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Kreuzbandriss: So wird er festgestellt und behandelt

Dr. Krapf

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© Yobro10 - iStockBesonders sportlich aktive Frauen haben ein erhöhtes Risiko für Kreuzbandverletzungen. (© Yobro10 - iStock)Im Praxisalltag ist deutlich feststellbar, dass die Schwere der Sportverletzungen, sowohl im Leistungssport, aber auch im Breitensport durch steigende Belastungen zugenommen hat. So hat die zunehmende Intensität bei Ausübung vieler Breitensportarten in allen Altersklassen, das Auftreten von neuen Fun- und Risikosportarten und der stetig steigende Frauenanteil in vielen Sportarten  in den letzten Jahren zu einem Anstieg der vorderen Kreuzbandrisse geführt.

Denn Sport treibende Frauen sind stärker gefährdet als Männer, sich schwerwiegende Knieverletzungen zuzuziehen. Ein Paradebeispiel ist der derzeit boomende Frauenfußball. Ursache sind wohl u.a. die schmäleren Kreuzbänder bei Frauen und die geringere Kraft der Beinmuskulatur. Man schätzt die Kreuzbandrisse in Deutschland heutzutage auf ca. 40.000 – 50.000 jährlich.

Wieso ist das Kniegelenk anfällig für Verletzungen?

Das Kniegelenk ist das beim Sport am meisten belastete Gelenk. Zusammen mit dem Innen- und Außenband, sowie der Gelenkkapsel wird das Knie durch jeweils zwei Kreuzbänder stabilisiert – ein vorderes und ein hinteres – die sich im Zentrum des Gelenkes kreuzen (daher der Name). Von einem Riss meist ist das vordere betroffen, viel seltener das hintere Kreuzband. Meist reißt das vordere Kreuzband aber nicht alleine, denn oft entstehen Begleitverletzungen des Innenbandes und Innenmeniskus. Zusätzlich kann es zu gefürchteten Knorpelschäden kommen, mit der Gefahr einer nachfolgenden Arthrose.

Wie kann es zu einem Kreuzbandriss kommen und wer ist besonders gefährdet?

Kreuzbandrisse passieren meist ohne Fremdeinwirkung. Häufig sind Sportarten betroffen, bei denen abrupte Abstopp- und Drehbewegungen, sowie viele Richtungswechsel an der Tagesordnung sind, wie beispielsweise beim Tennis, Squash, Handball und natürlich dem Fußball. Frauen sind hierbei mehr gefährdet als Männer, da ihre Bandstruktur weniger fest und die Muskulatur oft weniger kräftig ist.

Wie erkenne ich, dass ich mir unter Umständen eine solch schwere Verletzung zugezogen habe?

Oft verspürt man bei dem Unfall lediglich ein “Knacksen“.  An Symptomen finden sich meist mehr oder weniger ausgeprägte Anschwellungen und Ergussbildung im Gelenk, oft verbunden mit einer Einschränkung der Beweglichkeit des Kniegelenkes. Die Schmerzsymptomatik muss nicht mit dem Ausmaß der Verletzung zusammenhängen. Die akuten Folgen einer Kreuzbandverletzung sind oft nach wenigen Wochen verschwunden, so dass sich der Betroffene in der irrigen Hoffnung wähnt, die erlittene Verletzung sei “nur halb so schlimm gewesen“.

Wird die Kreuzbandverletzung jedoch nicht erkannt und nicht behandelt, bleibt das Gelenk meist instabil. Dies fällt dem Betroffenen oft erst nach Wochen oder gar Monaten auf, wenn er mit dem Kniegelenk erneut wegknickt. Jedes erneute Wegknicken birgt das Risiko von zusätzlichen Meniskusschäden und Knorpelverletzungen.

© photophonie - fotoliaDer Orthopäde kann durch gezielte Riffe feststellen, ob das Kreuzband verletzt ist. (© photophonie - fotolia)Wie wird ein Kreuzbandriss festgestellt?

Durch Analysen des Unfallhergangs, eine gründliche körperliche Untersuchung, Röntgen zum Ausschluss einer knöchernen Verletzung, Sonographie (Ergussbildung) gegebenenfalls ergänzend und nicht allein durch eine MRT Untersuchung wird das Ausmaß der Knieverletzung erkannt. Entscheidend ist oft der sogenannte Pivot-Shift-Test. Der Patient liegt dabei auf einer Liege. Dann wird der Unterschenkel des verletzten Sportlers mit einer Hand einwärtsgedreht und angehoben. Mit der anderen Hand wird ein Druck in X-Bein-Stellung erzeugt.

Wenn das Kreuzband verletzt ist, kommt es zu einem sichtbaren Schnappphänomen. Kreuzbandverletzte erkennen bei diesem Untersuchungsvorgang oft ihren Unfallmechanismus direkt wieder.

Muss unbedingt operiert werden?

Diese Frage wird nach wie vor kontrovers diskutiert. Entscheidend ist das Alter des Betroffenen und seine weiteren sportlichen Ambitionen. Wobei spontane Äußerungen, wie: „ich spiele nie wieder Fußball“ zunächst einmal nicht ernst genommen werden sollen. Denn die meisten werden es wieder tun!

Aber wer schon älter ist und kaum Sport treibt, wirklich nie wieder Fußball spielt oder dessen Herz im Winter auch nicht am alpinen Skifahren hängt und von zu Hause aus über eine gute und ausbaufähige Muskulatur verfügt, der muss nicht unbedingt auf den OP-Tisch. Er hat dann aber einen neuen Freund gewonnen, das Fitnessstudio. Denn ein intensiveres Training der Beinmuskulatur ist schon notwendig, um das Gelenk ausreichend zu stabilisieren.

Wenn dieses Vorhaben misslingt und das Gelenk weiterhin wegknickt, sollte dennoch operiert werden. Denn jedes Wegknicken bedeutet Gefahr für Knorpel- und Meniskusschädigungen und damit einer frühzeitigen Kniegelenksarthrose, bei der dann eventuell eine Kniegelenksprothese notwendig ist.

Zu häufig sieht man noch junge Menschen, die in ihrer Sportlerzeit einen Kreuzbandriss erlitten, nicht operiert wurden und nun mit schweren im Röntgenbild deutlich sichtbaren irreparablen Verschleißerscheinungen kämpfen müssen.

Was passiert dabei im Knie?

Bei den Ballsportarten entsteht die Verletzung meist ohne Fremdeinwirkung. Hierbei verdreht sich der feststehende Fuß durch eine schnelle Körperdrehung. Beim alpinen Skifahren handelt es sich hingegen um ein direktes Trauma, verursacht durch Hebelkräfte. Oft kann das Reißen durch einen deutlichen Knall gehört werden. Daraufhin folgt ein kurzer Schmerz. Die Instabilität im Knie bemerkt der Betroffene oft schon unmittelbar, wenn sich der erste Schmerz gelegt hat. Der Gelenkerguss stellt sich aber nicht selten erst im Laufe des Tages ein. Das Knie lässt sich meist nicht mehr ganz strecken und wird in Schonhaltung in leichter Beugestellung gehalten.

Wie lange bin ich im außer Gefecht und was muss ich bei der Rekonvaleszenz beachten?

Bei Leistungssportlern vergehen bis zur kompletten Stabilisierung im Regelfall sechs Monate. Breitensportler sollten eine längere Pause von neun bis zwölf Monaten in Kauf nehmen, sonst droht ein erneuter Riss.

Ich weiß noch zu gut aus meiner Klinikzeit: ich habe den Sportler in der Ambulanz gesehen, operiert, zur Nachbehandlung gesehen, ihn immer wieder auf die Gefahren hingewiesen und ihn dann leider drei bis vier Monate nach der Operation wieder in der Ambulanz gesehen. Er hatte zu früh wieder angefangen und einen erneuten Riss erlitten.

© Halfpoint - fotoliaEin Kreuzbandriss bedeutet nicht automatisch das Ende einer sportlichen Laufbahn. (© Halfpoint - fotolia)Was kann ich bei einer erlittenen Kreuzbandteilschädigung und mitverursachten Knochenödeme und sonstigen Begleitverletzungen tun?

Dank der verbesserten Technik der Kernspintomografie, die in den letzten Jahren eine immer bessere Auflösung erlaubt, ist eine sicherere Diagnose möglich. Wenn schon die Diagnostik Kernspintomografie verbessert, warum nicht auch die davon abgeleitete MBST KernspinresonanzTherapie zur Heilung nutzen.

Zur Beschleunigung des Heilungsverlaufs, insbesondere der Begleitverletzungen mit der Gefahr von Insuffizienzbrüchen, Knorpelschäden, Meniskusschäden, Bänderverletzungen wird seit Jahren auf die MBST Kernspin-Resonanztherapie gesetzt, um gravierende Sekundärschäden möglichst zu vermeiden.

Wie Leistungssportler an alte Erfolge anknüpfen konnten

Diese wird immer mehr angewendet, um die Regeneration im Leistungssport zu beschleunigen. So wurde auch der Kapitän der Österreichischen Fußballnationalmannschaft Julian Baumgartlinger nach zwei Knieoperationen erfolgreich mit der Kernspinresonanz – Therapie behandelt. Über den erfolgreichen Einsatz bei dem Rollstulbasketballer Dirk Passiwan berichtete auch die Deutsche Ärztezeitung und das ZDF.

Im Frühjahr 2017 litt Diana Dadzite an Schmerzen im Handgelenk. Es betraf ihre rechte Wurfhand. Im Februar 2017 begann Sie mit der MBST Kernspin-Resonanztherapie. Sie wurde schmerzfrei und konnte bei den paralympischen Leichtathletik Weltmeisterschaften im Juli 2017 in London teilnehmen. Dort gewann Sie im Speerwerfen die Goldmedaille mit Weltrekord. Ihrer Wurfhand geht es nach wie vor gut. Bei den gerade im August 2018 stattgefundenen Para-Leichtathletik Europameisterschaften in Berlin errang Sie erneut Goldmedaillen in ihren Paradedisziplinen.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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