Kortisoninfiltration bei adhäsiver Capsulitis – Frozen Shoulder

Die Behandlung der Frozen Shoulder mit Kortisoninfiltration ist sehr effektiv. (© Hain)

Die "Frozen Shoulder" beschreibt einen Zustand aus Schulterschmerzen und -steifigkeit. Dieser Artikel behandelt die möglichen Ursachen, die ersten Symptomen und welches Behandlungskonzept Erfolg verspricht.

Woran erkennt man die "Frozen Shoulder"?

Die Einsteifung der Schulter oder "Frozen Shoulder" beginnt unspektakulär und schleichend. Meistens bemerken die Patienten*innen nur einen geringen Schmerz bei bestimmten Alltagsaktivitäten.

Schmerzhafte Bewegungen, die vorher nicht aufgefallen sind, rücken immer mehr in den Vordergrund. Ein vorangegangener Unfall muss nicht zwingend sein. Ein Sturz auf die Schulter oder auf den ausgestreckten Arm kann jedoch der Auslöser der Symptomatik sein.

Für viele Patienten*innen stellt die schmerzhafte Bewegungseinschränkung ein großes Problem mit erheblichem Leidensdruck und Verlust der Lebensqualität dar. Eine Einsteifung der Schulter kann sich in der Folgezeit entwickeln, wenn die Diagnostik und Therapie bei einem/r Spezialisten*in zu spät oder gar nicht durchgeführt wird.

Meistens liegt eine Frozen Shoulder auf dem Boden einer anderen Schultererkrankung vor, z. B. einer Kalkschulter oder einem Impingement-Syndrom. Seltener ist die Capsulitis ohne erkennbare Ursache anzutreffen. Vor allem Frauen im mittleren Alter scheint dies zu betreffen.

 

Wichtig ist der frühe Beginn der Behandlung

Es gilt immer: Umso früher eine passende Behandlung begonnen wird, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit einer folgenlosen Ausheilung. Also zögern Sie nicht, frühzeitig eine/n Experten*in aufzusuchen. Es zahlt sich aus!

In der Akutphase können Kortisoninfiltrationen eine deutliche Beschwerdelinderung bewirken. Wichtig sind vor allem die Wahl der geeigneten Infiltrationstechnik, die richtigen Wirkstoffe und die Häufigkeit der Infiltrationen. Dann treten im Grunde keine nennenswerten Nebenwirkungen auf und der Teufelskreis aus Schmerzen und Schonhaltung wird unterbrochen.

In seltenen Fällen kann es bei Verabreichung von Cortison zur sogenannten "Flush-Symptomatik" kommen. Dann können ein Hitzegefühl im Körper und eine Gesichtsrötung wahrgenommen werden. Diese Symptome bilden sich meistens nach einem Tag wieder vollständig zurück. Auch wenn oft eine Abneigung gegenüber Cortisoninjektionen besteht, gibt es doch selten eine effektivere Akuttherapie.

Diese Behandlungsmethoden helfen zusätzlich

Um eine Frozen Shoulder optimal behandeln zu können, ist jedoch ein integriertes Behandlungskonzept nötig. Die Patienten*innen sollten mit mehrwöchigen Terminen rechnen. Dazu gehören u. a. verschiedene Geräteanwendungen, Kräftigungs- und Bewegungsübungen für die Schulter sowie eine begleitende entzündungshemmende Therapie mit Medikamenten und antioxidativen Supplementen.

Auch im Rahmen der Physiotherapie sollten Therapeuten mit Fokus auf Schultererkrankungen zum Einsatz kommen, um die Patienten*innen mit dem nötigen Fingerspitzengefühl zu behandeln. Letztendlich sollte die Patienten*innen in einer ausreichenden Eigenverantwortung sein, um Therapietreue und regelmäßiges Ausführen der Übungen zu gewährleisten.
Nur so kann ein dauerhafter Erfolg gesichert werden.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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