Das jameda-Interview: 9 Fragen an Herrn Dr. med. Markus Bachmeier

Dr. Bachmeier

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© Dr. BachmeierHerr Dr. med. Markus Bachmeier im jameda-Interview (© Dr. Bachmeier)Ärzte haben einen besonderen Blick auf die Welt der Medizin. Damit Patienten hinter die Kulissen des Gesundheitswesens blicken können, stellt jameda Dr. med. Markus Bachmeier interessante Fragen zu seinen Erfahrungen als Orthopäde und dem Umgang mit Patienten.

jameda: Herr Dr. Bachmeier, was hat sie motiviert, Orthopäde & Unfallchirurg zu werden?
Herr Dr. Bachmeier: Ich glaube, dass durch meine eigenen Erfahrungen als Leistungssportler in der Jugend früh mein Interesse an der Orthopädie geweckt wurde. Auch die Kombination meiner Interessen aus Medizin und Technik finde ich auf dem Gebiet der Orthopädie vereint.

jameda: Was macht Ihnen im Praxisalltag am meisten Freude? Wo sehen Sie die größten Herausforderungen?
Herr Dr. Bachmeier: Freude macht es mir die verschiedensten Menschen kennen lernen zu dürfen und wenn mich ein Patient nach einer geraumen Zeit einfach mal wieder besucht, nur um mir mitzuteilen, dass es ihm seit der Behandlung gut ergeht, ist das für mich die schönste Bestätigung weiter zu machen.

jameda: Welchen Vorurteilen begegnen Sie häufig in Ihrer Praxis?
Herr Dr. Bachmeier: Wenn ich vom Patienten höre, dass die Beschwerden schon lange bestehen, aber man hätte ihm gesagt, da könne man nicht machen, obwohl bei rechtzeitiger Therapie Schlimmeres verhindert werden hätte können.

jameda: Manche Krankheiten und Therapien sind unangenehm und verlangen viel Durchhaltevermögen vom Patienten. Was raten Sie Patienten in solchen Situationen?
Herr Dr. Bachmeier: Den Patienten zu motivieren und vor der Verzweiflung zu schützen ist manchmal tatsächlich die größte ärztliche Herausforderung. Ich rede mit den Patienten, zeige ihnen auch die kleinen Fortschritte, die die Richtigkeit und Sinnhaftigkeit der eingeschlagenen Therapie deutlich machen.

jameda: Wie reagieren Sie, wenn Sie merken, dass ein Patient Ihren Therapieplan nicht befolgt?
Herr Dr. Bachmeier: Ich sehe mich nicht nur als Mediziner und Arzt, sondern auch als Berater des Patienten. Deshalb lege ich Wert darauf, dass der Patient die Erkrankung oder Verletzung, unsere Therapie und die Nachbehandlung wirklich versteht. Meine Patienten wissen, dass sie mitwirken müssen und ein Stück des Erfolges selbst in der Hand haben.

jameda: Wenn Sie das Gesundheitssystem ändern könnten, was würden Sie als Erstes tun?
Herr Dr. Bachmeier: Ich würde mir ein gerechtes zukunftsorientiertes System wünschen und den Lobbyismus entmachten.

jameda: Kein Mensch ist perfekt. In welchen Bereichen haben Ärzte Ihrer Meinung nach Verbesserungspotential?
Herr Dr. Bachmeier: Die Kommunikation und der kollegiale Austausch ist meiner Meinung nach im Sinne des Patienten und zur weiteren Verbesserung der Qualität ein wichtiges Instrument, das aus standespolitischen Gründen oder aus Furcht vor Konkurrenz noch ausbaufähiger wäre. In unserem kleinen Netzwerk mit Kollegen der verschiedensten Fachrichtungen, mit denen ich eng zusammenarbeite, funktioniert das äußerst gut. Ich bin überzeugt, dass dies im Großen auch für das gesamte Gesundheitssystem vorteilhaft wäre. Aber es erfordert auch den Mut zur Offenheit und Transparenz.

jameda: Die Welt der Medizin verändert sich ständig. Gibt es neue Therapieverfahren oder Gerätschaften, die Sie in Ihrer Praxis anwenden?
Herr Dr. Bachmeier: Mit dem individualisierten Gelenksersatz am Knie ist meiner Meinung nach der größte Durchbruch in der Entwicklung der Endoprothetik in den letzten Jahren gelungen. Ich selbst kann diesen positiven Trend durch eigene Erfahrungen nur bestätig.
Zur ambulanten Therapie kommt in meiner Praxis ein hoch innovatives, fokussierendes Stoßwellengerät zur Anwendung.
Und mit unserem hochauflösenden diagnostischen Ultraschallgerät (Frauen kennen diese Technik aus der Pränataldiagnostik des ungeborenen Kindes) können ohne Strahlenbelastung unmittelbar in der Sprechstunde sogar kleinste Schäden an den Gelenken erkannt werden.© Dr. BachmeierAlltag in der Gemeinschaftspraxis von Dr. Bachmeier (© Dr. Bachmeier)

jameda: Welchen Gesundheitstipp möchten Sie unseren Lesern mit auf den Weg geben?
Herr Dr. Bachmeier: Wer rastet, der rostet, aber nicht übertreiben – die eigenen Grenzen erkennen. Tägliche häusliche, dosierte und regelmäßige Bewegungsübungen in Eigenregie (nur ca. 20 min.) sind viel erfolgreicher als einmal in der Woche das schlechte Gewissen im Fitnesscenter zu beruhigen.

Zur Person

Dr. Markus Bachmeier studierte in München und in der Schweiz. Nach Stationen unter anderem in Zürich und bei Regensburg wurde er 2011 Teil der Gemeinschaftspraxis in München. Hier ist Dr. Bachmeier als Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Sportmedizin, Chirotherapie, Röntgendiagnostik, als auch als Belegarzt mit stationären und ambulanten Operationen niedergelassen.

Zur Praxis

Die derzeitige Gemeinschaftspraxis wird zum Jahresende aufgelöst.
Ab Januar 2016 werden Sie mich unter einer neuen Adresse im Zentrum Münchens in eigener Praxis wieder finden und erreichen. Zu gegebener Zeit werde ich die Neue Praxisadresse der „orthopädischen Praxis Dr. Markus Bachmeier“ bekannt geben.

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