Beidseitiger Hüftgelenkersatz in nur einer Operation mit der AMIS-Technik

Beidseitiger Hüftersatz kann viele Vorteile mit sich bringen, da der Körper nur einmal den Belastungen eines Eingriffs ausgesetzt ist (© Gollwitzer)

Patienten mit beidseitig fortgeschrittener Hüftarthrose stehen vor besonderen Herausforderungen. Werden beide Hüftgelenke nacheinander ersetzt, so müssen die Patienten mit langen Ausfallzeiten und einer langen Rehabilitationsphase rechnen. Nach der Operation der ersten Seite kommen die Patienten häufig noch nicht besser zurecht. Es werden zwei Krankenhausaufenthalte und zwei Anschlussheilbehandlungen notwendig. Patienten scheuen diese Schritte häufig und nehmen dadurch starke Einschränkungen der Lebensqualität in Kauf. Die Rehabilitationsfähigkeit ist nach der ersten Hüftprothesenoperation deutlich eingeschränkt, da die noch nicht operierte Hüfte eine ungleichmäßige Belastung verursacht.

Werden beide Operationen kurz nacheinander durchgeführt, so besteht aufgrund der wiederholten Belastung durch Narkose und Operation ein deutlich erhöhtes Risiko für Komplikationen.
Insofern ist bei Patienten mit beidseitiger Hüftarthrose der simultane beidseitige Gelenkersatz sinnvoll.


Was sind die Vorteile der beidseitigen Hüftprothesenimplantation?

Die Vorteile der simultanen beidseitigen Hüftprothesenoperation im Vergleich zu zwei einzelnen Operationen liegen auf der Hand: In erster Linie verkürzt sich der Krankenhausaufenthalt, da es nur eine Operation gibt. Auch die Rehabilitation verläuft wesentlich schneller, da die Anschlussheilbehandlung insgesamt nur einmal durchlaufen werden muss. Wird die Operation mit einer muskel- und gewebeschonenden Technik durchgeführt, wie mit der AMIS-Technik, so sind die Patienten meist wenige Tage nach der Operation wieder selbständig auf den Beinen und ähnlich mobil wie Patienten mit nur einer operierten Seite.

Auf dem Röntgenbild nach dem Eingriff sind die beiden neuen Hüftgelenke deutlich erkennbar (© Gollwitzer)
Gerade bei fortgeschrittenen Arthrosen können unmittelbar nach der Operation bereits beide Hüften trainiert und Einsteifungen effizient behandelt werden. Dadurch sind letztendlich auch bessere Ergebnisse zu erwarten. Nicht zuletzt werden Risiken für das Herz- und Kreislaufsystem und für das Gedächtnis durch zwei aufeinander folgende Narkosen vermieden.


Was sind die Voraussetzungen für einen beiderseitigen Ersatz des Hüftgelenkes?

Notwendige Voraussetzungen sind eine schonende Operationstechnik und ein ausreichend guter Gesundheitszustand des Patienten ohne schwere Herz- und Kreislauferkrankungen. Künstliche Hüftgelenke werden meist mit der sogenannten AMIS-Technik eingesetzt, wobei AMIS für „Anterior Minimally Invasive Surgery“ steht.

Dabei wird der Zugang zur Hüfte minimal-invasiv von vorne angelegt, um Hüftprothesen besonders gewebeschonend einsetzen zu können. Der vordere Zugang stellt den kürzesten Weg zum Hüftgelenk dar, weshalb der Operateur bei der AMIS-Technik trotz des minimal-invasiven Operierens eine sehr gute Übersicht hat.

Neben der schonenden Operationstechnik sind auch Faktoren von wichtiger Bedeutung, die mit den Patienten zusammenhängen. Patienten, die sich für eine simultane beidseitige Hüftprothese entscheiden, sollten keine schweren Vorerkrankungen des Herz- und Kreislaufsystems oder andere schwere Vorerkrankungen wie eine ausgeprägte Niereninsuffizienz haben. Schwere Vorerkrankungen stellen auch beim einseitigen Hüftgelenkersatz mögliche Gründe gegen ein künstliches Hüftgelenk dar.


Da das Operationsgebiet mit empfindlichen Nerven versehen ist, ist es sehr wichtig, den Eingriff gut vorzubereiten (© Medacta)
Bestehen besondere Risiken bei einer beidseitigen Hüftprothesenimplantation?

Um das Komplikationsrisiko bei beidseitiger simultaner Hüftprothesenoperation einschätzen zu können, liegen zuverlässige und belastbare Daten von vielen tausend Patienten vor. Daraus kann man ablesen, dass das Komplikationsrisiko bei Patienten mit simultaner beidseitiger Hüftprothese nicht höher als bei Patienten ist, bei denen zwei Operationen in zeitlichem Abstand durchgeführt wurden. Natürlich vorausgesetzt, dass sich die Patienten in einem guten Gesundheitszustand befinden.

Zudem ergeben sich aus den Daten klare Hinweise, dass die Risiken für bestimmte Komplikationen, wie beispielsweise das Infektionsrisiko oder das Risiko für Thrombosen bei der simultanen Operation sogar niedriger als bei zwei einzelnen Eingriffen anzusiedeln sind.

Um die Komplikationsrate zu verringern, wird bei allen Patienten vor der Operation eine Risikoabschätzung durchgeführt. Dabei werden die Risikofaktoren konsequent optimiert. Eine gründliche Operationsvorbereitung und Risikoabschätzung hat auch im eigenen Patientenkollektiv die Erfahrung bestätigt, dass die beiderseitige simultane Hüft-TEP-Implantation mit der AMIS-Technik sicher durchgeführt werden kann.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare (30)

Theo T., 18.04.2020 - 16:41 Uhr

Sehr geehrte Damen und Herren meine Hüften sind beide defekt und müssen ersetzt werden. Ich möchte beide gleichzeitig operieren lassen. Welche Kliniken führen solche Operationen durch nach Möglichkeit in der Nähe von Osnabrück. Eine Rückinfo wäre super. Danke im Voraus. Mit freundlichen Grüßen Theo T.

Antwort von Prof. Dr. med. Hans Gollwitzer, verfasst am 04.05.2020

Sehr geehrter Theo! Eine simultan beidseitige Operation führen wir hier in München regelmäßig mit der AMIS-Methode durch. Eine Liste oder andere Informationen darüber, welche Kliniken sonst noch beidseitige Operationen anbieten, liegt mir leider nicht vor. Ärzte, welche die AMIS-Methode anwenden, finden Sie jedoch über die folgende Webseite: http://www.meine-neue-huefte.de 1) Webseite aufrufen 2) "Ärztefinder starten" anklicken (Leiste oben) 3) Postleitzahl eingeben. Gerne können Sie sich natürlich auch bei uns in München vorstellen. Viel Erfolg und beste Grüße, Prof. Hans Gollwitzer

Rolf K., 19.02.2020 - 05:27 Uhr

Ich habe acht Wochen nach meiner beidseitigen Hüftgelenk OP noch immer sehr starke Schmerzen in meiner Oberschenkelmuskulatur, hauptsächlich beim aufstehen und mein linkes Bein ist am schlimmsten.. woran kann das liegen ?

Beate K., 15.11.2019 - 14:59 Uhr

Sehr geehrter Prof. Dr. Gollwitzer, ich bin 70 Jahre und mein Orthopäde hat mir die Diagnose einer beidseitigen Coxarthrose gestellt. Welche Kliniken in Deutschland, evtl. Sachsen, Thüringen, führen die schonende Amis-OP-Methode durch? Wie lange ist die Dauer des Eingriffs? Für eine Antwort wäre ich sehr dankbar.

Antwort von Prof. Dr. med. Hans Gollwitzer, verfasst am 28.11.2019

Sehr geehrte Beate! Eine aktuelle Übersicht der Kliniken, die nach der AMIS-Methode operieren, gibt es leider nicht. Die Zahl der Kliniken, in welcher die AMIS-Technik angewendet wird, steigt jedoch aufgrund der Vorteile der Methode kontinuierlich an. In Sachsen und Thüringen ist mir jedoch noch keine Klinik bekannt, welche die AMIS-Technik durchführt. Sollte eine Operation an beiden Hüften notwendig werden, dann würde ich eine Beratung bzgl. einer simultanen beiderseitigen Hüftoperation empfehlen. Gerne können Sie sich dazu bei uns durch PD Dr. Weber oder mich beraten lassen. Mit freundlichen Grüßen, Prof. H. Gollwitzer

Natascha, 25.08.2019 - 19:39 Uhr

Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Golllwitzer, ich bin 48 Jahre alt und leide seit der Geburt an beidseitiger Hyfdysplasie und wurde bereits im Kindesalter operiert. Die letzte Diagnose lautet Coxarthrose 3-ten Grades rechts und Coxartrhose 2-Grades links, dazu noch Gonarthrose bds. Ich habe am 04.09. einen Termin für die Hüft-TEP rechts zementrei. Der Termin für die Reha steht auch schon fest. Es ist aber so dass wohl durch die Fehlbelastung (ich laufe eher wie eine Ente als wie eine Frau) nur noch die linke Seite sehr weh tut und die rechte kaum noch. Ich hätte gerne wenn möglich eine beidseitige OP und diesen Gedanken habe ich erst vor 1-2 Wochen. Mein Orthopäde hat im März als ich ihn gefragt habe "was wir mit der linken Seite machen" sinngemäß geantwortet "da hätte ich noch Zeit". Ich habe selbstverständlich keine Lust auf zwei OP`s und vor allem die linke Seite wird von alleine nicht besser werden. Ich werde auf jeden Fall am Aufnahme Tag den Orthopäden um eine erneute Röntgen Aufnahme bitten um es beurteilen zu können ob doch nicht beide Seiten auf einmal gemacht werden können. Ich bin MA im Klinikum und Krankenschwester aber in Bürotätigkeit. Meine Schmerzen sind unerträglich vor Allem links. Ich kann kaum noch schlafen denn ich kann nicht auf der linken Seite liegen, wenn ich doch auf der rechten liege dann tut die Seite auch weh und wenn ich auf dem Rücken liege dann tut alles weh. Psychisch bin ich natürlich auch angeschlagen und sehr gereizt. Ich kann kaum noch sitzen und spazieren gehen auch kaum. Nur noch das Schwimmen geht ab und zu und Rad fahren geht seit ganz langer Zeit gar nicht mehr. Ich bewege mich sehr gerne und hätte endlich wieder mehr Lebensqualität. Meinen Sie dass so kurzfristig eine Entscheidung getroffen werden kann dass beide Hüften gemacht werden statt rechts wie es auf dem OP-Plan steht? Lieber habe ich eine OP und lange Zeit zum Erholen statt in ein paar Monaten wieder das gleiche durchmachen zu müssen. Ich wäre Ihnen für eine kurze Antwort sehr dankbar.

Antwort von Prof. Dr. med. Hans Gollwitzer, verfasst am 30.08.2019

Sehr geehrte Natascha! Ob eine beiderseitige Operation notwendig ist kann ich aus der Ferne selbstverständlich nicht beurteilen. Bei vorliegender Arthrose und frustraner konservativer Therapie ist jedoch hauptsächlich die Schmerzsymptomatik entscheidend, ob und wann ein Gelenkersatz mit Totalendoprothese durchgeführt wird. Grundsätzlich ist auch kurzfristig eine Entscheidung für einen doppelseitigen Gelenkersatz möglich, auch wenn dies natürlich eine etwas andere Planung erfordert. Insofern würde ich raten nicht bis zum Aufnahmetag zu warten, sondern die Problematik so bald wie möglich mit Ihrem Operateur zu besprechen. Mit freundlichen Grüßen, Prof. H. Gollwitzer

Mario C., 01.08.2019 - 02:00 Uhr

Hallo ich bin 36 Jahre jung. Ich leide seit über 12 Jahren an beidseitiger Hüft Arthrose und habe auch eine Hüft Kopf Gelenk Fehlstellung. Ich bekomme beide Hüften gemacht und habe mega schiss. Ich wollte wissen, ob es nach diesen Eingriffen eine wesentliche Schmerzlinderung gibt, da ich btm abhängig bin und Weg möchte davon. Mir wurde gesagt, dass ich ohne auskomme. Anschließend aber ich glaube das nicht so ganz würde mich freuen wenn jemand Erfahrung gesammelt hat und mir etwas darüber berichten kann . Mfg

Antwort von Prof. Dr. med. Hans Gollwitzer, verfasst am 08.08.2019

Sehr geehrter Mario! Wenn Sie eine entsprechend ausgeprägte Arthrose mit den typischen gelenkbedingten Schmerzen haben, dann ist auch eine rasche und wesentliche Schmerzverbesserung nach Implantation einer Hüftprothese zu erwarten. Begleitende muskuläre Beschwerden können anschließend in der Nachbehandlung und Rehabilitation dauerhaft gebessert werden. Mit der AMIS-Methode können beide Hüften gleichzeitig mit einer Endoprothese versorgt werden. Ob der Hüftgelenkersatz bei Ihnen indiziert ist, kann selbstverständlich nur nach Anamnese, körperlicher Untersuchung und Sichtung der Röntgenbilder beurteilt werden. Bei arthrosebedingten Schmerzen die so stark sind, dass Sie BTM Schmerzmittel benötigen, wäre eine derartige Operation jedoch gerechtfertigt. Herzliche Grüße und alles Gute, Prof. Hans Gollwitzer

German, 15.07.2019 - 21:12 Uhr

Nach langen Recherchen fühle ich mich bestätigt, daß viel zu wenig Information öffentlich zu lesen ist, warum operiert wird, insbesondere was damit beseitigt werden soll (habe ich noch von keinem Chirurgen gesagt bekommen). Sowie solange auch das Wort Schmerz nicht von den Ärzten spezifisch beschrieben wird, bietet dieses viel zu viel Unsicherheit für den Patienten. Heute sage ich, hätte ich diese Info vor einer Hüft OP gehabt, wäre für mich diese OP überflüssig gewesen. Der Mensch besteht nicht aus einzelnen Gelenken und Muskeln, sondern ist ein Ganzes. Denn der Patient leidet vorrangig an muskulären Verspannungen z. B. verkürzte Muskulaturen, die ein Gelenk zum Erliegen bringen können. Fakt ist, dass Muskulatur den Vorrang überhaupt vor einem Gelenk hat. Denn es kann leicht sein, dass nach der Operation noch mehr Spannungen zu den alten Spannungen dazu auftreten, insbesondere auch wenn man über anderen Verschleiß verfügt, der muskulär schmerzhaft auftritt. Demnach empfehle ich jedem, der mit einer OP in Sachen Hüfte liebäugelt, sich unbedingt diesbezüglich vorher körperkundig zu machen, welches man ganz sicher nicht mit ein paar Arztbesuchen oder ein paar Besuchen beim Physio erreichen kann, schon gar nicht bei unserem heutigen Gesundheitssytem à 15 Minuten. Man muss sich wirklich selbst litherarisch lesend befleißigen. Anders geht`s nicht. Ansonsten auch mal YouTube nutzen. Dort kann man sehr schön nachvollziehen, wo Beschwerden herkommen - also auch schmerzhafte Verspannungen welche nach OP u. Reha nach Monaten beginnen können. Ich spreche aus eigener Erfahrung. Und dann? Dann wäre es besser, sich vorher erkundigt und vorallendingen belesen gemacht zu haben.

Antwort von Prof. Dr. med. Hans Gollwitzer, verfasst am 21.07.2019

Sehr geehrter German! Es ist sicherlich richtig, dass muskuläre Probleme eine sehr häufige Ursache von Schmerzen sind. Während der Hüftgelenkersatz bei Gelenk bedingten Schmerzen hervorragende Ergebnisse zeigt, ist eine Gelenkoperation natürlich bei Muskelschmerzen nicht die richtige Therapieoption. Ein spezialisierter Orthopäde sollte die Beschwerdeursachen sicher differenzieren können. Sicherlich gibt es auch Fälle, in denen selbst die ausführliche Anamnese und subtile klinische Untersuchung keine definitive Unterscheidung zwischen gelenkbedingten Beschwerden und Schmerzen, die um das Gelenk herum durch Muskulatur, Faszien, etc. entstehen, ermöglicht. In diesen Fällen stehen jedoch weitergehende diagnostische Maßnahmen - wie z.B. die Testinfiltration mit Schmerzmittel oder die Triggerpunktdiagnostik mittels Stoßwellentherapie - zur Verfügung, um eine sichere Schmerzzuordnung zu ermöglichen. Mit freundlichen Grüßen, Prof. H. Gollwitzer

Oliver E., 09.06.2019 - 13:36 Uhr

Sehr geehrter Herr Professor, ich werde im Oktober wohl an beiden Hüften mit dem AMIS-Verfahren operiert, sobald der Operateur grünes Licht gibt. Ich habe mich schlussendlich dafür entschieden, da ich die Prozedur in einem Durchgang vollziehen möchte...um auch beruflich nicht zu lange auszufallen. Wie lange ist die durchschnittliche Ausfallzeit bis ich wieder am Arbeitsplatz bin? Ich arbeite im Labor im Einkauf. Vielen Dank und Grüße Oliver E.

Antwort von Prof. Dr. med. Hans Gollwitzer, verfasst am 16.06.2019

Sehr geehrter Oliver! Die Rehabilitation ist natürlich im Verlauf individuell unterschiedlich. Für eine Bürotätigkeit würde ich empfehlen, sich ca. 8 Wochen Rehazeit zu erlauben. Generell gilt: Nach 6 Wochen sind die meisten OP-Folgen abgeheilt und auch das Luxationsrisiko nach AMIS-Operation extrem gering, so dass alle Bewegungen wieder erlaubt sind. Gehen mit Vollbelastung ist von Beginn an erlaubt. Richtig eingewachsen sind zementfreie Implantate aber erst nach etwa 4 Monaten. Solange sollten Sie mit belastenden Sportarten auch vorsichtig sein. Eine weitere Empfehlung: ein künstlicher Gelenkersatz soll ja viele Jahrzehnte halten. Insofern sollten Sie sich ausreichend Zeit für die Rehabilitation nehmen, und im Zweifelsfall mit der Belastung einfach etwas langsamer machen. Alles Gute für die Operation! Mit freundlichen Grüßen, Prof. H. Gollwitzer

Giegerich, 15.04.2019 - 22:31 Uhr

Sehr geehrter Herr Professor, Ihre Antwort auf meine Frage hat mich sehr beruhigt. Herzlichen Dank. W.Giegerich

Giegerich, 13.04.2019 - 13:08 Uhr

Sehr geehrter Herr Professor, ist nach einer zeitgleichen TEP beider Hüften die REHA nicht insoweit wesentlich erschwert, als dass beide Beine nicht mehr als im Winkel von 90° abgewinkelt werden dürfen? Leider kann ich nirgendwo im Internet Anleitungen hierfür finden.

Antwort von Prof. Dr. med. Hans Gollwitzer, verfasst am 15.04.2019

Sehr geehrte(r) Frau/Herr Giegerich! Die Limitierung der Beugung bis 90° ist eine reine Vorsichtsmaßnahme, um in den ersten 4 Wochen Luxationen zu vermeiden. Dies ist vor allem bei Operationstechniken über einen hinteren Zugang relevant und strikt einzuhalten. Bei der AMIS-Technik können Patienten von Anfang an weiter beugen und müssen die Limitation nicht so streng einhalten, da eine Luxation in tiefer Beugung nach hinten erfolgt, jedoch bei der AMIS-Technik die hintere Kapsel völlig intakt bleibt und damit vor Luxationen schützt. In der frühen Zeit nach der OP (3-4 Wochen) ist es jedoch trotzdem sinnvoll, sich gerade beim Socken- oder Schuhanziehen helfen zu lassen. Dies gilt sowohl für eine einseitige Operation als auch für die doppelseitige Operation. Insofern ist die Reha nicht wesentlich unterschiedlich. Ich hoffe Ihre Frage damit beantwortet zu haben. Beste Grüße, Prof. Hans Gollwitzer

Christa, 10.03.2019 - 23:02 Uhr

Sehr geehrter Dr. Gollwitzer, fielen dank für Ihre Meinung. Ich werde ihren Rat befolgen. LG

Christa G., 28.02.2019 - 09:11 Uhr

Guten tag, Mir wurde 2017 eiine neue Hüfte teilzementiert eingesetzt und 2018 im Mai die zweite nicht zementiert. Nun meine frage: Ich habe immer noch Probleme mit dem laufen, brauch meine Krücken. Ich bin 62 Jahre alt. Wie kann ich das hinkommen, wieder richtig zu laufen, und nicht mehr diesen waschen Gang? Das ist echt anstrengend. Lieben dank schon mal.

Antwort von Prof. Dr. med. Hans Gollwitzer, verfasst am 10.03.2019

Sehr geehrte Christa! Leider ist ohne ausführliche Untersuchung und Beurteilung der Röntgen- und ggf. MRT-Bilder keine Beratung möglich. Allerdings sollte die Rehabilitation seit Mai 2018 schon weitgehend abgeschlossen sein. Häufige Ursachen von bleibenden Beschwerden nach konventioneller Hüftprothese sind jedoch seitliche Sehnenschäden und Muskelschäden, welche mit einem speziellen MRT (mit sogenannten Metall-artefakt-reduzierten Sequenzen) dargestellt werden können. Eine Folge davon kann Hinken mit "Watschelgang" sowie ein typischer seitlicher Hüftschmerz sein. Genau diese Sehnen meidet man eben mit der AMIS-Methode, bei welcher der Zugang von vorne erfolgt. Insofern kann ich Ihnen nur die Einholung einer Zweitmeinung zur Abklärung der noch bestehenden Beschwerden empfehlen. Mit freundlichen Grüßen, Prof. H. Gollwitzer

Claus Martin S., 07.01.2019 - 14:10 Uhr

Sehr geehrter Prof. Dr. med. Gollwitzer, vielen Dank für Ihren Rat von professioneller Seite, er bestätigt meine Einschätzung und macht mit etwas mehr Mut. Freundliche Grüße, Claus M. S.

C.M. Schneider, 08.12.2018 - 12:34 Uhr

Guten Tag, Ich bin 56 Jahre alt und mir wurde eine beidseitige Hüft-OP empfohlen, OP-Termin steht am 20.2.19. Nun ist kurzfristig mein linkes Knie punktiert worden mit der Diagnose, dass auch dieses Gelenk ersetzt werden muss. Meine Frage: Ist eine beidseitige Hüft-OP möglich, wenn zwischenzeitlich auch das Knie durch Arthrose stark eingeschränkt ist? Für cross-over möchte ich mich momentan nicht entscheiden.

Antwort von Prof. Dr. med. Hans Gollwitzer, verfasst am 07.01.2019

Sehr geehrte(r) Frau/Herr Schneider! Eine beiderseitige Hüftoperation ist auch bei Kniearthrose möglich. Bei gleichzeitiger Arthrose von Hüfte und Knie wird empfohlen, zuerst die Hüfte operativ zu behandeln. Durch die verbesserte Beweglichkeit kommt es oft auch zu einer Erleichterung der Kniegelenksbeschwerden. Eine Operation aller 3 Gelenke gleichzeitig ist nicht sinnvoll. Mit besten Wünschen für die anstehende Operation, Prof. H. Gollwitzer

Daniel K., 06.08.2018 - 17:41 Uhr

Sehr geehrter Herr Professor, Ich bin 29 Jahre alt und seit letztem Jahr habe ich Schienbein Schmerzen und die hatte ich immer beim laufen. Im Fußball aber war es nicht so schlimm und ich war auch beim Arzt und der sagte, dass ich kein Problem habe aber neue Saison bei Vorbereitung hatte ich auch kein Schmerzen aber plötzlich bekomme ich die wieder aber stärker. Es zieht manchmal bis oben in den Oberschenkel und auch in den Rücken. Wenn ich die bekomme dann kann ich wirklich nicht mehr laufen und das ist auch schwer für mich auf die Beine zu stehen, ich möchte wissen, wie Sie mir helfen können. Vielen Dank

Maritta M., 28.06.2018 - 13:40 Uhr

An das jameda Team. Habe an Sie eine Frage. Am 27.04.2018 bin ich in Alicante (Spanien) an der linken Hüfte operiert worden. Das Op Team war sehr gut und ich bin bis jetzt sehr zufrieden. Leider hatte ich mit der rechten Hüfte vor dieser Op schon Schmerzen, die aber jetzt schlimmer werden. Ich kann im Moment ohne Schmerzmittel nicht richtig laufen. Meine Frage: Wann könnte ich mit der rechten Hüfte operiert werden? Ich würde mich sehr über eine Antwort freuen. Mit freundlichen Grüßen Maritta M.

Antwort von Prof. Dr. med. Hans Gollwitzer, verfasst am 28.06.2018

Sehr geehrte Marietta! Falls keine schlimmeren Vorerkrankungen an Herz oder Lunge vorliegen ist die Operation der zweiten Seite ab 6 Wochen nach der ersten Seite wieder gut möglich. Mit freundlichen Grüßen, Prof. Hans Gollwitzer

R. Rode, 09.11.2017 - 14:43 Uhr

Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Gollwitzer, hiermit möchte ich mich herzlich für Ihre Antwort auf meine Anfrage bedanken und werde Ihre Rat in Anspruch nehmen. Mit frl. Grüßen R. Rode

R. Rode, 03.11.2017 - 15:14 Uhr

Hallo Herr Prof.Dr. Gollwitzer, bin 79 Jahre Marcumarpatient mit Herzschrittmacher. Habe starke Arthrose im linken Hüftgelenk Schmerzfaktor 8 von 10. In der rechten Hüfte auch Arthrose jedoch Schmerzpunkte 4 von 10. Ist eine simultane OP beider Häftgelenke in meiner Situation zu empfehlen? Vielen Dank im Voraus und Mit freundlichen Grüßen R.Rode

Antwort von Prof. Dr. med. Hans Gollwitzer, verfasst am 08.11.2017

Sehr geehrter Herr Rode! Ihre Frage lässt sich pauschal nicht beantworten. Man wird eine beiderseitige simultane Hüfte-TEP-Operation nur dann durchführen, wenn es beidseitig wirklich notwendig ist. Es empfiehlt sich also nicht, die zweite Seite "prophylaktisch" zu operieren. Generell ist Marcumar und ein Herzschrittmacher kein Ausschlusskriterium für eine beiderseitige Hüfte-TEP-Operation mit der AMIS-Technik. Bei guter Herzfunktion ist eine Operation auch simultan beiderseits möglich. Vorher sollte jedoch eine Risikooptimierung erfolgen. Insofern empfehle ich 1) eine orthopädisch-chirurgische Abklärung der beidseitigen OP-Notwendigkeit und 2) eine aktuelle Abklärung der Herzpumpfunktion und der weiteren Herz-Risiken beim Kardiologen. Anschließend kann eine Empfehlung nach persönlicher Vorstellung erfolgen. Ich hoffe Ihre Frage damit ausreichend beantwortet zu haben und verbleibe mit besten Grüßen, Prof. Hans Gollwitzer

Ria H., 20.10.2017 - 18:46 Uhr

Wird diese AMIS-Technik auch im Agnes-Karll-Krankenhaus in Hannover-Laatzen von Prof. Oliver Rühmann durchgeführt?

Antwort von Prof. Dr. med. Hans Gollwitzer, verfasst am 24.10.2017

Sehr geehrte Ria! Ihre Frage kann ich leider nicht beantworten. Eine Liste mit Ärzten, welche die AMIS-Technik anwenden finden Sie unter "www.meine-neue-huefte.de", auf der Webseite bitte oben den Ärztefinder anklicken und die Postleitzahl eingeben. Mit besten Grüßen, Prof. Gollwitzer

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