Kinesiologisches Taping - eine wirkstofffreie Alternative

© Dr. Bambach

Herkunft

Kinesiologisches Taping wurde in den 1970er Jahren in Japan durch den japanischen Chiropraktor Kenzo Kase entwickelt. Sein Tape unterschied sich grundlegend von den in Europa bekannten Taping-Methoden, denn es war elastisch! Während in der hiesigen Medizin starre, unelastische Tapes zur Ruhigstellung von Gelenken eingesetzt wurden, konnte durch die von Kenzo Kase entwickelte Methode eine Mobilisierung (Verbesserung der Beweglichkeit) von Strukturen erreicht werden.

Anfänglich war kinesiologisches Taping hauptsächlich bei Sportlern zu sehen: Fußballprofis, Leichtathleten, aber auch Radprofis wie Lance Armstrong, der während einer Tour de France-Etappe ein leuchtendes pinkfarbenes Tape am Knie trug, nutzen die Wirkung. Nach der Fußballweltmeisterschaft 2002 wurde es auch in Deutschland immer populärer. Mittlerweile ist das Tape ein fester Bestandteil der nichtoperativen Therapie des Stütz- und Bewegungsapparates geworden.

Wie wirkt das Tape?

Kinesiologisches Taping ist eine Oberflächentherapie, denn es wirkt über unsere Haut als größtes Sinnesorgan. Über sie können wir Fascien (Bindegewebsschichten), Muskeln, Bänder, Lymph-, Gefäß-, und Nervensystem beeinflussen.
Es gibt unterschiedliche Klebetechniken und verschiedene Tapeformen, z. B. fächerförmige, gerade, X-, und Y-förmige Tapes. Beide Faktoren beeinflussen den Effekt des Tapes, denn über sie lassen sich unterschiedliche Scherkräfte generieren, welche die Haut in Falten legen, spannen, entlasten etc.. Das Tape kommt vollkommen ohne Wirkstoff aus!

Vorteile des kinesiologischen Tapes

Das Tape ist kaum spürbar. Die Gelenkbeweglichkeit bleibt voll erhalten. Das Tape ist in Dehnbarkeit und Stärke der Haut nachempfunden. Dadurch kann es auch beim Sport nahezu ohne Einschränkungen getragen werden.
Hochwertige Tapes können eine Woche belassen werden. Sie wirken 24 Stunden am Tag, auch außerhalb der Therapiesitzung.

Es kann hervorragend mit anderen Therapiemethoden, z. B. Osteopathie, Orthopädie, Chirotherapie, Physiotherapie kombiniert werden.
Bei korrekter Anlage sind keine Nebenwirkungen zu erwarten (Ausnahme: Hautreaktionen).
Frei von medikamentösen Wirkstoffen.

Anwendungsgebiete:

  • Arthrose
  • Gelenkergüsse
  • Bandverletzungen
  • Instabilitäten
  • Überbeweglichkeit
  • Rückenschmerzen
  • Schwellungen
  • Muskelverletzungen
  • Lymphabflussstörungen
  • Nervenreizsyndrome
  • Durchblutungsstörungen
  • Bindegewebsverspannungen

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

Wie hilfreich fanden Sie diesen Artikel? 0

Kommentar abgeben oder Rückfrage stellen:

Kommentare (1)

Jürgen S., 16.08.2016 - 21:18 Uhr

Hallo, meine Frau benutzt nach ihrem Media-Infarkt Tapes für den rechten Arm, der noch sehr gelähmt ist. Die Tapes sollen die geringe Beweglichkeit unterstützen - sie bekommt jedoch schon nach kurzer Zeit (ca. nach einem Tag) Hautreizungen und wir müssen sie wieder abmachen. Wie kann man diese starke Hautreizung vorbeugen? Mit freundlichen Grüßen, J. S.

Interessante Artikel zum Thema

Sie suchen einen passenden Arzt für Ihre Symptome?