Hüfte gebrochen: Behandlungsverlauf und Vorbeugung für ältere und junge Patienten

Dr. Gaiser

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© @ chuttersnap - unsplashHüftbrüche lassen sich durch regelmäßige Bewegung vermeiden. (© @ chuttersnap - unsplash)

Wenn der Volksmund von "Hüfte gebrochen" spricht, umfasst das eine Vielzahl von Krankheitsbildern.

Beim jungen Patienten bricht die Hüfte nur durch Hochrasanztraumen (z. B. Verkehrsunfall, Stürzen aus großer Höhe etc.). Beim alten Patienten kann das hingegen bereits bei einem Bagatelltrauma (z. B Sturz aus dem Bett) der Fall sein.

Behandlungsverlauf der gebrochenen Hüfte bei jungen und älteren Patienten

 

Behandlungsverlauf bei jungen Patienten

Beim jungen Patienten kommt es sehr oft zum Bruch des Oberschenkelschaftes in zwei oder mehre Teile. Dabei handelt es sich meistens um geschlossene Brüche, selten auch um offene Brüche.

Die geschlossenen Brüche werden durch ein Nagelsystem versorgt, welches von der Hüft- oder Knieseite in den Oberschenkel eingeführt werden. Nach der Operation ist das Bein meistens schmerzadaptiert und voll belastbar. Bei offenen Brüchen mit Weichteildefekten wird zur Ruhigstellung in der Akutphase von außen ein Fixierungssystem (sog. Fixateur extern) montiert und dann nach ca. 1 Woche das Nagelsystem implantiert.

Verrenkungsbruch der Hüftkugel (Hüftluxationsfraktur)

Bei Hochrasanztraumen kommt es außerdem selten zum Verrenkungsbruch der Hüftkugel (sog. Hüftluxationsfraktur). Dabei muss notfallmäßig der Hüftkopf unter Röntgenkontrolle eingekugelt werden. Der in der Regel gebrochene Pfannenboden wird z. T. konservativ unter Entlastung des Beines für 6-8 Wochen, z. T. operativ durch Plattensysteme versorgt.

Entscheidend ist hierbei das CT-Bild des verletzten Pfannenbodens und der Grad der Instabilität. Auch bei operativ versorgtem Pfannenboden ist maximal eine Teilbelastung des betroffenen Beines für 6-8 Wochen erforderlich. Danach erfolgt eine Röntgenkontrolle und in Abhängigkeit des Grades der knöchernen Heilung der schrittweise Belastungsaufbau.

Bei dieser schweren Verletzung des Hüftgelenkes kommt es oftmals nach einigen Jahren zu einer Verschleißerkrankung des Hüftgelenkes.

Behandlungsverlauf bei älteren Menschen

Bei älteren Menschen gibt es zwei häufige Verletzungstypen.

  1. Bruch durch das Rollhügelmassiv der Hüfte (sog. pertrochantäre Fraktur).

    Auch hier erfolgt die operative Versorgung durch ein Nagelsystem. Nach der Operation kann der alte Mensch mit Unterarmgehstützen voll belasten.
  2. "Klassische" Schenkelhalsfraktur.

    Beim jungen Menschen wird sie in der Regel gelenkerhaltend und operativ mittels Schrauben versorgt. Das ist aber bei älteren Menschen wegen der schlechten Durchblutungssituation des Hüftkopfes nicht möglich. Deswegen führt der Orthopäde meist eine Gelenkersatz-Operation durch und setzt eine Hüftprothese ein. Mit dem Hüftersatzgelenk kann der ältere Mensch nach der Operation auch an Unterarmgehstützen voll belasten.

Bis auf wenige Ausnahmen sind heutzutage alle Versorgungen bei "gebrochener Hüfte" operativ. Beim alten Menschen ist nach der Operation die Vollbelastung das Ziel: Nur dadurch, dass er schnellstmöglich wieder auf die Beine kommt, ist das Risiko für Bettgeschwüre, Thrombose, Embolie und Lungenentzündung durch langes Liegen zu minimieren.

Vorsorge: Wie lassen sich Hüftbrüche vermeiden?

Was können Patienten tun, um Brüche zu vermeiden? Bewegung ist die beste Prophylaxe. Gute Muskulatur geht mit guten Knochen einher. Zusätzlich Calcium- und Vitamingaben sind zu empfehlen, genauso wie Sonnenlichtexposition.

Ferner ist für Frauen ab 60, bei Männern ab 75 eine Knochendichtemessung empfehlenswert. Diese Untersuchung ist notwendig, um eine Osteoporoseerkrankung zu erkennen, die dann gegebenenfalls medikamentös behandelt werden muss.

Ich wünsche Ihnen sturz- und verletzungsfreie Aktivitäten.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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