Das jameda-Interview: 9 Fragen an Priv.-Doz. Dr. med. Farhad Mazoochianinfo_plain_20gr

Dr. med. Farhad Mazoochian praktiziert als Orthopäde und Unfallchirurg in Kaltenkirchen. (© Mazoochian)

Ärzte haben einen besonderen Blick auf die Welt der Medizin. Damit Patienten hinter die Kulissen des Gesundheitswesens blicken können, stellt jameda Herrn Dr. med. Farhad Mazoochian interessante Fragen zu seinen Erfahrungen als Orthopäde.

jameda: Dr. med. Mazoochian, was hat Sie motiviert, Orthopäde zu werden, und warum haben Sie sich für Ihre Spezialgebiete entschieden? 

Dr. med. Mazoochian: Die Kommilitonen haben mich ausgelacht, als ich meinen Berufswunsch nannte: Orthopäde. Doch nachdem ich mir das Kreuzband, Innenband und den Innenmeniskus beim Fußballspielen gerissen hatte, war für mich (U18-Nationalspieler) aus dem Iran klar: Das Knie ist kaputt, der Traum vom Profifußball ist dahin – dann werde ich Sportarzt.

Ich war bereits nach dem Physikum (Vorprüfung nach vier Semestern) fest entschlossen, meinen Weg zu gehen. Ich schrieb meine Doktorarbeit an der Ludwig-Maximilians-Universität in München auf dem Gebiet „Sportmedizin“ und wollte Kniespezialist zu werden. Es folgten fünf Jahre Orthopädie in meiner neuen bayerischen Heimat und zwei Jahre Chirurgie an der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik in Frankfurt am Main. Dann ging es mit meinem Münchener Chef nach Rostock. Als Facharzt kam ich wieder in die Isar-Metropole. 2004 wurde ich Oberarzt und 2007 Sektionsleiter der Endoprothetik Hüfte und Knie am LMU-Klinikum Großhadern München.

jameda: Worin liegt Ihr Tätigkeitsschwerpunkt und was macht diesen so besonders?

Dr. med. Mazoochian: Ich mache Hüftendoprothetik und Kniegelenkchirurgie (Knieathroskopie, Kreuzbandchirurgie, Umstellungsosteotomie bei Beindeformitäten, Schlittenprothese, Knieprothese aber auch Wechselprothesen), also Ich biete das komplette Spektrum von Knieoperationen an.

Durch die Spezialisierung sowie klinische und wissenschaftliche Expertise möchte ich auf hohem Niveau Qualität anbieten. In den letzten zwanzig Jahren habe ich über 4.500 Eingriffe im Bereich der Hüft- und Knie-Endoprothetik durchgeführt.


jameda:
Gibt es im medizinischen Bereich ein Vorbild, das Ihre Laufbahn besonders geprägt hat?

Dr. med. Mazoochian: Ja, Prof. Jansson, mein ehemaliger Chef in München, der als mein Mentor fungiert hat und mich in jeder Hinsicht sowohl wissenschaftlich-klinisch, aber auch menschlich unterstützt hat.  

jameda: Gibt es aktuell Hilfen oder Neuerungen, die Ihnen Ihren Praxisalltag erleichtern können?

Dr. med. Mazoochian: Der operative Schwerpunkt ist ein Teil meiner Tätigkeit. Ein großer Teil ist auch die konservative Therapie der Arthrose, Behandlung der Sportverletzungen, Osteoporosediagnostik und -therapie und auch zu erwähnen die Diagnostik der Fußdeformitäten mit Pedographie (dynamische Gangbildanalyse).

Deshalb haben wir neue Ansätze in der Behandlung der Sportverletzungen mit fokussierter Stoßwellentherapie, Arthrosebehandlung mit Hyaluronsäuretherapie und Knochendichtemessung (DXA) mit medikamentöser Osteoporosetherapie. 

jameda: Wo sehen Sie in Ihrem Fachgebiet die größten Herausforderungen für die Zukunft?

Dr. med. Mazoochian: Die Motivation im medizinischen Beruf bei der jungen Generation zu erwecken, damit das Interesse an den Patienten und die Begeisterung für die Medizin erhalten bleiben. Man sollte nicht aus finanziellen Beweggründen Medizin studieren oder weil das Ansehen in der Gesellschaft recht hoch ist.

In der Orthopädie und Unfallchirurgie ist der Erfolg des Berufs zum größten Teil direkt mit der Behandlung verbunden, das gibt Ihnen Kraft. Die physische Belastung ist groß. Orthopädie ist Handwerk mit Herz und Verstand.

jameda: Was wird an Ihrem individuellen Umgang mit Ihren Patienten besonders geschätzt?

Dr. med. Mazoochian:

  • Zeit für Patienten haben
  • Freundlichkeit
  • Kompetenz

 

jameda: Was schätzen Sie an Ihren Patienten besonders?

Dr. med. Mazoochian: Vor allem das Vertrauen, das sie in mich setzen:

jameda: Gibt es ein besonderes Patientenerlebnis, das Sie nie vergessen werden?

Dr. med. Mazoochian: Ja, Patienten mit schwerer Arthrose an Hüft- oder Kniegelenken, die kaum imstande sind, zu gehen, aber nach einer erfolgreichen Operation wieder auf die Beine kommen und ihre Lebensqualität wieder bekommen.

jameda: Welchen Gesundheitstipp möchten Sie unseren Lesern mit auf den Weg geben?

Dr. med. Mazoochian:

  • Gesundes Maß an Bewegung mit Koordinationsübungen
  • Gewichtkontrolle mit ausgewogener Ernährung
  • Risikofaktoren ernst nehmen, ihnen vorbeugen und ggf. behandeln (Thema Osteoporose, Arthrose)

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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