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Optimale Behandlung für den Tennisellenbogen

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© Robert Kneschke - Fotolia© Robert Kneschke - FotoliaDer "Tennisellenbogen" (lateinisch Epicondylitis humeri radialis) ist eine der häufigsten Diagnosen bei Beschwerden des Ellenbogens mit denen Patienten ihren Hausarzt oder Orthopäden aufsuchen. Die Ursache liegt in einer Reizung und Schädigung im Bereich der Sehnenansätze der Unterarmstrecker, die seitlich am Oberarm ansetzen. Schmerzen seitlich außen am Ellenbogen mit einer Ausstrahlung in den Unterarm prägen das Krankheitsbild. Zuerst treten die Beschwerden bei Belastung und später zusätzlich auch während dem Ruhen und nachts auf. Die Diagnose ist meistens eine "Tast-Diagnose", bei der der Arzt Druck auf bestimmte Punkte am Ellenbogen ausübt. Ergänzend können eine Ultraschalluntersuchung, ein Röntgenbild und in unklaren Fällen ein MRT veranlasst werden. Andere mögliche Ursachen können mithilfe dieser Diagnostik festgestellt werden. Diese umfassen Knorpelschäden, eine einklemmende Schleimhautfalte (Plica), freie Gelenkkörper und eine Nerveneinklemmung im Bereich der Halswirbelsäule oder des Unterarms.

Meistens führen eine konservative Therapie und Geduld innerhalb von 12-18 Monaten zu einer Besserung der Beschwerden und nur weniger als 10% der Patienten müssen operiert werden. Die konservative Therapie ist extrem vielfältig: Kortisoninjektionen; Injektionen mit pflanzlichen Substanzen, Botox, körpereigenem Plasma, lokalen Betäubungsmitteln; manuelle Therapie; Kältetherapie; Akupunktur und Stoßwellentherapie.

Trotz umfangreicher Studien zu den einzelnen Verfahren konnte sich bislang kein Verfahren alleine als vorteilhafter gegenüber den anderen erweisen. Eine Kombination mehrerer Therapieansätze ist deshalb einzelnen Therapieverfahren gegenüber erfolgreicher. Eine entscheidende Rolle für die Heilung spielt auch der Patient selbst, der durch das Vermeiden ursächlicher Belastungen, täglicher Dehnübungen und Kältetherapie den Heilungsprozess deutlich beschleunigen kann.

Sollte trotz umfangreicher und intensiver konservativer Therapie nach 6 Monaten keine nachhaltige Besserung eingetreten sein, ist eine operative Therapie möglich. Es gibt mehrere offene Operationsverfahren, die auch miteinander kombiniert werden können. Dabei werden die Sehnenansätze am Ellenbogen längs oder quer eingeschnitten und schmerzhafte Nerven werden mit Strom verödet. Degeneriertes Sehnengewebe wird entfernt und die Sehnenspannung wird gesenkt. Um eine ungeminderte Kraft der Unterarmstrecker zu erhalten, ist es sinnvoll, die abgelösten Sehnenansätze mit einer Naht oder einem Ankersystem wieder zu befestigen. Eine gute Alternative stellt die Arthroskopie des Ellenbogengelenks dar. Der Vorteil der Arthroskopie liegt in der Möglichkeit, das gesamte Gelenk schonend beurteilen und Schädigungen innerhalb des Gelenks therapieren zu können.

Literatur
1. Sims SE et al. Non surgical treatment of lateral epicondylitis: a systematic review of randomized controlled trials. Hand (NY) 2014 dec, 9(4): 419-46.
2. Krogh TP et al. Comparative effectiveness of injection therapy in lateral epicondylitis: a systematic review and network meta-analysis of randomized controlled trials. Am J Sports Med 2013 Jun,41(6): 1435-46.
3. Oki G et al. Time to functional recovery after arthroscopic surgery for tennis elbow. J Shoulder Elbow Surgery 2014 oct,23(10): 1527-31.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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