Polymyalgia rheumatica (PMR) und Arteriitis: Symptome, Diagnostik und Behandlung

Frauen sind doppelt so häufig von einer Polymyalgia rheumatica betroffen wie Männer. (© jd-photodesign - fotolia)

Dieser Artikel klärt über Symptome und Diagnostik der einfachen entzündlich-rheumatischen Erkrankung Polymyalgia rheumatica (PMR) und der Arteriitis temporalis auf.

Symptome: Woran erkennt man Polymyalgia rheumatica?

Die Erkrankung beginnt plötzlich mit starken Schmerzen in der Schulterregion und im Hüftbereich. Die Arme können nicht mehr angehoben werden und das Anziehen, Zähneputzen, Kämmen, Rasieren sind dadurch oft deutlich schmerzhaft behindert.

Es fühlt sich alles wie wund an. Schmerzen der Oberschenkelmuskulatur führen zum erschwerten Aufstehen aus dem Sitzen, Auf- und Abwärtsgehen von Treppen. Typisch ist zusätzlich ein ausgeprägtes allgemeines Krankheitsgefühl mit Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit und Gewichtsabnahme.

Ausgeprägte (Schläfen-)Kopfschmerzen, verdickte und überempfindliche Schläfenarterien und Sehstörungen sind Anzeichen für eine gleichzeitig vorliegende Arteriitis temporalis, eine Entzündung der Schläfenarterie. Die PMR tritt erst im fortgeschrittenen Lebensalter, d. h. ab 65 Jahre auf. Frauen sind doppelt so häufig betroffen wie Männer.

Diagnostik: Blut- und Ultraschalluntersuchung

Ärztlicherseits erfolgt eine Untersuchung auf Entzündungszeichen im Blut (Blutsenkung, CRP, Elektrophorese). Sind diese deutlich verändert, liegt der Verdacht nahe, dass es sich um eine PMR handelt. Das äußerst prompte Ansprechen auf Cortison bestätigt dann die Verdachtsdiagnose, enthebt den Arzt/die Ärztin aber nicht davon, gleichzeitig nach anderen möglichen Ursachen zu suchen, die Grund für eine ähnliche Symptomatik sein können (vor allem Tumorerkrankungen und unerkannte Infektionen).

Bei einer Arteriitis temporalis kann man mit einer speziellen Ultraschalluntersuchung an der Schläfenarterie die Verdachtsdiagnose bestätigen.

Behandlung mit Cortison und anderen Medikamenten

Auch wenn Cortison weder bei Patienten noch bei Ärzten in der langfristigen Anwendung geliebt wird, ist es bei dieser Erkrankung außerordentlich gut und sehr schnell wirksam. Bei der einfachen PMR muss das Cortison nicht so hoch dosiert werden wie bei der Arteriitis temporalis. Denn durch die Entzündung der Schläfenarterie kann eine Erblindung eintreten.

Wenn man auf Dauer zu hohe Dosen von Cortison benötigt, um ein Wiederauftreten von Entzündungszeichen zu verhindern, können ergänzend auch andere Medikamente, sogenannte Immunsuppressiva, gegeben werden.

Ausblick: Welche Prognose haben PMR-Patienten?

Die Prognose der PMR ist insgesamt recht gut und heilt bei den meisten Patienten vollständig aus. Oftmals reicht eine niedrig dosierte, aber ausreichend lange (mindestens 1 Jahr) gegebene Cortisontherapie aus, um langfristig eine Heilung herbeizuführen.

Nebenwirkungen dieser langen Cortisongabe sind aber weitere Erkrankungen wie z. B. Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), Osteoporose sowie grüner und grauer Star, um nur einige zu nennen. Die Gefahr der Erblindung eines Auges bei einer Arteriitis temporalis kann durch rasche Einleitung einer ausreichend hohen Cortisontherapie vermieden werden. Deshalb gehört diese Erkrankung immer in ärztliche Behandlung. Bei einer Normalisierung der Entzündungszeichen ist diese Komplikation im Allgemeinen nicht mehr zu befürchten.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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