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Das jameda-Interview: 9 Fragen an Herrn Rudolf Strümper

Herr Strümper

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© Herr Rudolf Strümper praktiziert als Orthopäde in Köln.Herr Rudolf Strümper ist Orthopäde in Köln. (© Herr Rudolf Strümper praktiziert als Orthopäde in Köln.)Ärzte haben einen besonderen Blick auf die Welt der Medizin. Damit Patienten hinter die Kulissen des Gesundheitswesens blicken können, stellt jameda Herrn Rudolf Strümper interessante Fragen zu seinen Erfahrungen als Orthopäde.

jameda: Herr Strümper, was hat Sie motiviert, Orthopäde zu werden?
Herr Strümper: Die Mobilität des Menschen trägt nicht unerheblich zur Lebensqualität bei. Gleichzeitig sind degenerative Erkrankungen, wie zum Beispiel Arthrosen oder auch Bandscheibenerkrankungen, ein weiterverbreitetes sowie die Mobilität und damit die Lebensqualität verminderndes Übel. Da man hier durch eine fundierte Diagnostik sowie eine gute Therapie eine Verbesserung erreichen kann, war dies ein wichtiges Motiv für mich, Orthopäde zu werden.

jameda: Was macht Ihnen im Praxisalltag am meisten Freude? Wo sehen Sie die größten Herausforderungen?
Herr Strümper: Am meisten Freude machen mir Patienten, die von ihren Beschwerden befreit werden konnten. Natürlich gibt es auch schwierige und komplizierte Fälle, deren Beschwerden nicht so schnell zum Abklingen zu bringen sind. Hier sehe ich eine besondere Herausforderung, denn auch solchen Patienten möchte ich meine Hilfe anbieten.

jameda: Manche Krankheiten und Therapien sind unangenehm und verlangen viel Durchhaltevermögen vom Patienten. Was raten Sie Patienten in solchen Situationen?
Herr Strümper: Durchhalten und Weitermachen mit der Therapie ist natürlich oft schwierig, wenn man anfangs noch keine deutlichen Erfolge erkennen kann. Gerade Arthrosen, d.h. der Verschleiß von Gelenken, führt häufig sekundär zu einer Schwächung der Muskulatur, die dann nur relativ mühselig wieder durch ein längeres Training aufgebaut werden kann. Gerade in einer solchen Situation ist es wichtig, anfangs diszipliniert weiter zu trainieren bis sich dann schließlich ein spürbarer Behandlungs- bzw. Trainingserfolg einstellt.

jameda: Wie reagieren Sie, wenn Sie merken, dass ein Patient Ihren Therapieplan nicht befolgt?
Herr Strümper: Ich versuche ihm die Wichtigkeit des systematischen Therapieplans nochmals zu erläutern und ihn anhand von Beispielen anderer Patienten, die in einer ähnlichen Situation waren, zu motivieren

jameda: Wenn Sie das Gesundheitssystem ändern könnten, was würden Sie als Erstes tun?
Herr Strümper: Ich würde das Zweiklassensystem (privat und Kassen) abschaffen und eine Gebührenordnung staatlich verordnen, welche für alle Patienten gleichermaßen gültig ist. Alle Patienten sollten ihre Behandlungen zunächst selbst bezahlen. Diejenigen, die dazu nicht in der Lage sind, sollten staatliche Unterstützung erhalten.

jameda: Kein Mensch ist perfekt. In welchen Bereichen haben Ärzte Ihrer Meinung nach Verbesserungspotential?
Herr Strümper: Verbesserungspotenzial sehe ich in vielen Bereichen, vielleicht besonders im Bereich der Kommunikation untereinander und beim Einsatz moderner Technik bei Kongressen und anderen Fortbildungsveranstaltungen. Diese können meines Erachtens durchaus online stattfinden.

© Der moderne Empfangsbereich in der Praxis von Herrn Strümper.Der Empfangsbereich in der Praxis von Herrn Strümper. (© Der moderne Empfangsbereich in der Praxis von Herrn Strümper.)jameda: Die Welt der Medizin verändert sich ständig. Gibt es neue Therapieverfahren oder Gerätschaften, die Sie in Ihrer Praxis anwenden?
Herr Strümper: Seit etwa eineinhalb Jahren nutzen wir in unserer Praxis die interventionelle Kernspintomographie, d.h. Injektionen können sehr präzise und ohne jegliche Strahlenbelastung für den Patienten unter Kernspinkontrolle durchgeführt werden. Dies betrifft vor allem auch Injektionen bei Bandscheibenvorfällen, die eine gute Alternative zum operativen Eingriff darstellen.

jameda: Gibt es einen Patienten oder ein Erlebnis in Ihrer Praxis, das Sie nie vergessen werden?
Herr Strümper: Es gab vor einigen Jahren einen 15-jährigen, der zu uns wegen geringen Knieschmerzen nach einer Prellung beim Fußball spielen kam. Bei der anschließenden Kernspinuntersuchung stellte sich heraus, dass die Ursache der Schmerzen ein schon recht ausgedehnter bösartiger Tumor im Gelenk war. Das war für uns alle ein Schock. Gott sei Dank geht es ihm nach dem damals unverzüglich durchgeführten operativen Eingriff heute wieder besser.

jameda: Welchen Gesundheitstipp möchten Sie unseren Lesern mit auf den Weg geben?
Herr Strümper: Viel Bewegung und eine gesunde Ernährung.

 

Zur Person

  • Nach dem Medizinstudium in Köln machte Herr Strümper zunächst eine Facharzt-Ausbildung in der Neurochirurgie, danach in der Orthopädie und der Sportmedizin.
  • Tätigkeit als leitender Oberarzt in einem Kölner Klinikum mit großer Abteilung für Orthopädie und Traumatologie.
  • Niederlassung in Praxis Klinik - schwerpunktmäßige Durchführung zahlreicher ambulanter und stationärer operativer Eingriffe, vorwiegend arthroskopische Operationen.
  • Parallel dazu als zweiter Schwerpunkt die Behandlung von Rückenschmerzen sowohl physiotherapeutisch als auch durch CT-gesteuerte, später MRT-gesteuerte Injektionen.

Zur Praxis

Wir sind ein Team aus einem Radiologen und Orthopäden sowie Physiotherapeuten, die schwerpunktmäßig sowohl manualtherapeutische und physikalische Therapiemaßnahmen als auch invasivere nicht operative MRT-gesteuerte Injektionsbehandlungen bei Bandscheibenvorfällen oder auch Arthrosen sämtlicher Gelenke durchführen.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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