Individuelle Behandlung der Osteoporose - Welches Medikament ist das richtige?

Prof. Dr. Schinner

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© psdesign1 - fotoliaBei einer Osteoporose ist die Untersuchung nach der Knochendichte ein wichtiger Bestandteil der Therapie (© psdesign1 - fotolia)In der modernen Medizin werden viele Krankheiten nicht bei jedem Patienten gleich behandelt, sondern individuell abhängig von der jeweiligen Ausprägung, Vorerkrankungen, Risiken und Patientenwünschen. Das ist auch bei der Osteoporose so. 

Entsprechend gibt es für die Osteoporose nicht eine für alle gültige Behandlung, sondern eine individualisierte Therapie. Denn in dieser Form kann die Behandlung am besten langfristig erfolgreich sein.

Was ist eine Knochendichtemessung?

Eine Knochendichtemessung, auch DXA-Messung genannt, ist der Goldstandard, um festzustellen, ob eine Osteoporsoe vorliegt. Wenn gleichzeitig bestimmte Vorerkrankungen bestehen, empfiehlt sie sich für Frauen bereits ab den Wechseljahren und für Männer ab 60 Jahren. Vor allem wenn verschiedene Risikofaktoren wie eine erhöhte Sturzneigung, Untergewicht, Langzeittherapie mit Cortison-Präparaten oder Schilddrüsen-Überfunktion vorliegen.

Hat die DXA-Knochendichtemessung sehr niedrige Werte ergeben, beispielsweise bei einem T-Wert unter -4,0, kann sogar schon für eine 50-jährige Frau eine medikamentöse Therapie notwendig werden. Umgekehrt kann bei einem 85-jährigen Mann mit relativ guter Knochendichte, etwa ein T-Wert -2,0 bis -2,5, eine Therapie überflüssig sein.

Wie kann Osteoporose medikamentös behandelt werden?

Es stehen inzwischen viele gute Medikamente zur Behandlung der Osteoporose zur Verfügung. Deshalb stellt sich die Frage, welches am besten zu welchem Patienten passt. Um das festzulegen, ist ein sorgfältiger Blick auf den gesamten Patienten notwendig. In die Entscheidung fließen die Ergebnisse der Knochendichtemessung ein, ebenso das Alter, das Geschlecht, die Vorgeschichte, Begleiterkrankungen und natürlich auch Wünsche des Patienten.

Welche Faktoren müssen bei der Therapieentscheidung beachtet werden?

Begleiterkrankungen und Risikofaktoren spielen für die Therapieentscheidung eine große Rolle. Beispielsweise kann eine Langzeittherapie mit Cortison-Präparaten dazu führen, dass man früher eine spezielle medikamentöse Osteoporosetherapie beginnt.

Eine Therapie ist eher zu empfehlen, wenn der Patient unter Diabetes Typ 1 leidet, gleichzeitig Kortison einnimmt oder drei und mehr Frakturen in den vergangenen zehn Jahren hatte. Auch bei Patienten, die an einer Schilddrüsenüberfunktion leiden oder dauerhaft Säureblocker wegen Magenproblemen einnehmen müssen, werden schneller in Therapie gehen müssen.

© BillionPhotos.comAlternativ zu Tabletten kann die Therapie auch über Spritzen ablaufen - diese müssen weniger häufig gesetzt werden (© BillionPhotos.com)Wie wird die Therapie durchgeführt?

Mittlerweile gibt es nicht mehr nur die klassische Tablette, sondern auch Depotspritzen, die drei Monate, ein halbes oder ein ganzes Jahr vorsorgen. In Deutschland sind für die Osteoporose-Therapie zugelassen: Alendronsäure, Denosumab, Ibandronat, Risedronat, Teriparatid und Zoledronat.

Die Medikamente werden in der Regel über Jahre, aber nicht für immer eingenommen. Die Knochendichte sollte jährlich überprüft werden. Ist der Wert verbessert und über einer bestimmten Schwelle, kann die Therapie nach drei bis fünf Jahren gegebenenfalls pausiert werden.

Mit der richtigen Therapie kann man die Osteoporose heutzutage sehr gut behandeln und sogar einen Wiederaufbau von Knochen erreichen.

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