Der geeignetste Zugang zum Hüftgelenk: muskelschonende und minimalinvasive OP

Priv.-Doz. Dr. Radke

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©fotolia-psdesign1Um Operationen an der Hüfte durchzuführen ist ein Zugang notwendig (©fotolia-psdesign1)Seit dem Beginn der Hüftchirurgie gibt es eine Vielzahl operativer Zugänge zum Hüftgelenk. Sie wurden seitdem immer wieder modifiziert und ergänzt, so dass kaum Muskelschäden entstehen.

Dies wird dadurch erreicht, dass sich der Zugang durch eine angemessene Länge des Hautschnittes - angepasst an das Weichteilgewebe - auszeichnet. Andererseits dadurch, dass in den sogenannten Muskellogen operiert wird.

Wieso sollte der Zugang muskelschonend gesetzt werden?

Der Begriff "muskelschonend" bedeutet, dass der Muskel bei dem Eingriff nicht durchtrennt werden soll.

Gegenüber konventionellen Zugängen ist es in jedem Fall ein klarer Vorteil, dass der Patient schnell wieder mobil ist, da kein Weichteilschaden entsteht. Dadurch entfallen auch die damit verbundenen Schmerzen und der Blutverlust.

Die Konzepte der einzelnen Zugänge beruhen im Wesentlichen auf dem anterioren Zugang, den Hueter beschrieben hat, dem anterolateralen Zugang, den Watson-Jones dargestellt hat, sowie mit Einschränkung dem posterioren Zugang. In jedem Fall stehen bei all diesen Zugängen Intervalle zur Verfügung, die eine größere Muskelverletzung vermeiden.

Bei den verschiedenen Verfahren gibt es einige Vor- und Nachteile 

Zugang Vorteil Nachteil
anterior (Hueter) keine Muskeldurchtrennung

schlechte Erweiterbarkeit

Pfannenpositionierung schwierig

Verletzung des N. cutaneus femoralis lateralis

anterolateral

(Watson-Jones)

keine Muskeldurchtrennung

gute Erweiterbarkeit

mehrere Lagerungsmöglichkeiten

 

 

transgluteal   Muskeldurchtrennung
posterior          Muskeldurchtrennung

 

© Radkegrün: anteriorer Zugang (Hueter); rot: anterolateraler Zugang (Watson-Jones) (© Radke)Auch wenn die beschriebenen Vor- und Nachteile im Grunde für das Watson-Jones-Intervall als die geeignetste Muskelloge sprechen, ist allen Zugängen eines gemeinsam: Der Anwender muss ihn gerade auch im Hinblick auf mögliche Revisionen beherrschen, um ein klinisch gutes Ergebnis zu gewährleisten.

Die Länge des Hautschnitts ist dabei nicht entscheidend. Sie sollten immer den Weichteilen angepasst und so groß wie nötig sein, um den ausreichenden Überblick im Operationsfeld zu gewährleisten. Der muskelschonende Zugang ist deshalb kein Ausbildungseingriff.

Muskelschonendes Operieren ist für den kurzfristigen Erfolg entscheidend, da die Rehabitilationszeit in der Regel sehr kurz ist. Der langfristige Erfolg hängt nur von der Genauigkeit der Implantateinpassung pfannen- und oberschenkelseitig ab.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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