Meniskusriss Grad 3: Welche Therapie jetzt hilft

Wenn der Meniskus reißt, kommen verschiedene Therapieansätze in Frage (© fotolia - bilderzwerg)

Kleine Meniskusrisse kann der Orthopäde konservativ behandeln. Bei einer großen Rissbildung (3. Grad) kann ein ein Transplantat notwendig sein. 

Wie entsteht ein Meniskusriss? 

Der Meniskus dient als Gelenkpuffer, gehört zu den stoffwechselarmen Geweben und ist einem Alterungsprozess unterworfen.

Er wird durch die Gelenkflüssigkeit und Durchblutung von außen gelegenen Kapselgefäßen ernährt. Ist diese Ernährung gestört, kommt es mit der Zeit auch ohne Trauma zu Meniskusrissen.

Ebenso können Meniskusrisse durch einwirkende Scherkräfte entstehen, wie sie beim Verdrehtrauma vorkommen. Im Bereich des Innenmeniskus kommen Meniskusrisse häufiger vor, da er mit dem Innenband verwachsen ist. Der Außenmeniskus ist freier beweglich.

Welche Arten von Meniskusrissen gibt es?

Nach Stoller gibt es drei Grade:

  • Grad 1: punktförmige Signalanhebung ohne Kontakt zur Oberfläche
  • Grad 2: linearförmige Signalanhebung ohne Durchbrechung der Oberfläche
  • Grad 3: durchgängige Rissbildung

Aufgrund der Pufferfunktion sollte der Meniskus so vollständig wie möglich erhalten werden. 

Wann wird ein Meniskus erhalten?

Liegen nur kleine Rissbildungen ohne wesentliche biomechanische Einklemmung vor, sollte ein konservativer Behandlungsversuch unternommen werden. Hier wird die Ernährung des Meniskus und damit die Heilungschancen durch mehrfache Injektionen mit Hyaluronsäure bzw. plättchenreichem Plasma verbessert. Die meniskusnahe Durchblutung wird durch eine pulsierende Magnetfeldtherapie oder hochenergetische Laserstrahlung gesteigert.

Der Meniskus sollte durch eine Naht erhalten werden, wenn

  • ein größerer Riss mit Einklemmungserscheinung vorliegt
  • der Patient jünger ist
  • der Riss relativ frisch ist
  • der Riss relativ kapselnah ist

Hier ist eine Nachbehandlung mit einer besonderen Knieschiene erforderlich, die das  Bewegungsausmaß für vier bis sechs Wochen begrenzt. Häufig muss auch eine Teilbelastung für bis zu zwei Wochen eingehalten werden. Das Risiko ist, dass sich der Riss in der Phase der Vollbelastung erneut bildet.

Meniskuserhalt durch Transplantate

Wenn der Patient jung ist und eine sehr große Rissbildung besteht, bei der der Meniskus stark zerstört wird, kann man ein Meniskustransplantat auf Kollagen setzen. Es wird arthroskopisch in den Restmeniskus eingenäht.

Auch hier muss das Bewegungsausmaß durch eine Knieschiene limitiert werden. Außerdem muss eine Teilbelastung von bis zu sechs Wochen eingehalten werden. Hier besteht das Risiko, dass das Implantat nicht einwächst und anschließend ausrenkt und sich einklemmt.

Wann muss der Meniskus entfernt werden?

Sind der Meniskusriss und der Patient älter, besteht nur die Möglichkeit, einen Teil des Meniskus zu entfernen. Dabei wird so viel wie nötig und so wenig wie möglich entfernt, um möglichst viel Gelenkpuffer zu erhalten. Hier ist in der Regel nach der Operation eine schmerzadaptierte Vollbelastung erlaubt.

Oftmals entscheidet sich erst in der Operation, ob der Meniskus erhalten oder entfernt werden muss. Dabei ist entscheidend, dass der Operateur alle Optionen der Meniskuschirurgie anbietet und beherrscht.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare (11)

B. M., 11.06.2021 - 14:04 Uhr

Sehr geehrte Damen und Herren, aufgrund vor wenigen Tagen erfolgten MRT-Untersuchung ist mir folgende Diagnose erstellt worden: Horizontale Rupturzone des Innenmeniskushinterhorns Grad III. Keine Dislokation. Distorsionb des M. popliteus sowie eine leichte Reizung der Kapsel medial betont. Ich habe momentan keine Schmerzen, nur selten manchmal ein kleines schmerzhaftes Zwicken. Gerne würde ich von Ihnen eine Behandlungs-empfehlung erhalten und bedanke mich für Ihre Bemühungen. Mit freundlichen Grüßen B.M.

Markus F, 11.05.2021 - 11:41 Uhr

Würde auch gerne wissen ob ich noch warten kann mit der op und mit meinen Übungen weitermachen soll bei grad 3 .Habe seit 2 Wochen nicht mehr so große schmerzen?

Andrea B., 15.02.2021 - 15:34 Uhr

Habe folgende Diagnose: Degeneration im Außenmeniskussrisshinterhorn, ohne eindeutigen Kontakt zur freien Gelenkfläche, Rissbildung Grad 3 nahe der Anheftungsstelle ohne wesentliche Dislokation. Habe Beschwerden seit Anfang Dezember. Es wurde mir zur OP geraten. Wenn ich noch mit der OP warte, welche Folgen hätte dies? Kann fast schmerzfrei wandern und radfahren (Mountainbike). Kann dieser Riss auch ohne OP "heilen"? Danke für Ihre Antwort.

Barbara, 27.01.2021 - 14:58 Uhr

Danke. Die Grafik ist sehr informativ auch der Text. Suche jedoch INFO ob die Maßnahmen auch bei DIAGNOSE: Meniskusdegeneration 3. Grad erfolgen.

Michael M., 26.11.2020 - 16:21 Uhr

Muss man einen drittgradigen Riss horizontal immer operieren?

Stephan K., 25.08.2020 - 12:03 Uhr

Hatte ein schweren Arbeitsunfall, laut Aussage des Arztes Grad 3. Scheint aber wirklich war zunehmen und es wird einfach in der Rea fortgefahren. Was kann ich tun?

Kathrin R., 18.06.2020 - 21:02 Uhr

Würde gern wissen, wie schnell man wieder belastbar ist nach einer OP...

Holz, 17.06.2019 - 23:08 Uhr

Bezeichnet man einen Meniskusriss immer als Meniskopathie? Schon jetzt vielen Dank für Ihre Hilfe.

Holz, 17.06.2019 - 23:05 Uhr

Sehr hilfreich. Welche Folgen können eintreten, wenn man einen Meniskusriss 3. Grades nicht operieren lässt?

Edda L., 06.06.2019 - 16:09 Uhr

Sehr hilfreich!

Veronika, 26.07.2018 - 14:28 Uhr

Wird die arthroskopische Behandlung unter Vollnarkose gemacht?

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