Das jameda-Interview: Zu Besuch bei Dr. med. Wolfgang-Peter Krapfinfo_plain_20gr

© Dr. med. Wolfgang-Peter Krapf

Was war für Sie der Beweggrund, Orthopäde zu werden?

Grundsätzlich bin ich Arzt geworden, um Menschen zu helfen. Sehr früh fand ich während des Studiums im Rahmen eines Praktikums den Weg zur Orthopädie. Hier wurde ich durch meinen ehemaligen Chef und langjährigen Arzt unserer Fußballnationalmannschaft, Prof. Dr. med. Heinrich Hess geprägt. Dieses Wissen und die vermittelte Erfahrung konnte ich bei der eigenen Betreuung nicht nur von Leistungssportlern erfolgreich umsetzen.

Wann und warum haben Sie sich dazu entschlossen, sich auf die konservative Behandlung der Arthrose zu spezialisieren?

Arthrose ist neben dem Rückenschmerz die zweithäufigste Erkrankung in der Orthopädie. Hier fließen meine Erfahrungen, Fortbildungen und Zertifizierungen wie Naturheilverfahren, Ernährungsmedizin, Osteologe und Therapeut in der Mikronährstoffmedizin ein. Nachdem ich bereits bundesweit für Ärzte und Heilpraktiker Arthrosefortbildungen gehalten habe, halte ich regelmäßig Vorträge für Betroffene in den umliegenden Volkshochschulen sowie in der Praxis, da eine erforderliche Beratung nicht in der “normalen“ Sprechstunde geleistet werden kann. Am 14. Februar erhielt ich von der Deutschen Gesellschaft für Arthrosemanagement als bundesweit erste Praxis das Zertifikat Arthrosezentrum – Orthopädie nach DGFAM e.v., verliehen. Zum Einsatz kommen neben schulmedizinische Methoden unter anderem auch Kernspint-Resonanz-Therapie, Hyaluronsäure, Lasertherapie, 3D Wirbelsäulenvermessung, Muskelmessung, Gangbildanalyse, Eigenblutbehandlung, Magnetfeldtherapie. Über meine diesbezüglich erfolgreiche Tätigkeit wurde auch bereits im Fernsehen wie auch in der Ärztezeitung berichtet.

Wo sehen Sie die größte Herausforderung in ihrer Arbeit?

Die richtige Diagnose zu stellen und die geeignete Therapie einzuleiten. Die operative Tätigkeit habe ich vor über 20 Jahren aufgegeben und mich rein konservativen Therapien verschrieben. Zur Verhinderung oder zumindest Aufschiebung operativer Eingriffe werden von mir spezielle Therapieverfahren angewandt. Nicht alle sind hierbei eine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen.

Womit dürfen Ihre Patienten bei Ihnen rechnen?

Meine Patienten dürfen damit rechnen ernst genommen zu werden. Außerdem biete ich mein gesamtes Wissen und meine Erfahrung zur Beratung an. Manchmal gibt es mehrere geeignete Wege. Neben schulmedizinischen herkömmlichen Behandlungsmethoden gibt es auch alternative Methoden wie Kernspinttherapie oder Stoßwellen. Eine zunehmende Herausforderung ist es leider mit den zunehmenden bürokratischen Anforderungen und damit limitierten zeitlichen Möglichkeiten zurechtzukommen und möglichst dennoch vielen Patienten zu helfen.

Was würden Sie sich von Ihren Patienten wünschen?

Von meinen Patienten wünsche ich mir eine realistische Erwartungshaltung und manchmal etwas mehr Geduld. Mehr Verständnis und kein übersteigertes Anspruchsdenken. Ich kann nicht alles, ich kann es nicht jedem Recht machen und ich kann auch nicht zaubern. Ich gebe mir aber größte Mühe, es dennoch zu versuchen. Ich wünsche mir deshalb, dass Patienten mehr Verständnis füreinander aber auch für meine Helferinnen und mich haben, wenn es in meiner Sprechstunde etwas länger dauert. Wir sind bemüht den hohen Patientenzulauf zu kanalisieren, dies gelingt leider zugegebenermaßen nicht immer. Nicht jede schwierige Beratung oder Diagnosefindung ist auf die Minute planbar, insbesondere nicht die Notfälle, mit denen ich als Durchgangsarzt immer rechnen muss.

Was zeichnet Sie als Arzt aus?

Menschlichkeit. Dies spiegelt sich auch in vielen vorliegenden Bewertungen wieder. Ich versuche allen, die sich mir anvertrauen ein guter Arzt zu sein. Ich muss niemandem etwas beweisen und kann so nach bestem Wissen und Gewissen meine Empfehlung aussprechen. Einige sagen ich wäre sehr analytisch und zielstrebig, andererseits sehr besonnen und individuell in meinen Therapievorschlägen und besonders, wenn es um Sinn und Unsinn operativer Behandlungen geht. Durch Fortbildungen und Zertifizierungen in orthomolekularer Medizin, Naturheilverfahren, Osteologie und Ernährungsmedizin geprägt, bemühe mich deshalb auch als Orthopäde um ein ganzheitliches Denken. Die größte Herausforderung in meiner Tätigkeit sehe ich darin, die richtige Diagnose zu stellen. Als Folge daraus ist es eine ebenso große Aufgabe den Patienten die richtige Therapie ans Herz zu legen, damit sie möglichst wieder vollständig gesund werden. Ich habe keine Probleme mit Zweitmeinungen, mitunter dränge ich meine Patienten dazu, um das Vertrauen zu untermauern. Zweitmeinungen sind kein Verlust für Ärzte, die die Erstmeinung gegeben haben. Kritische Zweitmeinungen sind hier wichtig und für einen Diagnostiker kein Problem sondern eine Bereicherung, eine persönliche Untersuchung und Beratung des Patienten vorausgesetzt.

Was ist Ihnen persönlich bei Ärzten wichtig?

Eine gute kollegiale Zusammenarbeit liegt mir besonders am Herzen. Ziel muss es sein zu einer gut abgesicherten Diagnose zu kommen, um darauf basierend eine vernünftige Therapie anbieten zu können. Diese sollte möglichst hohe Chancen auf Heilung bieten oder zumindest das Leiden verringern. Jeder Arzt sollte um seine eigenen Fähigkeiten wissen, aber auch seine Grenzen einschätzen können.

Ihre Praxis wird von zahlreichen Sportlern frequentiert, weshalb beschäftigen Sie sich aber auch so intensiv mit der Osteoporose?

Seit vielen Jahren betreue ich Leistungssportler und Amateursportler in meiner Praxis. Das hängt auch mit meiner Ausbildung durch den ehemaligen langjährigen Fußballnationalmannschaftsarzt Herrn Prof. Dr. med. Hess zusammen. Als nichtoperativ tätiger Orthopäde habe ich mich auch sehr intensiv mit dem Thema Osteoporose auseinandergesetzt und schon frühzeitig die Zusatzqualifikation Osteologe DVO erworben. Regelmäßig halte ich Osteoporosevorträge für Kollegen und Betroffene. Im Mai 2011 erhielt ich vom Dachverband Osteologie (DVO) das Zertifikat ambulantes osteologisches Schwerpunktzentrum. Die DVO zertifiziert damit solche Facharztpraxen, die sich schwerpunktmäßig der Versorgung osteologischer Erkrankungen z.B. der Osteoporose widmen und hier in besonderer Weise über Kenntnisse und Erfahrungen bei der Vorbeugung und Versorgung der Osteoporose verfügen.

Wie haben Sie den Weg zu Naturheilverfahren und Ernährungsmedizin gefunden?

Für einen Orthopäden verfüge ich sicherlich über die eher untypischen Zusatzqualifikationen Naturheilverfahren und Ernährungsmedizin mit der Zertifizierung Schwerpunktpraxis Ernährungsmedizin. Als selbst Übergewichtiger (in Spitzenzeiten 190 Kg) kenne ich die Probleme bestens, als Arzt die gesundheitlichen Risiken umso mehr. Mein alter Chef prophezeite mir damals “wenn Sie so weitermachen, sind Sie bald tot! Denken Sie an Ihre Familie!“ Gewisse Ernährungsgewohnheiten mochte ich dennoch nicht aufgeben. Eine gewisse Lebensqualität sollte erhalten bleiben. Also habe ich einen eigenen Weg aus dem Dilemma gesucht. Nach einer Studie schenken Übergewichtige ihrem Arzt mehr Vertrauen, wenn dieser selbst mit den Kilos zu kämpfen hat. Bei den ärztlichen Ratschlägen zur Bewegung und Gewichtskontrolle steigt das Vertrauen der Patienten ebenfalls mit dem ärztlichen BMI. So vertrauen 87% der Probanden mit Übergewicht einem übergewichtigen Arzt. Dies möchte ich aufgrund eigener Erfahrungen vermitteln. Die Bedeutung naturheilkundlicher, homöopathischer und pflanzlicher Präparate hat eine zunehmende Bedeutung im Leistungssport. Schon während meiner Ausbildung lernte ich sehr früh, auf den Einsatz von Kortison zu verzichten. Gerade im Leistungsport hat die „natürliche Medizin“, nicht schon alleine aufgrund der Dopingsicherheit Vorrang. Und was sich beim Leistungssport bewährt hat, ist auch für den verletzten Freizeitsportler nützlich.

Zur Person

© Dr. med. Wolfgang-Peter Krapf
Ich bin Orthopäde und seit über 20 Jahren in eigener Praxis tätig. Ausgebildet durch den langjährigen Arzt unserer Fußballnationalmannschaft Herrn Prof. Dr. med. Heinrich Hess betreue ich seit über 20 Jahren Leistungssportler. So durfte ich als Mannschaftsarzt die deutsche Meisterschaft im Frauenhandball der Trierer Miezen sowie mit dem SV Grevenmacher die bisherige einzige luxemburgische Meisterschaft im Fußball feiern. Mit Eintracht Trier konnte ich 2.-Liga-Luft schnuppern.

Zur Praxis

Die Praxis ist sowohl mit öffentlichen Verkehrsmitteln, als auch mit dem eigenen Pkw gut zu erreichen. Über 200 Parkplätze stehen im Konstantinparkhaus, nahe C&A zur Verfügung. Dieses ist direkt mit dem Praxisgebäude verbunden, sodass die Praxis mit dem Fahrstuhl, der ebenerdig vom Parkhaus erreicht wird, auch von gehbehinderten Patienten angesteuert werden kann. Zur technischen Ausstattung gehören unter anderem: digitale Röntgenanlage, moderne Sonografiegeräte, Stoßwellengerät, Magnetfeldspulen, Lasertherapiegeräte, Kernspintherapiegeräte.

 

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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