Die Heilkraft des eigenen Blutes nutzen: Die Eigenblutbehandlung mit der ACP-Methode

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©fotolia-photo 5000Um Gelenkschmerzen zu behandeln gibt es viele Möglichkeiten, z.B. die Behandlung mit Eigenblut (©fotolia-photo 5000)Gelenkverschleiß gilt als Volkskrankheit. Die Deutsche Arthrose-Gesellschaft geht davon aus, dass etwa 5 Millionen Bundesbürger unter Gelenkschmerzen in Knien, Hüften, Schultern, Sprunggelenken oder der Wirbelgelenke leiden - Ältere und Sportler häufiger als jüngere Menschen. Übergewichtige leiden naturgemäß besonders unter schmerzhaften Gelenkbeschwerden.

Was kann ich bei Gelenkproblemen tun?

Mediziner raten in diesem Fall, dringend Gewicht abzunehmen. Zusätzlich werden sportliche Betätigungen ohne Belastung, wie z.B. Radfahren, gezielte Physiotherapie und Schmerzmittel verordnet. Wenn diese Maßnahmen nicht wirksam sind, bleibt nur noch eine Operation, in der ein Ersatzgelenk in den Körper eingebaut wird.

Wie funktioniert die Behandlung mit Eigenblut?

In der Naturheilkunde wird seit Jahrhunderten das körpereigene Blut zur Behandlung vieler Erkrankungen genutzt. In diesen Fällen wird das Blut aus einer Vene entnommen und in den Gesäßmuskel injiziert. Dieses Verfahren soll die Selbstheilung des Patienten aktivieren, indem der auf diese Weise künstlich erzeugte Bluterguss vom Immunsystem des Körpers abgebaut und aufgelöst wird. Dieser Vorgang soll dafür sorgen, mehr körpereigenes Kortison zu erzeugen, sodass es sich auch in anderen Teilen des Körpers auswirken kann.

© pixelstoreDas Eigenblut wird in die betroffene Stelle gespritzt, um einen künstlichen Bluterguss zu erzeugen (© pixelstore)Was ist die ACP-Methode?

Manche Therapeuten sprechen jetzt von einer ganz neuen Methode der Eigenblut-Behandlung, die "ACP" genannt wird, was für " autologes conditioniertes Plasma " steht. Dabei wird Blut, das der Armvene entnommen wird, in einer Zentrifuge geschleudert, sodass Bluteiweiß und Blutkörperchen getrennt werden.

Im Plasma befinden sich Blutplättchen und Wachstumsfaktoren, die Entzündungen abbauen und für die Heilung der Gelenke wichtig sind. Durch den Schleudervorgang in der Zentrifuge werden diese Zellen aktiviert und in konzentrierter Menge direkt an die betroffene Stelle in den Körper des Patienten injiziert. Das kann je nach Beschwerden ein Knie-, Hüft- oder Schultergelenk sein oder auch Wirbelgelenke in allen Wirbelsäulenbereichen.

Wo wird die ACP-Methode angewandt?

Die Wachstumsfaktoren sollen entzündungshemmend wirken und so die Regeneration und Stabilisation des Gelenkes anregen. Nebenwirkungen sind nicht zu erwarten, weil es sich um Bestandteile des eigenen Blutes handelt.

Das ist auch der Grund, warum Leistungssportler diese Therapieform begrüßen. Diese Sportler dürfen nämlich keine Medikamente benutzen, die auf der Doping-Liste für verbotene Arzneimittel stehen, wie z.B. der Wirkstoff Kortison, der entzündungshemmend wirkt. ACP kann auch bei Verletzungen der Sehnen und Faserrissen der Muskeln eingesetzt werden.

Je nach Schweregrad der Erkrankung sind 5 - 10 Behandlungen nötig und gegebenenfalls weitere Auffrisch-Behandlungen. 

Die ACP-Therapie wird von den gesetzlichen Krankenkassen noch nicht übernommen, bei privaten Patienten lohnt sich jedoch oft eine Anfrage.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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