Hallux rigidus - Arthrose im Großzehengrundgelenk

Bei Schmerzen und Schwellungen des Großzehengelenks kann konservativ und operativ behandelt werden. (© Galla)

Wenn stechende Schmerzen in der Großzehe jeden Schritt zur Tortur werden lassen, könnte der Grund ein Hallux rigidus sein. Im Volksmund wird dies auch als „steife Großzehe" (Hallux = Großzehe, rigidus = steif) bezeichnet.

Die Ursache ist ein Verschleiß im Großzehengrundgelenk. Der Fuß kann nicht mehr vollständig oder nur noch unter Schmerzen über den großen Zeh abrollen. Der Gelenkverschleiß kann in allen Altersgruppen auftreten, aber auch viele Sportler wie beispielsweise Läufer, Tänzer oder Fußballer sind betroffen. Betroffene bemerken eine Schwellung und später eine Vergrößerung mit Knochenanbauten (Exostosen, Osteophyten) am Großzehenballen. Dieses Überbein drückt im Schuh. Ursache für einen Hallux rigidus sind oftmals chronische Fehl- oder Überbelastungen der Sportlerfüße. Eine Großzehengrundgelenksarthrose entwickelt sich meist langsam über Jahre.

Konservativ oder operativ? Die genaue Diagnostik ist wichtig

Bei der manuellen Untersuchung kann können häufig die Osteophyten (Knochensporne) direkt getastet werden. Schmerzen, Schwellungen und eine Bewegungseinschränkung des Großzehengelenks weisen ebenfalls auf einen Hallux rigidus hin.

In der Fußdruckmessung sind Abweichungen im Gangbild und Fehlbelastungen am Fuß erkennbar. Die Großzehe wird oftmals nicht mehr vollständig belastet. Die Auswertungen sind bei der Entscheidung hilfreich und wegweisend, ob eine konservative Therapie möglich oder ob Operation erforderlich ist.

Je nach Stadium wird die konservative Therapie mit physiotherapeutischen Maßnahmen oder einer individuellen Einlagenversorgung eingeleitet. Auch spezielle Abrollhilfen unter der Schuhsohle entlasten das Gelenk. Bei einer noch ausreichender Beweglichkeit kann z.B. durch Injektionen mit Hyaluronsäure oder ACP (autologes conditioniertes Plasma, Eigenbluttherapie) in das Großzehengrundgelenk eine Schmerzlinderung erzielt werden.

Hallux rigidus-Operation: Gelenkerhaltend, gelenkersetzend oder gelenkversteifend?

Bleibt ein Erfolg der konservativen Therapie aus oder ist bereits ein fortgeschrittenes Stadium erreicht, ist oftmals eine Operation notwendig: Die gelenkerhaltende, die gelenkersetzende oder die gelenkversteifende OP.

Handelt es sich beim Hallux rigidus noch um ein Anfangsstadium, reicht in manchen Fällen noch eine Entfernung der knöchernen Überbeine aus, um die Beweglichkeit wieder zu verbessern und den Schmerz zu reduzieren.

Wenn das Gelenk nicht mehr erhalten werden kann, kann entweder ein künstliches Gelenk eingesetzt werden oder eine Versteifung der Großzehe durchgeführt werden. Viele Patienten schrecken bei dem Begriff „Versteifung“ zunächst zurück.

Wichtig ist zu wissen, dass nach einem solchen Eingriff in der Regel normales Schuhwerk getragen werden kann und auch viele sportliche Aktivitäten weiterhin möglich sind.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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