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Leistenbruch ohne Beule, Schwellung oder Wölbung: Ist das möglich?

Claudia Galler

von
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© Andrey Popov - fotoliaEin Leistenbruch löst oft starke Schmerzen aus, ist aber nicht immer mit einer sichtbaren Beule verbunden. (© Andrey Popov - fotolia)Das typische Zeichen für einen Leistenbruch ist eine Schwellung oder eine Vorwölbung in der Leiste. Wann es auch zu versteckten Leistenhernien kommen kann, lesen Sie in diesem jameda Gesundheitstipp.

Was sind typische Symptome eines Leistenbruchs?

Ein Leistenbruch tritt auf, wenn die Bauchwand in der Leistengegend dem Druck der Eingeweide nachgibt und sich eine Lücke im Bereich des Leistenkanals bildet. Durch diesen Spalt kann Bauchfell zusammen mit Teilen des Darmgewebes als sogenannter Bruchsack nach außen treten. 

Je nach Ausmaß eines solchen Weichteilbruchs gehen die Symptome von einer leichten Schwellung bis zu großen Ausstülpungen in der Leistengegend. Manche haben nur ein Druckgefühl oder spüren ein leichtes Ziehen, andere leiden unter starken Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen.

Warum tritt manchmal keine Beule auf?

Das typische Merkmal einer Wölbung, Schwellung oder sichtbaren Beule ist bei einem Leistenbruch nicht immer vorhanden oder erkennbar. Eine solche versteckte Leistenhernie bleibt unentdeckt, wenn die Lücke nur minimal ist und weder Schmerzen noch Ausstülpung hervorruft.

Da Leistenbrüche nur im Säuglingsalter von alleine heilen und sich sonst eher vergrößern, wird der Betroffene mit der Zeit Symptome verspüren, v.a. in Situationen, die die Bauchwand belasten. Druck auf den Bauch und die Leiste entsteht z.B. bei starkem Husten, beim Heben von schweren Dingen, beim Sport, Pressen beim Stuhlgang oder während der Geburt. Ist auch dann keine Beule zu erkennen oder zu tasten, kann das an einer relativ dicken Fettschicht in der Leiste liegen, z.B. bei übergewichtigen Personen. Hier wird der Bruch in der Leiste per Ultraschall nachgewiesen.

Weitere Ursachen für Leistenschmerzen

Schmerzen und Vorwölbungen in der Leiste sind nicht immer auf eine Leistenhernie zurückzuführen. Andere Ursachen für Schmerzen sind z.B.

Auch eine Symphysenlockerung während der Schwangerschaft oder eine Schenkelhernie verursachen Schmerzen, die in die Leiste ausstrahlen. Die Schenkelhernie tritt vor allem bei Frauen auf. Dabei stülpt sich der Bruchsack unterhalb des Leistenbandes in den Schenkelkanal. Vorwölbungen im Leistenbereich können durch geschwollene Lymphknoten oder Gefäßveränderungen wie Krampfadern bedingt sein.

Wann zum Arzt?

Sofortiger Anlass zum Arzt zu gehen, sind plötzlich einsetzende starke Schmerzen oder Koliken in der Leistengegend. Vor allem auch, wenn weitere Symptome wie Kreislaufbeschwerden, Erbrechen und Übelkeit auftreten.

Medizinische Notfälle sind eingeklemmte Brüche, bei denen Darmteile von der Blutzufuhr abgeschnitten sind. Sie müssen sofort operiert werden. Auch nach Unfällen wie einem Fahrradsturz, bei dem der Lenker die Leiste trifft, sollte der Arzt auf innere Verletzungen untersuchen. Wer unter leichten und immer wiederkehrenden Schmerzen leidet, tut gut daran, die Ursache ärztlich abzuklären, um eventuelles Fortschreiten von Erkrankungen aufzuhalten.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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