Rheumatoide Arthritis: So helfen Naturheilmittel

Rheumatische Arthritis kann sowohl mit schulmedizinischen als auch alternativen Methoden behandelt werden. (© high-resolution - fotolia)

Die rheumatoide Arthritis (RA) ist die häufigste dauerhafte entzündliche Gelenkerkrankung. Im deutschsprachigen Raum spricht man auch von der chronischen Polyarthritis oder umgangssprachlich vom „Rheuma“.

Wie entsteht eine rheumatische Arthritis?

Die Ursachen der rheumatoiden Arthritis sind bis heute nicht geklärt. Es wird vermutet, dass genetische Faktoren die Erkrankung auslösen. Auch Viren oder Bakterien stehen im Verdacht, ebenso wie Umwelteinflüsse.

Man weiß hingegen mehr über den Entzündungsprozess im Gelenk. Dabei spielt das Immunsystem eine große Rolle. Dieses System hat eigentlich die Aufgabe, den Körper vor Krankheiten zu schützen. Bei einer rheumatoiden Arthritis greifen Zellen des Immunsystems das eigene Körpergewebe – also die Gelenke – an. Man spricht von einer Autoimmunreaktion.

Wie wird eine rheumatische Arthritis behandelt?

Das oberste Ziel der Behandlung ist, der Entzündung Einhalt zu gebieten. Denn damit wird sowohl dem Schmerz, als auch der unwiederbringlichen Zerstörung der Gelenke Einhalt geboten.
Begleitende Therapien bilden z. B.

Dazu kommen die medikamentöse Dauertherapie und die krankheitsmodifizierte Behandlung. Denn es ist entscheidend, die Entzündungsparameter schnell und gezielt zu behandeln, um die Körperstrukturen vor Zerstörung, Deformation und Funktionseinschränkung zu bewahren. Die Therapie erstreckt sich meist lebenslang.

Es wird zwischen einer krankheitsmodifizierenden Behandlung und einer symptomatischen Therapie unterschieden:

Krankheitsmodifizierende Medikamente hemmen die Entzündungsprozesse. Diese Medikamente werden unabhängig von akuten Beschwerden regelmäßig und dauerhaft angewendet und daher oft auch als Basistherapie bezeichnet. Vertreter sind beispielsweise klassische Medikamente wie Methotrexat (MTX) und Ciclosporin A.

Gibt es Nebenwirkungen, mit denen ich rechnen muss?

Die Nebenwirkungen machen sich hauptsächlich im Magen/Darmbereich bemerkbar. Methotrexat ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Zytostatika und Immunsuppressiva. Ciclosporin ist ebenfalls ein Immunsupressiva. Ein erhöhtes Risiko für Tumorerkrankungen wird angegeben.

Medikamente zur symptomatischen Behandlung sollen akute Schmerzen und Entzündungen lindern. Dazu eignen sich insbesondere nicht steroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen und Diclofenac, Paracetamol und Kortison (Glukokortikoide).

Die Nebenwirkungen der NSAR sind schwere Komplikationen (Blutungen, Durchbrüche) im Magen-Darm-Trakt. Paracetamol kann in höherer Dosierung Leber und Niere schädigen, Glukokorticoide können in hoher Dosis über einen längeren Zeitraum eingenommen ein Cushing-Syndrom auslösen.

Pflanzliche Präparate als Alternative

Auf Grund dieser nachhaltigen Nebenwirkungen sind Phytotherapeutika durchaus therapierelevant. In erster Linie Weihrauch, Curcuma und Ingwer auf Grund ihrer antientzündlichen, immunmodulierenden und antimikrobiellen Wirkung.

Es gibt Studien, die einen Zusammenhang zwischen Zahnfleischentzündungen (Parodontitis) und rheumatoider Arthritis feststellten. Auch scheint es, dass eine gestörte Darmflora durchaus einen Einfluss auf die Entstehung der RA hat.

Es lohnt sich also, den Zahnarzt mit ins Boot zu holen und eine umfassende Mikrobiomuntersuchung zu veranlassen. Auch im Hinblick auf diese beiden Bereiche ist der Einsatz von Weihrauch, Curcuma und Ingwer auf Grund ihrer antimikrobiellen Wirkung interessant.

Erstaunlich gute Hilfe im Hinblick auf Schmerz, Beweglichkeit und Entzündungsparameter bietet die aktive Fiebertherapie, wo der Körper nach Gabe pyrogener Stoffe selbst Fieber erzeugt.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare (4)

Simon R., 20.04.2020 - 23:00 Uhr

Es ist wichtig, auf die Ernährung im Allgemeinen zu achten, besonders wenn Sie Arthritis haben. Ich habe einige schädliche Lebensmittel (Zucker, Weißbrot und Backwaren) weggeworfen und ich fühle mich besser.

Antwort von Gerrit Ulrike Schramm, verfasst am 21.04.2020

Ja, da haben Sie absolut Recht. Bei allen chronisch(-entzündlichen) Erkrankungen ist die Ernährung äußerst wichtig. Alle Therapien laufen ins Leere, wenn die Basis über eine gesunde Ernährung nicht gesetzt wird. Vielen Dank für Ihren Ergänzung.

Frau Zorka H., 17.01.2020 - 17:34 Uhr

finde es oben angegebenen Artikel ist einfach super, nur ich habe kein Erfahrungen und weiß auch nicht direkt ob ich Arthrose oder was anderes habe. Habe Rechte Schulter und Arm schmerzen, und abwechslungs Schmerzen bei Hüften, Rücken (hatte bandscheibe vorfall) Beine immer abwechselnd. Beim Arzt bekomme ich Krankengymnastik..hilft aber nichts. bin aber gegen Tablette..ab und zu mal Parazetamol, aber schmerzen sind wiederkehrend und greift auf verschiedenen Stellen der Körper. bin aber sehr altiv in Sport Tanzlehrerin.

Antwort von Gerrit Ulrike Schramm, verfasst am 21.01.2020

Das ist auch nicht so einfach mit der Diagnosestellung. Zeigt die Blutuntersuchung etwas? Wurde ein Kernspin gemacht. Klassisch sind die Fingergelenke befallen. Was bessert bzw. was verschlimmert die Schmerzen? Haben Sie Anlaufschmerzen? MfG

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