Prolotherapie – die natürliche Alternative zur Operation! Anwendungsgebiete & Ablauf

Dr. Eyok

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© BlueSkyImages - fotoliaDie Prolotherapie kann vielseitig bei verschiedenen Beschwerden zum Einsatz kommen. (© BlueSkyImages - fotolia)Die Proliferationstherapie, auch kurz „Prolotherapie“ genannt, ist eine alternative medizinische Behandlungsmethode, die überall dort zum Einsatz kommt, wo unser Bewegungsapparat Verletzungen und Verschleißerscheinungen zeigt.

Durch gezielte Injektionen von Traubenzucker und einem leichten Anästhetikum wird das Gewebe angeregt, besser zu heilen und sich zu erneuern. Die Selbstheilungskräfte des Körpers sind damit die Grundlage dieser Therapie.

Woher kommt die Prolotherapie?

Die Proliferationstherapie ist nicht neu. In den USA wird diese Methode seit langem erfolgreich angewandt. Sportler zählen zu den häufigen Nutzern, da sich die Heilung beschleunigt. Der Regenerationsprozess wird verkürzt und es muss nicht operiert werden.

Die Erfahrung zeigt, dass meistens viel zu schnell und viel zu oft operiert wird. Noch immer sieht man den Körper als eine zu reparierende Maschine und tauscht Einzelteile aus. Bei der Prolotherapie steht die Aktivierung der Selbstheilungskräfte im Vordergrund. Das geheilte Gebiet funktioniert auch besser.

Welche Anwendungsgebiete eignen sich für die Prolotherapie?

Ob Sportverletzungen, Bandscheibenprobleme, gestörte Schulterfunktion und Schulterschmerzen, chronische Rückenschmerzen, „Tennisarm“ oder spannungsbedingte Kopfschmerzen – der Grund für all diese Beschwerden liegt zumeist in der Beschädigung oder im Erschlaffen der Muskeln und Bänder.

Da diese den gesamten Bewegungsapparat zusammenhalten, reicht es nicht, lediglich die Muskulatur durch bestimmte Übungen zu kräftigen. Auch Bänder und Sehnen müssen gefestigt werden. Denn das „Ausleiern“ sorgt schließlich dafür, dass ein einwandfreies Zusammenspiel von Knochen, Gelenken, Muskeln und Bändern nicht mehr beschwerdefrei möglich ist.

So läuft die Prolotherapie ab

Was tun also? Aufschneiden? „Defekte“ Gelenke ersetzen? Natürliche Teile gegen künstliche austauschen? Oder neue, sehr viel einfachere Wege gehen?

Ein sanfter chirurgischer Eingriff führt die Nadel exakt zum richtigen Punkt und ein Gemisch aus Traubenzucker und einem Anästhetikum wird in das betroffene Gewebe injiziert. Dadurch wird der natürliche Selbstheilungsprozess aktiviert. Der Organismus beginnt, das schadhafte Gewebe durch gesundes zu ersetzen.

Klassische chirurgische Methoden hingegen, wie etwa die Kortisonbehandlung, haben oft den gegenteiligen Effekt. Sie unterdrücken den Schmerz, tragen jedoch nicht zur eigentlichen Heilung bei – eher schwächen sie das Gewebe.

Natürliche Heilmethoden statt OP

Die Medizin entwickelt sich immer weiter. Und wir verstehen heute besser, wie unser Körper funktioniert. Wir sollten auch bei unserem Organismus ökologischer und nachhaltiger denken und weniger tun, das ihn gefährdet. Die Behandlung ist auf jeden Fall ökonomischer und verursacht kaum nennenswerte Komplikationen.

Heutzutage mehren sich chirurgische Eingriffen zur Behandlung, beispielsweise von Schmerzen an Gelenken und an den Wirbelsäulen. Angesichts dessen wäre es sinnvoll, über die Prolotherapie als ersten Therapieversuch nachzudenken. Und das hat mit Injektionen von „Gelenkschmiere“ nichts zu tun. Wenn ich für mich selbst einen Vergleich anstellen möchte, würde ich sagen: Meine Indikationen zur Operation haben sich um mehr als die Hälfte reduziert.

Die Proliferationstherapie ist eine ideale Methode, um unnötige Operationen zu vermeiden. Und die Heilungsrate ist sehr hoch. Der Arzt braucht jedoch eine sehr große Erfahrung, um zu wissen, wo er sie beim Patienten ansetzen muss. Beim „Tennisarm“ zum Beispiel reichen in der Regel wenige Sitzungen.

Ob Arthrose, Rücken- oder Schulterschmerzen, und selbst chronische Kopfschmerzen – sie haben ihre Ursache zumeist in der Degeneration bestimmter Gewebebereiche. Und die ärztliche Heilkunst ist nun, die natürliche Regenerationsfähigkeit des Körpers zu stimulieren, damit dieses beschädigte Gewebe wieder nachwächst – anstatt zu operieren und Natürliches mit Künstlichem zu ersetzen.

Da die Proliferationstherapie nicht von den Krankenkassen übernommen wird, muss hier der Patient in die Eigenverantwortung gehen. Wie so oft in unserem Gesundheitssystem.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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