Fußbrüche: Ursachen, Symptome und Therapie von Fußfrakturen

Was ist eine Fußfraktur und welche Stellen am Fuß können betroffen sein? (© @frankvex - unsplash)

Der Mensch besitzt 206 Knochen, 26 davon befinden sich in jedem Fuß. Egal ob Sportler oder durchschnittlicher Spaziergänger, Kind oder Erwachsener: Fußbrüche sind beim Sport, im Alltag oder Straßenverkehr schnell passiert.

Fußbrüche können sowohl den Vorfuß als auch den Mittelfuß oder auch das Fußgelenk, Fersenbein etc. betreffen. Da zumeist auch Weichteile wie Bänder oder Sehnen in Mitleidenschaft gezogen werden, können Fußbrüche entsprechend schmerzhaft sein.

Eine endgültige Diagnose, ob der Fuß gebrochen ist oder nicht, kann ausschließlich ein Facharzt anhand eingehender Untersuchung und durch eine Röntgenaufnahme stellen. Der heutige medizinische Standard macht es allerdings möglich, dass auch komplizierte Fußbrüche so therapiert werden können, dass Ihr Fuß nach einer kompletten Ausheilung des Bruchs in der Regel wieder voll belastbar ist.

Was ist eine Fußfraktur?

Ein Knochenbruch wird in der Medizin als Fraktur bezeichnet. Demzufolge lautet der Fachbegriff für Fußbruch: Fußfraktur. Doch was ist eine Fußfraktur, also ein gebrochener Fuß, nun genau?

Bei einer Fußfraktur kommt es zu einer Spaltung oder auch zu einer vollständigen Durchtrennung eines Knochens. Manchmal bricht nur ein Spalt auf, manchmal zerbricht der Fußknochen genau in zwei Teile oder auch in mehrere Bruchstücke.

Diese Teile des Fußes sind häufig von einem Bruch betroffen

Da der menschliche Fuß aus 26 Knochen besteht, kann er auch an entsprechend zahlreichen Stellen brechen. Am häufigsten treten allerdings Sprunggelenksfrakturen (bzw. Aussenknöchelfrakturen, Innenknöchelfrakturen, sog. "bimalleoläre oder trimalleoläre Frakturen") auf. Oft sind Sportler davon betroffen.

Darüber hinaus können Fußbrüche unter anderem an folgenden Stellen des Fußes auftreten:

  • am Rückfuß:
    Hier ist in der Regel das Fersenbein betroffen. Neben dem sogenannten Fersenbeinbruch ist die Fraktur des Sprungbeines (Talus) ein häufiger Bruch bei Stürzen aus größerer Höhe und bei Hochrasanztraumata (z. B. Verkehrsunfällen).
  • an der Fußwurzel:
    Selten bricht das Kahnbein, ein kleiner und dadurch auch sehr stabiler Knochen, der direkt zwischen Sprungbein (Sprunggelenk) und Keilbeinen liegt. Häufig sind hier Verrenkungen des unteren Sprunggelenkes kombiniert mit Brüchen der beteiligten Knochen: Kahnbein und Würfelbein.
  • am Mittelfuß:
    Mittelfußknochen können nicht nur durch Unfälle und damit direkte einmalige Gewalteinwirkung, sondern auch durch immer wiederkehrende oder permanente Überlastung bzw. Dauerberlastung entstehen. In diesen Fällen spricht man von Ermüdungsbruch, Stressfraktur oder der sogenannten "Marschfraktur".

Unter den Mittelfußfrakturen (Mittelfußbruch) ist der Bruch des fünften Mittelfußknochens und hierunter die Jones-Fraktur besonders hervorzuheben. Bedingt durch die anatomische Sonderstellung bzw. Blutversorgung einzelner Abschnitte des Knochens sind hier Therapiestrategien erforderlich, die von der Behandlung der übrigen Mittelfußknochen abweichen.

  • an den Zehen:
    Der altbekannte Zehenbruch, der häufig in Folge eines stumpfen Traumas auftritt, wenn Sie sich beispielsweise die Zehen am Stuhlbein oder am Bettfuß anschlagen.

Welche unterschiedlichen Arten von Frakturen am Fuß sind möglich?

Wie überall im Körper kann auch der Fuß auf verschiedene Arten brechen. Deshalb wird in der Medizin zwischen den folgenden Formen von Fußbrüchen unterschieden: 

  • geschlossener Fußbruch:
    Der "normale" Knochenbruch ist ein geschlossener Bruch: Hier ist der Knochen gebrochen, die darüberliegende Haut ist nicht durchtrennt, kann aber oberflächliche Verletzungen (Abschürfungen) aufweisen. Das darunterliegende Weichgewebe kann bei einfachen Frakturen weitestgehend unverletzt sein. Bei schwereren Verletzungen können umfangreiche Muskel-, Bindegewebs- und Gefäßschäden vorliegen.
  • offener Bruch:
    Bei einem offenen Bruch besteht an der Bruchstelle eine Hautverletzung. In einfacheren Fällen kann der durchbrochene Knochen die Haut "durchstoßen". In schwereren Fällen liegen umfangreiche Weichgewebeverletzungen vor, bis hin zur unvollständigen Amputationsverletzung.
  • multipler Fußbruch:
    Hier ist ein Fußknochen gleich mehrfach gebrochen oder es sind mehrere Knochen im Fuß gleichzeitig gebrochen. Sollten mehr als sechs Knochenfragmente gebrochen sein, sprechen Mediziner von einem Trümmerbruch.
  • Luxationsfraktur:
    Bei einer Luxationsfraktur liegt der Bruch nahe am Gelenk und ist in der Regel auch mit einem ausgerenkten Gelenk verbunden.
  • Spiralfraktur:
    Von einem Spiralbruch ist in der Medizin die Rede, wenn die Bruchlinie im Fußknochen einen spiralförmigen Verlauf aufweist.
    Der Fußchirurg kann den Fußbruch anhand verschiedener Diagnoseverfahren feststellen und eine entsprechende Therapie einleiten. (© wildworx - fotolia)

Möglichen Ursachen eines Fußbruchs

Auslöser für einen Fußbruch sind in der Regel

  • direkte Krafteinwirkungen, wenn Ihnen beispielsweise etwas auf den Fuß fällt. In diesem Fall kommt es häufig zu einer Mittelfußfraktur.
  • indirekte Krafteinwirkungen, wenn Sie zum Beispiel mit Ihrem Fuß unglücklich umknicken, was zumeist eine Außenknöchelfraktur zur Folge hat. 

Unter Umständen kann auch eine andere Grunderkrankung zu Fußbrüchen führen. So neigen beispielsweise Menschen mit Osteoporose (Knochenschwund), Krebs, Stoffwechselstörungen wie Diabetes oder mit der erblich bedingten Glasknochenkrankheit eher zu Knochenbrüchen als vollkommen gesunde Menschen. 

Darüber hinaus kann eine dauerhaft hohe Belastung, wie es häufig im Leistungssport vorkommt, zu einem sogenannten Ermüdungsbruch (Stressfraktur) führen. 

Besonders häufig sind ältere Menschen von Fußbrühen betroffen. Denn mit höherem Alter können die Bewegungsabläufe unsicher werden und die Gefahr von Stürzen steigt möglicherweise. Ursache für die Fußbrüche sind hier oft Gehwegkanten, Treppen oder Teppiche, die ein Stolpern oder Umknicken auslösen.

Plötzliche Schmerzen und eine eingeschränkte Bewegungsfähigkeit sind häufige Symptome einer Fußfraktur

Die Symptome für einen Fußbruch sind recht eindeutig. Bei einer akuten Fraktur in Folge eines Unfalls oder einer Sportverletzung kommt es zu plötzlich einsetzenden starken Schmerzen. Ein Ermüdungsbruch hingegen führt zu andauernden Schmerzen, die nach und nach zunehmen.

Weitere Anzeichen für einen Fußbruch sind:

  • Schwellungen am Fuß
  • Unter Umständen können Sie mit dem Fuß nicht mehr auftreten.
  • Laufen bzw. Bewegungen fallen Ihnen schwer.
  • Es entwickeln sich schnell Hämatome (Blutergüsse) im Bereich der Fraktur
  • Bisweilen zeigen sich deutliche Fehlstellungen, beispielsweise am Gelenk oder an den Zehen

All das sind Anzeichen für einen Fußbruch. In diesen Fällen sollte Sie der nächste Weg zum Fuß-Spezialisten bzw. Fußchirurgen führen. Er kann Ihren Bruch anhand verschiedener Diagnoseverfahren feststellen und eine entsprechende Therapie einleiten.

Der Fußspezialist wählt abhängig von der Art der Fraktur die entsprechende Therapie

Bei einem gebrochenen Fuß sollten Sie keine Zeit verlieren. Je früher die Behandlung beginnt, umso besser sind die Heilungschancen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Fußbruch-Behandlung.

Welche Fußbruch-Therapie für Ihre Fußfraktur die richtige ist, ist unter anderem abhängig von folgenden Faktoren: 

  • Welcher Knochen ist gebrochen?
  • Sind Gelenke beteiligt?
  • Um welche Art von Knochenbruch handelt es sich bei Ihnen (einfacher Bruch oder Trümmerbruch)?
  • Wie stehen die Knochenfragmente zueinander? Muss der Bruch "eingerenkt" werden?
  • Ist das umliegende Gewebe ebenfalls beschädigt (wie zum Beispiel bei einem offenen Bruch oder einem Luxationsbruch)?
  • Wie ist Ihr allgemeiner Gesundheitszustand?

Diese Behandlungsmöglichkeiten gibt es: konservativ und operativ

Sind diese Fragen geklärt, ergeben sich daraus die folgenden Möglichkeiten der Behandlung:

  • Konservative Therapie:
    Hierfür wird der Fuß mithilfe eines Gipsverbandes, eines Tapes oder auch einer Schiene ruhiggestellt und für eine gewisse Zeit (in der Regel vier bis acht Wochen) nicht belastet. Gegen die Schwellungen und Blutergüsse helfen Kühlpads sowie kühlende Schmerzsalben. Bei einfachen Brüchen ist diese Therapieform in der Regel ausreichend.
  • Operation: Bei komplizierten Fußbrüchen (mit weit auseinanderstehenden Knochenfragmenten, offenen Brüchen oder Trümmerbrüchen) führt im Normalfall kein Weg an der OP vorbei. Bei der Operation Ihres Fußbruches wird der Knochen zurück in seine ursprüngliche Position gebracht und die einzelnen Knochenstücke werden mittels Schrauben, Nägeln, Drähten und/oder Metallplatten miteinander verbunden. Auf diese Weise wird der Knochen stabilisiert und kann in aller Ruhe wieder zusammenwachsen.

Wie lange dauert es bis zur Heilung einer Fußfraktur?

Bei einem Fußbruch beträgt die durchschnittliche Heilungsdauer in etwa vier bis acht Wochen. Wie lang die Ausheilung des Fußbruches in Ihrem speziellen Fall dauert, ist immer von der Art der Fraktur abhängig. So heilt ein einfacher Bruch am Mittelfuß, bei dem wenige Weichteile mit betroffen sind, in der Regel zügig, ohne Komplikationen und komplett aus.

Anders als bei einem Mittelfußbruch dauert die Heilung eines Bruches am Rückfuß hingegen deutlich länger. Gerade bei einem Bruch des Fersenbeins darf der Fuß über eine lange Zeit nicht belastet werden, was vielen Patienten sehr schwer fällt. Doch nur über diese konsequente Nichtbelastung kann das Fersenbein wieder ausheilen.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare (1)

Anneliese D., 03.02.2021 - 11:39 Uhr

Ich habe eine Überweisung für eine DVT Fuß li. und ein MRT li. Wird die DVT von der Krankenkasse übernommen DAK.?

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