Was hilft am besten bei Daumengelenksarthrose?

Dr. Gaiser

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© fotolia - evgeniyDurch die Daumengelenkarthrose ist die Kraft in der Hand stark beeinflusst (© fotolia - evgeniy)Die Daumengelenksarthrose ist ein sehr häufiges orthopädisches Krankheitsbild, vor allem bei Frauen. Es kann das Grund- und das Sattelgelenk betreffen. Was hilft dagegen? 

Wie macht sich Daumengelenksarthrose bemerkbar?

Es kommt zu zunehmenden Schmerzen beim Greifen und Halten, vor allem beim sogenannten Pinzettengriff. Außerdem sind die Bewegungen des Daumens zunehmend eingeschränkt. Die Griffkraft der Hand ist vermindert und manchmal ist ein Knirschgeräusch zu hören. Häufig sind die Konturen der daumenseitigen Handbereiche formiert.

Welche Behandlungen kommen in Frage?

Die Diagnosestellung ist klinisch und wird durch den Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie in der Regel von einem Röntgenbild der Hand ergänzt. Wenn man vorsichtig am Daumen zieht, können sich die Beschwerden kurzfristig lindern. Ähnliche Techniken werden oftmals von manualtherapeutisch erfahrenen Orthopäden angewandt. Sie verordnen in der Regel antientzündliche, schmerzstillende Medikamente und eine immobilisierende Orthese.

Als ergänzende physikalische Verfahren sind die pulsierende Magnetfeldtherapie und die hochenergetische Laserstrahlung sinnvoll. Sie werden jedoch nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Sie zahlen lediglich die Röntgenreizbestrahlung, die jedoch mit hohen Strahlendosen verbunden und damit nur bedingt zu empfehlen ist.

Es besteht ferner die Möglichkeit der Infiltrationstherapie mit Kortison, Hyaluronsäure oder plättchenreichem Plasma. Während Kortison lediglich antientzündlich wirkt und eher negative Effekte auf den Restknorpel hat, wird Hyaluronsäure zur Schmierung des Gelenkes und Ernährung des Restknorpels eingesetzt. Das plättchenreiche Plasma hat in frühen Phasen der Arthrose sogenannte knorpelstimulierende Effekte und ist hier effektiver als Hyaluronsäure und Kortison.

Auch die Injektionstherapien der Grundgelenksarthrose werden von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen, obwohl sie langfristig gute Ergebnisse liefern und durchaus als hocheffektive Verfahren zu bezeichnen sind.

Im Bereich der Nahrungsmittelergänzungen empfiehlt sich die Einnahme von Curcumin, Omega-3-Fettsäuren und Teufelskralle, die antientzündlich wirken. Diese Maßnahme sollte ergänzt werden durch die regelmäßige Einnahme eines Gelenkschutzpräparates, das Glucosamin, Chondroitinsulfat und Hyaluronsäure enthält.

Komplementärverfahren wie Homöopathie, Kinesiotaping und Akupunktur können kurzfristig zu einer deutlichen Schmerzlinderung beitragen, langfristige Effekte bleiben jedoch leider häufig aus.

Wann muss operiert werden?

Wenn sich die Beschwerden unter den genannten Therapien nicht bessern, wird eine Operation angesetzt. Die am häufigsten durchgeführte OP ist die sogenannte Suspensionsarthroplastik.

Dabei wird ein Teil des Gelenkes entfernt und eine Kapselplastik mit Zügelung durch einen Sehnenanteil durchgeführt. Dabei wird der Gelenkspalt vergrößert und der Gelenkdruck so reduziert, dass die Begleitentzündung dauerhaft abklingen kann. Die Langzeitergebnisse bezüglich der Schmerzreduktion sind sehr gut, jedoch sind sie in Regel mit Krafteinbusen im Pinzettengriff und bei der Handkraft verbunden. 

Deshalb wird bei jüngeren Männern eher eine Versteifung des Daumengelenkes durchgeführt, um die Kraft zu erhalten. Dabei kommt es jedoch immer zu einer deutlichen Bewegungseinschränkung.

Insgesamt kann man sagen, dass eine operative Versorgung der Daumengelenksarthrose so lange wie möglich hinausgezögert und nur bei hohem Leidensdruck durchgeführt werden sollte.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare zum Artikel (1)


11.03.2018 - 19:46 Uhr

Sehr schöne ganzheitliche Darstellung der...

von Dr. med. S. Bleuel

... unterschiedlichen Therapiemöglichkeiten.

Dr. Gaiser

Antwort vom Autor am 15.03.2018
Dr. med. Eugen Gaiser

Vielen lieben Dank.


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