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5 Tipps, wie Sie einen Leistenbruch verhindern

Claudia Galler

von
verfasst am

© Faktoren wie starke Belastung, Übergewicht oder schwaches Bindegewebe können einen schmerzhaften Leistenbruch verursachen.Faktoren wie starke Belastung, Übergewicht oder schwaches Bindegewebe können einen schmerzhaften Leistenbruch verursachen. (© Faktoren wie starke Belastung, Übergewicht oder schwaches Bindegewebe können einen schmerzhaften Leistenbruch verursachen.)Bei einem Leistenbruch können Teile der Eingeweide durch die Bauchdecke nach außen treten, eingeklemmte Brüche sind sogar lebensgefährlich. Wie man solch einen Leistenbruch verhindern kann, erläutert die jameda Gesundheitsredaktion in diesem Gesundheitstipp.

Weniger Druck auf die Bauchdecke zur Entlastung der Leiste

Leistenbrüche im Erwachsenenalter werden durch eine Reihe von Faktoren begünstigt. Zu diesen gehört ein schwaches Bindegewebe, ein zu weiter Leistenkanal, hohes Alter und das männliche Geschlecht. Auch schwere körperliche Arbeit, bestimmte Sportarten, starker Husten, Pressen bei Verstopfung und während der Schwangerschaft können einem Leistenbruch Vorschub leisten. Um einen solchen Bruch zu verhindern, muss der Druck auf die Bauchwand reduziert werden:

1. Runter mit dem Übergewicht, um die Bauchwand zu schonen

Übergewicht belastet den Stoffwechsel, die Gelenke und das Herz-Kreislauf-System. Auch die Bauchdecke wird stark gedehnt, da sich Fett zwischen den Eingeweiden und im Bindegewebe ablagert. Um diesen Druck zu minimieren, sollten Betroffene Normalgewicht anstreben. Eine Ernährungsumstellung auf kalorienbewusste, ausgewogene Mischkost und regelmäßige, geeignete Bewegung können dabei helfen.

2. Viel trinken und ballaststoffreich essen

Pressen bei hartem Stuhlgang und Verstopfung erhöht den Druck auf die Bauchdecke und kann einen Leistenbruch begünstigen. Um den Stuhl weich zu halten, sollte man ausreichend trinken, etwa 1,5 bis 2 Liter pro Tag, und auf eine ballaststoffreiche Ernährung mit Vollkornprodukten, Obst und Gemüse achten.

3. Vorsicht bei schweren Lasten!

Wer ein genetisch bedingt schwaches Bindegewebe hat und ein Risiko für einen Leistenbruch trägt, darf keine schweren Lasten heben und kein Bodybuilding betreiben. Auch nach einer Leistenbruch-Operation ist das Tragen von schweren Dingen für 3-6 Monate untersagt. Im Alltag gilt es grundsätzlich, Lasten gelenk- und rückenschonend nah am Körper zu heben, stets sollte der gesamte Körper dabei im Einsatz sein, nie sollten Kraft und Bewegung nur aus den Armen oder aus dem Rücken kommen. Beim Kraftsport ist es wichtig, den Anweisungen des Trainers zu folgen, um Fehlbelastungen und Verletzungen zu vermeiden.

4. Bauchmuskeltraining kann sinnvoll sein

Die Bauchwand besteht aus Muskel- und Bindegewebsschichten, sie muss u. a. dem Druck der inneren Organe standhalten und übt selbst Druck aus, z. B. beim Husten oder Pressen. Bauchmuskeltraining kann sinnvoll sein, um die Bauchwand zu kräftigen und die Leistengegend zu stabilisieren.

5. Eine geeignete Sportart wählen

Regelmäßige Bewegung stärkt die Ausdauer und festigt unterschiedliche Muskelgruppen. Wer von einem Leistenbruch gefährdet ist, sollte behutsam und moderat Sport treiben, hier sind z. B. Radfahren oder Nordic Walken geeignet. Tabu sind dagegen Sportarten, die durch extreme Bewegungen und hohen Druck die Bauchdecke stark belasten wie z. B. Fußball, Leichtathletik oder Bodybuilding.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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