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Das jameda-Interview: 9 Fragen an Dr. med. Albert Peters

Dr. Peters

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©PetersDr. med. Albert Peters praktiziert als Facharzt für Allgemeinchirurgie und Viszeralchirurg in München. (©Peters)Ärzte haben einen besonderen Blick auf die Welt der Medizin. Damit Patienten hinter die Kulissen des Gesundheitswesens blicken können, stellt jameda Herrn Dr. med. Albert Peters interessante Fragen zu seinen Erfahrungen als Chirurg.

jameda: Herr Dr. Peters, was hat sie motiviert, Arzt zu werden und warum haben Sie sich für Ihre Spezialgebiete entschieden? 

Dr. med. Albert Peters: Seit ich 14 Jahre alt war, wollte ich Chirurg werden. Die Inspiration habe ich in der Universitätsklinik in meiner alten Heimat bekommen. Bauch- und Darmchirurgie hat mich immer schon interessiert. Vor allem wegen der wissenschaftlich interessanten Krankheitsbilder und der notwendigen Zusammenarbeit mit anderen Fachdisziplinen. Gerade bei Tumoren und entzündlichen Darmerkrankungen bestehen Herausforderungen, die nicht trivial sind und einen ganz und gar beanspruchen. Im Rahmen der Ausbildung bin ich in einer Spezialklinik, der seinerzeit größten und ältesten Klinik für Koloproktologie und Darmchirurgie in Deutschland, ausgebildet worden. Über sie bin ich auch zu internationaler Erfahrung gekommen. Dafür bin ich immer noch dankbar. Die sehr hohe Zufriedenheit der Patienten und die anspruchsvollen Tätigkeiten haben mich dann an die Koloproktologie gebunden, ohne dass der Bezug zur allgemeinen Chirurgie verlorenging.

jameda: Worin liegt Ihr Tätigkeitsschwerpunkt und was macht diesen so besonders?

Dr. med. Albert Peters: In den letzten 15 Jahren war ich immer in leitender Position an verschiedenen Kliniken tätig. Zuletzt als Chefarzt in unserem schönen München. Aktuell möchte ich jetzt die Erfahrung der vielen Jahre in die Praxis einbringen und die Vorteile „beider Welten“ zu Gunsten der Patienten mit Darmproblemen miteinander vereinen. Mein Credo: Die Koloproktologie kann ohne die Einbettung in die Viszeralchirurgie nicht zur Entfaltung kommen. Daher muss der „gute“ Koloproktologe auch das große Ganze beherrschen.

jameda: Gibt es ein medizinisches Vorbild, das Ihre Laufbahn besonders geprägt hat?

Dr. med. Albert Peters: Mein erster chirurgischer Lehrer Prof. Hohlbach, ein gebürtiger Münchener, hat mich als chirurgischer Anfänger sehr geprägt. Seine konsequente Denk- und Arbeitsweise wollte ich übernehmen. Ebenso die Erkenntnis, dass der Mensch „von Montag bis Montag krank ist, und nicht von Montag bis Freitag…“ Viel gelernt habe ich auch bei meinen damaligen Oberärzten in der Koloproktologie in Recklinghausen, v. a. Eugen Berg, dem jetzigen Leiter des dortigen Referenzzentrums. Sie haben mir gezeigt, wie ein Chirurg mit Geschick und Beharrlichkeit, Schnelligkeit und Präzision schwierige Situationen ästhetisch lösen kann.

jameda: Gibt es in der Gegenwart Hilfen oder Neuerungen, die Ihnen Ihren Praxisalltag erleichtern können?

Dr. med. Albert Peters: Die modernen Informationstechniken und ihr Einsatz in der Logistik einer Praxis machen Vieles einfacher, so dass mehr Zeit für den Patienten bleibt. Informationsplattformen wie jameda erleichtern die Kontaktaufnahme und senken die Hemmschwelle bei Hilfesuchenden. Gute Arbeit soll auch transparent gemacht werden dürfen.

jameda: Wo sehen Sie in Ihrem Fachgebiet die größten Herausforderungen für die Zukunft?

Dr. med. Albert Peters: Ein großes Problem ist die Akquise medizinischen Fachpersonals, das betrifft aber alle Fachgebiete. Daneben sind die Folgen der Datenschutzbestimmungen für die meisten Patienten nicht nachvollziehbar. Für die Privatpraxis ist sicher die künftig zu erwartende Konkurrenz durch Klinikambulanzen und private MVZ relevant.

jameda: Was wird an Ihrem individuellen Umgang mit Ihren Patienten besonders geschätzt?

Dr. med. Albert Peters: Mir wird immer wieder der freundliche Umgangston, das offene Auftreten gegenüber jedermann und die persönliche Patientenbegleitung als positives Feedback gegeben.

jameda: Was schätzen Sie an Ihren Patienten besonders?

Dr. med. Albert Peters: Die sich mir anvertrauenden Patienten kommen aus jeder Altersklasse und leben einen modernen und gesellschaftsoffenen Lebensstil. Sie haben keine Vorbehalte, weil Sie spüren, dass sie nicht bevormundet und ihre Probleme ernstgenommen werden.

jameda: Gibt es ein besonderes Patientenerlebnis, das Sie nie vergessen werden?

Dr. med. Albert Peters: Vor etwa einem Jahr erschien eine seriöse ältere Dame, 80 Jahre, mit einem prekären Problem, das sie unter anderem daran hinderte, ihrem Hobby nachzugehen. Nachdem wir ihr geholfen haben, ist sie tatsächlich mit einer riesigen Harley-Davidson vorgefahren, die für sie mehr war als nur ein exotisches Fortbewegungsmittel. Das hat mich doch ziemlich beeindruckt.

jameda: Welchen Gesundheitstipp möchten Sie unseren Lesern mit auf den Weg geben? 

Dr. med. Albert Peters: Freude am Leben finden, nicht einseitig über die Stränge schlagen, ausgewogenes Körper-Geist-Verhältnis herstellen, was nicht immer leicht ist. Körperliche und geistige Aktivität mit ausgewogener Ernährung, wenig industriell gefertigtes Convenience-Food, selbst oder mit Freunden und Familie kochen und bewusst leben.

Zur Person:

55 Jahre, geboren in Düsseldorf, Studium in Antwerpen, Belgien und Bochum. Ausbildung an Universitätsklinik und Maximalversorger, Aufenthalt an der Mayo-Clinic Rochester, USA, Facharzt für Chirurgie, Visceralchirurgie und Proktologie, Fellow of European Board of Surgery, seit 15 Jahren in leitender Position, davon 7 Jahre als Chefarzt, zuletzt an der Helios-Klinik München Perlach.
Dr. Peters ist Vater zweier erwachsener Töchter, vielseitig interessiert (Sport, Golf, Segeln, Jagd). Vorliebe für die bayerische Lebensart und regionale Küche, Mitglied bei den bayerischen Gebirgsschützen, aber auch für die mediterrane Lebensweise, Küche und regionale Produkte.

Zur Praxis:

Im denkmalgeschützten Gebäude von 1905 liegt die alteingesessene Praxis mit besonderem Flair und ruhiger Atmosphäre. Die im Retro-Stil belassenen Praxismerkmale zeugen von einer bewährten generationsübergreifenden Medizin, für die wir stehen, verbunden mit modernen Elementen und zeitgemäßer Logistik.
Es gibt keine Massenabfertigung, jeder erhält ausreichend Zeit und Raum für die Behandlung und das Gespräch.
Wir stehen für eine hoch spezialisierte, individuelle Medizin auf dem Boden wissenschaftlicher Erkenntnisse.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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