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Feingold wirkt gegen Arthrose: So funktioniert die Goldimplantation

Dr. Endrizzi

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© psdesign1 - fotoliaDie Anwendungsgebiete für Feingold bei Arthrose sind sehr vielseitig. (© psdesign1 - fotolia)Die Goldimplantation ist ein Verfahren zur Schmerzbehandlung von Gelenken bei Menschen und Tieren mit Arthrosezeichen und zählt derzeit zur Alternativmedizin. Für die Wirkung an Menschen wurden erste vielversprechende Ergebnisse durch Pilotstudien für einige Gelenke erbracht.


Wo wird sie angewendet?

Nicht nur bei Arthrose – die Goldimplantation wird grundsätzlich bei degenerativen, traumatischen oder entzündlichen Gelenkveränderungen angewendet, die mit Schmerzen einhergehen. Dazu gehören z. B.

  • Knie
  • Hüfte
  • Finger
  • Zehen
  • Rücken (Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule)
  • Schulter
  • Sprunggelenk

Hauptziele sind die Bewegung aufzubauen und den Schmerz zu beseitigen, indem die Entzündung eingedämmt wird.

Der dänische Arzt Dr. Hans Kryger Kjerkegaard aus Aarhus hat die Goldimplantation erstmals 1996 am Menschen angewendet, bisher ca. 9.000 Mal (Stand 2018). Mittlerweile wenden auch Ärzten in Deutschland und Österreich diese Methode an.


Wie funktioniert das?

Bei der klassischen Goldimplantation werden kleine zylindrische Feingoldsegmente (ca. ein bis zwei Millimeter lang) von einem Millimeter Durchmesser gelenknah implantiert. Die Segmente werden in lokaler Betäubung mit einer Hohlnadel rund um das Gelenk eingebracht. Die Stücke liegen außen an der Gelenkkapsel, nicht im Gelenk. Die Anzahl schwankt je nach Gelenk zwischen zehn und fünfzig Stück. Die Goldsegmente bleiben nach der Operation an Ort und Stelle und wandern nicht.


Warum funktioniert das? 

Auf molekularbiologischer Ebene werden verschiedene Wirkungsmechanismen des Goldes diskutiert. Im Jahr 2002 gelang erstmals der Nachweis, dass bei der Implantation Goldionen in das umliegende Gewebe freigesetzt werden.

Das Immunsystem scheint beeinflusst zu werden, wenn reines Gold eingebracht wird. Grundlagenstudien zeigen: Gold verhindert, dass aus den Immunzellen das Cytokin HMGB1 austritt, das die Entzündungsreaktion mit auslöst. Ferner konnte ein Forscherteam tierexperimentell Goldionen in Mastzellen (Immunzellen) und Makrophagen (Fresszellen) nachweisen. 2012 konnte auch ein genregulatorischer, immunmodulierender Effekt von Goldionen nachgewiesen werden. Der exakte biochemische Ablauf der antientzündlichen Wirkung des Goldes ist jedoch noch unbekannt.


Welche Risiken gibt es?

Nebenwirkungen oder Allergien auf reines Gold (Feingold) wurden bisher nicht beschrieben. Nur bei Goldsalzen und Goldlegierungen, wie sie in der Zahnmedizin oder bei Kunstgelenken eingesetzt werden, sind Nebenwirkungen in Form von Unverträglichkeitsreaktionen und Typ-4-Allergien beschrieben worden.

Gelegentlich treten Blutergüsse nach der Implantation auf, die jedoch normalerweise vollständig verschwinden. Ebenso kann es unmittelbar nach dem Eingriff zu leichtem Schwindel oder Pulsanstieg durch das lokale Betäubungsmittel kommen, diese Symptome bilden sich ebenfalls vollständig zurück.


Wie geht es nach der Goldimplantation weiter?

Die Einstichstellen verheilen meist schnell. Sie können am nächsten Tag duschen und sich ohne Einschränkungen verhalten und bewegen. Der Wirkungseintritt des Goldes ist von Patient zu Patient sehr unterschiedlich und liegt zwischen wenigen Tagen und mehreren Monaten.


Kann ich nach der Goldimplantation noch geröntgt oder weiterbehandelt werden?

Die Goldimplantate sind auf konventionellen Röntgenbildern als weiße Stückchen sichtbar. Im MRT sieht man sie meistens nicht, da Gold nicht magnetisch ist. Wenn eine MRT-Schnittebene exakt durch ein Goldimplantat durchgeht, kann man dieses als "Schatten" erkennen.
Weiterführende Behandlungen sind möglich. Auch Operationen werden nicht beeinflusst, da sich die Goldstücke im Bindegewebe "verstecken".


Literatur für Interessierte

  1. Danscher, G.: In vivo liberation of gold ions from gold implants: autometallographic tracing of gold in cells adjacent to metallic gold. Histochem Cell Biol. (2002) Nr.117, S.447-452. 
  2. Zainali, K., Danscher, G., Jakobsen, T., Jakobsen, S. S., Baas, J., Moeller, P., Bechtold, J. E., Soballe, K.: Effects of gold coating on experimental implant fixation. Journal of Biomedical Materials Research 2009; 88: 274-280. 
  3. Larsen, A., Kolind, K., Pedersen, D. S., Doering, P., Ostergaard Pedersen, M., Danscher, G., Penkowa, M., Stoltenberg, M.: Gold ions bio-released from metallic gold particles reduce inflammation and apoptosis and increase the regenerative responses in focal brain injury. Histochem Cell Biol 2008; 130: 681-692. 
  4. Pedersen, M. O., Larsen, A., Pedersen, S. P., Stoltenberg, M., Penkowa, M.: Metallic gold reduces TNF-expression, oxidative DNA damage and pro-apoptotic signals after experimental brain injury. Brain Res 2009; 1271: 103-113. 
  5. Larsen, A., et al: Gold ions bio-released from metallic gold particles reduce inflammation and apoptosis and increase the regenerative responses in focal brain injury. Histochem Cell Biol (2008) Nr. 130, S. 681-692.
  6. Pedersen, M. O., Larsen, A., Pedersen, D. S., Stoltenberg, M., Penkova, M.: Metallic gold treatment reduces proliferation of inflammatory cells, increases expression of VEGF and FGF, and stimulates cell proliferation in the subventricular zone following experimental traumatic brain injury. Histol Histopathol. (2009) Vol. 24, S. 573-586. 
  7. Seifert, O., Matussek, A., et al.: Gene expression profiling of macrophages: Implications for an immunosuppressive effect of dissolucytotic gold ions. Journal of Inflammation (2012) Nr. 9.
  8. Kjerkegaard, H., Kirkeby, R., et al.: Double-Blinded, Placebo-Controlled Trial of the Pain-Relieving Effect of Gold Bead Implantation on Cervical Osteoarthritis. Med. Acup. (2011) Vol. 23, Nr. 2, S. 87-91.
  9. Nejrup, K., Olivarius, N., Jacobsen, J. L., Siersma, V.: Randomised controlled trial of extraarticular gold bead implantation for treatment of knee osteoarthritis: a pilot study. Clin Rheumatol. (2008) Nr. 27, S. 363-369.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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