Das jameda-Interview: 9 Fragen an Herrn Dr. med. Raimund Völker

Dr. Völker

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© VölkerHerr Dr. Völker praktiziert als Orthopäde & Unfallchirurg in München. (© Völker)Ärzte haben einen besonderen Blick auf die Welt der Medizin. Damit Patienten hinter die Kulissen des Gesundheitswesens blicken können, stellt jameda Herrn Dr. med. Raimund Völker interessante Fragen zu seinen Erfahrungen als Orthopäde & Unfallchirurg.

jameda: Herr Dr. Völker, was hat Sie motiviert, Orthopäde & Unfallchirurg zu werden und warum haben Sie sich für Ihre Spezialgebiete entschieden?

Herr Dr. Völker: Als ehemaliger Leistungssportler interessierte mich immer die Bewegung, das Training und auch die Koordination. So lag mir der Bewegungsapparat - so nennt man das wirklich - immer am Herzen. Die Spezialisierung auf das Hüftgelenk geschah eher zufällig, da ich einen guten Lehrer hatte, den ich auch persönlich sehr schätzte. Ich war begeistert und bin es noch immer, wie schnell sich die Patienten nach einem Hüftgelenkersatz erholen. Das kannte ich in der Form nicht. Ich staune besonders über die Patienten, die sich in einer Sitzung beide Hüften ersetzen lassen. Sie sind in der Genesung nur einen Tag langsamer als die einseitig operierten Patienten. Neu waren für mich auch die guten Lösungen für die jüngeren Patienten, die ich auch heute noch anwende.

jameda: Worin liegt Ihr Tätigkeitsschwerpunkt und was macht diesen so besonders?

Herr Dr. Völker: Der Schwerpunkt liegt auf dem Hüftgelenkersatz. Diese Spezialisierung ist in meinem Fall so besonders, da ich tatsächlich ausschließlich Hüften operiere. Das ist sehr selten.

Viele Hüftspezialisten sind gleichzeitig auch Spezialisten für andere Gelenke wie zum Beispiel das Knieglenk. Die Konzentration aber auf nur ein Gelenk hat sehr viele Vorteile sowohl für den Arzt als auch für den Patienten. Die Amerikaner nennen diese Hochspezialisierung "Superspecialist".

jameda: Gibt es im medizinischen Bereich ein Vorbild, das Ihre Laufbahn besonders geprägt hat?

Herr Dr. Völker: Es gab und gibt viele Vorbilder. Ganz besonders möchte ich aber Prof. Dr. Michael Faensen hervorheben.

jameda: Gibt es aktuell Hilfen oder Neuerungen, die Ihnen Ihren Praxisalltag erleichtern können?

Herr Dr. Völker: Da fallen mir die Onlinekalender ein, die die Terminvergabe bereits jetzt erheblich erleichtern. Alles synchronisiert sich und ist für alle verschiedenen Bereiche sehr sinnvoll.

jameda: Wo sehen Sie in Ihrem Fachgebiet die größten Herausforderungen für die Zukunft?

Herr Dr. Völker: Der Gelenkersatz, der entweder gar nicht angewendet werden muss, wenn es schon vorher bessere Behandlungsmöglichkeiten gäbe, und der Gelenkersatz, der immer hält und dabei der Natur sehr ähnlich ist wie heute schon der Oberflächenersatz.

Eine Herausforderung stellen auch immer die individuellen Lösungen dar. Die Menschen und ihre Erkrankungen sind ja nicht alle gleich, so dass es auch verschiedene Behandlungsformen geben muss.

jameda: Was wird an Ihrem individuellen Umgang mit Ihren Patienten besonders geschätzt?

Herr Dr. Völker: Wenn ich die Kritiken über meinen Umgang lese, freue ich mich sehr über die sehr positiven Rezensionen.

Es wird meine freundliche menschliche Art sehr geschätzt und die Aufmerksamkeit, die ich meinen Patienten schenke. Meine Visiten, die ich in beiden Krankenhäusern mache, finden meist täglich statt, also sehr häufig auch am Wochenende zum Beispiel.

jameda: Was schätzen Sie an Ihren Patienten besonders?

Herr Dr. Völker: Ihre Motivation. Sie gehen sehr motiviert in die Operation hinein und sind nachher umso motivierter, die Verbesserung der Beweglichkeit und die Schmerzfreiheit auch zu nutzen.

Sehr schätze ich auch die Dankbarkeit, die ich oft erfahre.

jameda: Gibt es ein besonderes Patientenerlebnis, das Sie nie vergessen werden?

Herr Dr. Völker: Da gibt es auch sehr viele. Ich kann ja mal eine Geschichte erzählen: Ein skandinavischer Patient flog zu mir nach München und kam in meine Sprechstunde. Das erste, was ich sah, war eine Kamera und die dazugehörige Hand. Dann zeigte sich auch der Patient und fragte mich, ob er denn alles filmen dürfte, was ich natürlich bejahte. Später, als er operiert wurde, wollte er auch im sogenannten Aufwachraum filmen. Er führte auch täglich Tagebuch mit Hilfe seines Laptops. Am Wochenende verschaffte er sich Zutritt zu den Trainingsgeräten unserer Abteilung der medizinischen Kräftigungstherapie, was dadurch auffiel, das vieles verstellt war.

Es zeigte aber, wie gut er sich schon zwei Tage nach der OP gefühlt haben muss. Als er fünf Tage nach der OP wieder nach Hause fliegen wollte, wurde nach Gepäckaufgabe der Flughafen wegen einer Aschewolke geschlossen. So nahmen wir ihn wieder auf in die Klinik und er reservierte sich Bahntickets. Um die Zeit zu nutzen, kaufte er sich nun ein Fahrrad, um München zu erkunden.

Nach wenigen Tagen durfte er dann die Heimreise per Bahn antreten. Am gleichen Tag wurde kurioserweise der Flughafen wieder geöffnet. Bei der Bahnfahrt hatte die Lokomotive einen Triebwerksschaden, so dass er die Fähre verpasste und erst am nächsten Morgen weiter fahren konnte. Jahre später besuchte er mich in München zur Nachuntersuchung und fragte, ob wir vielleicht mal Tennis spielen möchte, was ich dann auch gerne gemacht habe. Lange Geschichte, aber ein besonderes Erlebnis mit einem besonderen Patienten.

jameda: Welchen Gesundheitstipp möchten Sie unseren Lesern mit auf den Weg geben?

Herr Dr. Völker: Regelmäßige Bewegung und abwechslungsreiches Essen

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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