Hallux rigidus: Ursachen, Symptome und Therapien

Prof. Dr. Tobolski

von
verfasst am

© Laurent Hamels - Fotolia.com© Laurent Hamels - Fotolia.comEin sehr häufiges Beschwerdebild in der fußchirurgischen Sprechstunde ist das schmerzhafte Großzehengrundgelenk. Eine häufige Ursache dieser Symptomatik ist die Arthrose dieses Gelenkes.

Dieser zunehmende Verschleiß des Großzehengrundgelenkes führt zu einer schmerzhaften Einsteifung des Gelenkes und wird als "Hallux rigidus" bezeichnet. Die typischen Symptome des Hallux rigidus sind der Schmerz beim Abrollen des Fußes, die Schwellung des Gelenkes und die zunehmende Bewegungseinschränkung.

Die Ursachen für die Entstehung eines Hallux rigidus sind nicht eindeutig bekannt. Neben einer erblichen Disposition oder anatomischer Varianten sind es wohl vor allem Verletzungen des Gelenkes oder eine starke Überbeanspruchung die zu den Veränderungen des Gelenkknorpels führen.

Viele der Patienten mit einem Hallux rigidus entwickeln im Lauf der Zeit auch eine Arthrose des Großzehengrundgelenkes des anderen Fußes. Frauen sind häufiger betroffen als Männer.

Zur Sicherung der Diagnose werden standardisierte Röntgenbilder angefertigt. Auf diesen lässt sich das Ausmaß der arthrotischen Veränderungen sicher beurteilen und eine Stadieneinteilung kann erfolgen.

Das Behandlungsspektrum reicht von einer Einlagenversorgung oder Schuhzurichtung bis hin zur Operation. Bei leichten Formen der Arthrose kann eine Einlage mit einer Versteifung im Vorfußbereich oder eine Schuhzurichtung sowie die bedarfsweise Einnahme von Medikamenten (NSAR) ausreichend sein, es können ggf. auch Medikamente in das betroffene Gelenk injiziert werden.

Alle konservativen Therapiemaßnahmen können lediglich die Symptomatik bessern, der Verlauf wird verzögert. Bei fortbestehenden Beschwerden kommen die operativen Therapiemöglichkeiten zum Einsatz.

Die Auswahl des zu wählenden operativen Verfahrens muss sorgfältig dem im Röntgenbild festgestellten Ausmaß der Arthrose sowie dem Beschwerdebild des Patienten angepasst werden.

Bei noch mäßiger Arthrose kommen vor allem gelenkerhaltende Eingriffe in Betracht.
Hierbei können die schmerzhaften knöchernen Anbauten am Gelenk entfernt werden sowie das Gelenk entlastet werden.

Bei weit fortgeschrittener Arthrose ist die Gelenkversteifung (Arthrodese) ein bewährtes Verfahren. Entgegen der Befürchtung der meisten Patienten kommt es hierbei zu sehr guten Ergebnissen ohne wesentliche Funktionseinschränkungen.

Die Endoprothese des Großzehengrundgelenkes konnte sich von Seiten der Langzeitergebnisse noch nicht als Standard durchsetzen.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare zum Artikel (3)


21.07.2017 - 14:35 Uhr

Obwohl wir im 21.Jahrhundert mit einer...

von Sylke S.

... erstaunlichen Technologisierung angelangt sind, halten sich in der westlichen Medizin noch immer veraltete Dogmen. Es ist zwar empirisch bewiesen das die Mehrzahl der Hallux Valgus und Halux Rigidus Patienten weiblich sind, doch ein Hinweis auf fußschädigende Schuhmode bei den Erkrankungsursachen fehlt gänzlich. Na klar doch sind mal wieder die Gene schuld, aber nicht die jahrelangen Deformationen der Zehenregion durch falsches Schuhwerk. Schlaft mal schön weiter Ihr Fach-Demagogen.

23.03.2017 - 13:44 Uhr

Hallo, ich bin am 08.11.16 am Hallux valgus mit...

von Ursula E.

... Lapitus-Arthrodese, Exostosenreektion Metatatsale V operiert worden. Kann laut CT jetzt schon entfernt werden, da Knochendichte ok ist und die Fußarterie mediall plantoer seit ca. 6 Wochen im Liegen nachts sehr stark schmerzt und anschwillt und sticht und heiß wird. Metall soll erst in vier Wochen raus, obwohl die eine Schraube zu lang ist. Weiß nicht, was ich machen soll, ich werde bald verrückt vor Schmerzen. Tagsüber geht es, nur nachts im Ruhen nicht. Das aber erst seit 6 Wochen, vorher ging es, wenn ich den Fuß hochlegte.

03.02.2014 - 17:13 Uhr

Wenn das Gelenk versteift wurde, wie geht es dann...

von annegret

... weiter?


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