Leistenbruch-OP: Was Sie über die Vorbereitung wissen sollten

Claudia Galler

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© Cara-Foto - fotoliaWas tun für die bevorstehende Leistenbruch-OP? So bereiten Sie sich am besten vor. (© Cara-Foto - fotolia)Wer sich als Patient gut auf eine geplante Operation vorbereitet, senkt das Risiko für Komplikationen und trägt zum Erfolg des Eingriffs bei. Erfahren Sie in diesem jameda Gesundheitstipp, was Sie vor einer Leistenbruch-OP beachten sollten.

Vom Verdacht auf Leistenbruch zum spezialisierten Chirurgen

Bei Verdacht auf Leistenbruch ist der Hausarzt die erste Anlaufstelle. Er überweist den Patienten z.B. an eine chirurgische Praxis, die auf Leistenbrüche spezialisiert ist, oder an eine Krankenhausabteilung für Allgemein- bzw. Viszeralchirurgie. Hier wird der Patient in einer Hernien-Sprechstunde beraten.

Der Chirurg bestimmt Art und Ausmaß des Leistenbruchs und empfiehlt dem Patienten ein geeignetes Operationsverfahren. Mögliche OP-Risiken, die Vorbereitung auf den Eingriff und die Nachsorge werden hier besprochen. Arbeitnehmer sollten ihren Arbeitgeber dann über die bevorstehende Krankschreibung von etwa ein bis zwei Wochen informieren.

Das Gespräch mit dem Anästhesisten

Eine Leistenbruch-OP wird meist unter Vollnarkose durchgeführt. Dazu führt der Narkosearzt mit dem Patienten ein ausführliches Vorgespräch. Hier werden Narkosearten und ihre möglichen Nebenwirkungen und Komplikationen besprochen. Folgende Faktoren sind wichtig, um die richtige Dosierung der Narkose zu bestimmen:

Der Patient kann Fragen stellen und Bedenken äußern. Er erhält außerdem Verhaltensanweisungen für die Tage vor der OP.

Was ist in den Tagen vor der OP zu tun?

Die Tage vor der Operation sollte der Patient dazu nutzen, sich Hilfe für den Tag des Eingriffs und die Zeit danach zu organisieren, z.B. für den Transport nach Hause und Handgriffe im Haushalt. Eine bestimmte Diät oder Darmreinigung ist vor einer Leistenbruch-OP nicht erforderlich.

Man kann bis zu sechs Stunden vor der Operation normal essen und trinken. Das Rauchen sollte man schon möglichst einige Wochen vor der OP einschränken, um die Sauerstoffkapazität des Blutes zu erhöhen und die Wundheilung zu verbessern. In den sechs Stunden vor dem Eingriff darf nicht mehr geraucht werden.

Wer Medikamente einnimmt, befolgt die Anweisung des Chirurgen und Anästhesisten. Das ist besonders wichtig bei blutgerinnungshemmenden Arzneimitteln wie ASS, Heparinen, Cumarinen und DOAKS.

© Monkey Business - iStockBevor der Eingriff durchgeführt wird, findet ein ausführliches Gespräch mit Ihrem Arzt statt. (© Monkey Business - iStock)Am Tag des Eingriffs

Die Operation wird meist am Vormittag durchgeführt, sodass die sechsstündige Nahrungsverzicht gut zu bewerkstelligen ist. Bis zu zwei Stunden vor dem Eingriff darf man lediglich ein bis zwei Gläser klare, fettfreie Flüssigkeit wie Wasser oder Tee zu sich nehmen. Man führt die tägliche Körperhygiene durch und wäscht sich die Haare, um möglichst wenig Keime mit in den OP-Saal zu bringen. Die Rasur im Leistenbereich wird vom medizinischen Personal vorgenommen.

Dinge wie Schmuck, Piercings, Kontaktlinsen, Hörgeräte und künstliche Nägel sollte man zu Hause lassen. Zur Operation erscheint man in lockerer, weiter Kleidung, die nicht einengt. Für den Eingriff wird man in einen speziellen Patienten-Kittel gekleidet. Die Operation eines einseitigen Leistenbruchs dauert etwa 30-45 Minuten.

Nach der Leistenbruch-OP

Nach der Operation liegt der Patient in einem Aufwachraum, bis die Wirkung der Narkose nachgelassen hat. In der Regel kann man ein bis zwei Stunden nach dem Eingriff wieder essen und trinken. Aufstehen oder zur Toilette gehen sollte man nur in Begleitung. Je nach Zustand des Patienten wird er am selben Tag nach Hause entlassen oder bleibt noch stationär unter ärztlicher Beobachtung. Dann wird man am besten von einem Angehörigen abgeholt oder von einem Taxi nach Hause gebracht.

Am ersten Tag sollte man sich weitgehend ausruhen und schonen. Danach kann der Patient wieder am normalen Alltag teilnehmen. Eine volle Belastung, wie schwere Lasten heben und Sport treiben, ist erst nach sechs Wochen möglich. In der Regel sind Arbeitnehmer ein bis zwei Wochen krankgeschrieben.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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