Besserer Operationserfolg: Übungen aus der Physiotherapie vor und nach der OP

Gezielte Übungen können den Verlauf beispielsweise einer Hüft-OP positiv beeinflussen. (© bht2000 - fotolia)

Ihnen steht ein operativer Eingriff (z. B. Gelenkersatz: Hüfte, Knie etc.) bevor und Sie möchten schon vorab das Heilungsverfahren verbessern?

Sorgen Sie vor einer Operation mit gezielten Übungen und Tipps aus der Physiotherapie dafür, dass Sie danach möglichst schnell wieder fit werden.


6 Übungen aus der Physiotherapie zur OP-Vorbereitung

  1. Schonhaltungen vermeiden: Der Körper nimmt meistens durch Schmerzen eine unbewusste Schonhaltung ein. Mit Bewusstseinsschulungen von Bewegungsmustern versucht man, Schonhaltungen entgegenzuwirken.
  2. Muskeln trainieren: Durch die Ruhigstellung nach der Operation schreitet der Muskelabbau ziemlich schnell voran. Mit gezielten Kräftigungsübungen wird die Muskulatur davor schon gestärkt, um so dem Muskelabbau entgegenzuwirken.
  3. Beweglichkeit erhalten: Der Therapeut hilft Ihnen, mit gezielten passiven, schmerzadaptierten Bewegungen, Ihre Beweglichkeit zu erhalten.
  4. Herz-Kreislauf-System aktivieren: Zum Erhalt des Fitnesszustands und um einen guten Allgemeinzustand mitzubringen, wird der Heilungsprozess des Körpers unterstützt.
  5. Gehhilfen-Training: Benötigen Sie nach einer Operation z. B. Unterarm-Gehstützen, können Sie davor schon üben, damit aufzustehen, zu gehen oder die Treppe zu steigen.
  6. Erfahrungsaustausch: Dadurch werden Ängste genommen und Sie haben ein größeres Vertrauen in Ihre eigenen Fähigkeiten.


4 Übungen für vor und gleich nach der Operation

1. Atemübung: Nach einer Operation atmet man gerne sehr flach. Versuchen Sie, mehrmals tief in den Bauch zu atmen, um den Körper besser mit Sauerstoff zu versorgen.

  • Dazu legen Sie die Handflächen unterhalb des Nabels auf den Bauch, sodass sich die Mittelfinger leicht berühren.
  • Atmen Sie jetzt tief in den Bauch ein, damit sich die Bauchdecke hebt und die Mittelfinger nicht mehr berühren, und wieder aus.
  • Mehrmals wiederholen.

 

2. Vorstellungskraft trainieren: Dadurch steuert Ihr Gehirn die richtigen Nervenverbindungen und Bewegungsabläufe an.

  • Bewegen Sie die gesunde Seite am besten mit geschlossenen Augen und fühlen Sie den richtigen Bewegungsablauf.
  • Stellen Sie sich nun die richtig ausgeführte Bewegung auf der operierten Seite vor.
  • Zur Verstärkung können Sie die Übung in Zeitlupe durchführen.


3. Isometrische Muskelanspannung: Beim isometrischen Anspannen handelt es sich um eine Anspannung der Muskulatur ohne Bewegungsradius.

  • Versuchen Sie, die Muskulatur fest anzuspannen, halten Sie sie (ohne Bewegung) für ca. 30 Sekunden und lösen Sie die Anspannung danach langsam wieder.


4. Stress vermeiden: Versuchen Sie Stress und psychische Anstrengungen zu vermeiden, um dem Körper Ruhe zu gönnen und den Heilungsprozess zu fördern.

Vereinbaren Sie einen Termin zur Physiotherapie, um Ihren Operationserfolg zu verbessern!

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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