfgang Sippel

Hallo, es tut mir leid, dass ich mich so spät erst bei Ihnen melde, aber das Portal ist hier in der Klinik nur noch beschränkt zugänglich. Ihre Probleme können sowohl mit der Hüfte, als auch mit dem Rücken verbunden sein. Da Sie 63 Jahre alt sind, würde ich Ihnen eine Vorstellung im Marienhospital in Siegen empfehlen, um alles weiter abzuklären, da ich nur gelenkerhaltende Eingriffe durchführe, die mit 63 Jahren meist keinen Sinn mehr machen und Sie recht stark belasten würden. Grüße, Dr. Sippel


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