Kniegelenksschmerzen ganzheitlich betrachten: Ursachen & Behandlung

Herr Kettwich

von
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© psdesign1 - fotoliaSchmerzen zwingen Patienten oft in Schonhaltungen, die wiederum zur neuen Schmerzursache werden können. (© psdesign1 - fotolia)Der erste Eindruck kann manchmal über ein komplexes Beschwerdebild hinwegtäuschen.

Wie funktioniert das Kniegelenk?

Das Kniegelenk stellt ein Scharniergelenk dar, das eine Streckung und Beugung erlaubt. Die Scharnierfunktion des Gelenks wird durch die anatomische Form einerseits und andererseits durch eine stabile Führung durch den Bandapparat (Kreuzbänder und Seitenbänder) und Menisken gewährleistet.

Welche Ursachen können hinter Knieschmerzen stecken?

Da das alltägliche Leben nicht nur die Scharnierfunktion unseres Kniegelenks beansprucht, kommt es durch Drehmechanismen immer wieder zu Verletzungen.

Aber nicht nur Verletzungen des Kniegelenks spielen in der Behandlung von Patienten eine Rolle.

  • Abnutzungserscheinungen des Knorpels (Arthrose),
  • Fehlstellungen zum Beispiel der Kniescheibe oder der Beinachse,
  • Meniskuseinrisse durch langsame Abnutzung des Meniskus

und viele weitere Ursachen, führen zu langanhaltenden Schmerzen.

Oftmals erscheint als letzter Ausweg ein operativer Eingriff über eine Kniegelenksspiegelung oder sogar ein künstliches Kniegelenk. Das trifft sicherlich auch oft zu, aber eben nicht immer.

Die Ursachen der Kniegelenksschmerzen können viel umfangreicher sein. Hat man das Zusammenspiel aller beteiligten Komponenten des Körpers verstanden, so kann man erkennen, dass es notwendig ist, über die Grenzen des Kniegelenks zu schauen.


Kleiner Schmerz – große Wirkung

Ein einsetzender Schmerz im Kniegelenk – sei es traumatisch bedingt, durch Abnutzung oder Überlastung – führt zu einer ganzen Kaskade an Veränderungen. Ein Schmerz zwingt viele Betroffene in eine Schonhaltung. Dabei spannen sich die Muskeln als natürliche Reaktion des Körpers reflexartig an, um uns vor dem Schmerz vermeintlich zu schützen. Das beste Beispiel dafür ist der muskuläre Rückenschmerz.

Kommt es zu keiner frühzeitigen Besserung, können sich die ansetzenden Sehnen entzünden oder es kommt zu einer Reizentzündung des Gelenks. In der Folge verkleben die Faszien, die unsere Muskulatur wie eine Hülle umgeben, die wiederum die Entzündung verstärkt und zu Bewegungseinschränkungen führt. Und plötzlich weiten sich die Beschwerden immer mehr in die Umgebung aus!

Die auslösende Ursache muss dann aber schon nicht mehr die Schmerzen erklären. Die Problematik hat sich verselbstständigt und die oben genannten Folgeerscheinungen erzeugen den Schmerz.

Wichtig ist nun eine genaue Untersuchung über den Horizont des Gelenks hinaus. Es reicht oftmals nicht aus, nur das Gelenk zu untersuchen, sondern auch die nähere Umgebung, die Statik des gesamten Beins und Muskel- und Faszienketten, die miteinander in Verbindung stehen.


Gibt es die richtige Therapie?

Natürlich gibt es die richtige Therapie. Wichtig ist eine ganzheitliche Betrachtungsweise des Kniegelenks und unseres Körpers. Die Entscheidung zu einer Operation, einer nicht-operativen Einzelbehandlung oder einer komplexeren Kombinationsbehandlung wird anhand der erhobenen Befunde gestellt.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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