Vertikalmaus und Schrägmaus: Hilfe bei Schmerzen im Handgelenk

Häufiges Arbeiten mit einer Computermaus führt oftmals zu Schmerzen und Reizungen im Bereich des Handgelenks. Ergonomisch geformte Mäuse können Abhilfe schaffen. (© starfotograf - iStock)

Den Großteil des Tages verbringen wir auf der Arbeit. Berufskrankheiten, die uns bei der Ausübung unseres Jobs behindern, nehmen daher immer mehr zu. Neben Rückenschmerzen treten insbesondere Schmerzen im Bereich des Handgelenks in den Vordergrund. Doch nicht nur schwer körperlich arbeitende Menschen sind betroffen. Vor allem Büroarbeiter klagen immer häufiger über Handgelenksschmerzen.

Die gleichförmigen und wiederkehrenden Bewegungsmuster in Kombination mit einer unnatürlichen Handhaltung beim Arbeiten vor dem Computer sind schuld an den überlastungsbedingten Handgelenksschmerzen. Ergonomisch geformte Computermäuse entlasten das Handgelenk und bringen es in eine neutrale Position. Nach der Abklärung und Untersuchung Ihrer Handgelenksschmerzen unterstützt ein handchirurgisch versierter Behandler Sie gerne bei der Auswahl eines für Sie geeigneten Modells.

Auslöser von Handgelenksschmerzen

Verschiedene Ursachen können Schmerzen im Bereich der Hand, des Handgelenks, der Finger und des Unterarms auslösen. Eine verkrampfte Handhaltung beim Arbeiten mit einer nicht-ergonomischen Computermaus reizt oft Sehnen, Muskeln und Weichteile. Vor allem die Sehnenscheidenentzündung (Tendovaginitis) ist ein Krankheitsbild, das Büroarbeiter häufig betrifft.

Sie äußert sich durch Rötung und Schwellung im Bereich des Unterarms in Kombination mit brennenden Schmerzen bei Greifbewegungen der Hand. Menschen über 50 leiden zudem häufig an altersbedingtem Gelenkverschleiß im Bereich des Handgelenks, des Daumens (Rhizarthrose) oder der Finger (Heberden- und Bouchard-Arthrose). Ist die Knorpelschicht in den Gelenken durch den Verschleißprozess zerstört, reiben die Knochen schmerzhaft aufeinander.

Aber auch nervenbedingte Schmerzen an Hand, Handgelenk und Unterarm sind möglich. Neben dem Karpaltunnelsyndrom können das seltener auftretende Sulcus-ulnaris-Syndrom oder das Loge-de-Guyon-Syndrom zu schmerzhaften Nerveneinklemmungen im Bereich der Hand und des Unterarms führen. Die Nervenkompression äußert sich nicht nur durch Schmerzen im Bereich der Hand und der Finger. Sie geht auch mit Taubheit und Kraftlosigkeit sowie Lähmungserscheinungen einher.

Vermeidung von Handgelenksschmerzen mittels Vertikalmaus

Beim Einsatz einer Standardmaus drehen wir unser Handgelenk in die Pronation (Einwärtsdrehung). Die Handfläche ist dabei parallel zur Unterlage ausgerichtet. Dies führt dazu, dass sich die beiden Unterarmknochen Elle (Ulna) und Speiche (Radius) überkreuzen. In dieser Haltung belasten wir unsere Unterarmmuskeln sehr und es kommt zu Reizungen und Beschwerden.

Ergonomisch geformte Computermäuse bringen die Hand in eine neutrale Position. Dadurch können Sie einer Überlastung des Handgelenks und des Unterarms vorbeugen. Die häufigste Form der ergonomischen Computermaus ist die Vertikalmaus. Beim Arbeiten mit der Vertikalmaus drehen wir das Handgelenk um 90° nach außen (Supination). Dies verringert den Muskeltonus der Handgelenksmuskeln.

 

Sensible Strukturen wie Muskeln, Sehnen und Bänder ermöglichen die zahlreichen Funktionen des Handgelenks. Fällt eine dieser Strukturen aus, hat das Folgen für das gesamte Handgelenk. (© lightpoet - fotolia)
Vertikalmaus als Joystick

Eine Unterform der Vertikalmaus ist die sogenannte Joystick- bzw. Hochkantmaus. Sie bringt das Handgelenk ebenfalls in eine 90°-Stellung. Im Gegensatz zur Maus, die flach auf dem Tisch liegt, umfasst die Hand bei dieser Form einen Joystick. Das Klicken erfolgt über einen Knopf an der Oberseite des Joysticks und wird mit dem Daumen ausgeführt.

Vor allem für Menschen mit Fingerarthrose empfiehlt sich die Joystickmaus. Bestehen allerdings Schmerzen im Daumen, ist diese Form der Computermaus nicht ideal, da sie das Daumengelenk zusätzlich belastet.

Bewährte Form der ergonomischen Computermaus: die Schrägmaus

Neben der Vertikalmaus kann die angeschrägte Maus bzw. Schrägmaus brennende Schmerzen im Handgelenk oder Unterarm durch Überlastungen vermeiden. Sie ist ähnlich geformt wie die Vertikalmaus, allerdings beträgt der Neigungswinkel des Handgelenks weniger als 90°. Viele Schrägmäuse bringen das Handgelenk beispielsweise in eine 45°-Stellung. Für viele Patienten ist diese Position beim Arbeiten vor dem Computer am angenehmsten.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare (2)

Dirk S., 27.01.2021 - 09:07 Uhr

Ich hatte vor über einem Jahr einen Mausarm. Durch anfängliches schonen und Umstieg auf eine Vertikalmaus im privaten Bereich, habe ich das Problem in den Griff bekommen. Seit ich aber im Home-Office bin und nur noch die Vertikalmaus verwende, habe Schmerzen im kleinen Finger der rechten Hand. Kann dieses jetzt durch die Vertikalmaus kommen und ein Umstieg auf eine Schrägmaus wäre anzuraten? Oder soll ich wie vor einem Jahr für private Aktivitäten die Vertikalmaus und für dienstliche Aktivitäten die Horizontalmaus verwenden? Gibt es auch einen Artikel zur Nähe der Tastatur zum Körper und dadurch angewinkelte Hände? Mit freundlichen Grüßen, Dirk S.

Antwort von Dr. med. Günther Riedel, verfasst am 29.01.2021

Lieber Dirk S., ich entnehme Ihrem Kommentar, daß Sie täglich vermutlich viele Stunden am Computer und mit der Maus verbringen. Ich würde Ihnen als erstes empfehlen, immer wieder mal zwischen normaler Maus, Schrägmaus und Vertikalmaus zu wechseln, egal ob Sie privat oder beruflich am Computer tätig sind. Dadurch erfährt Ihre Hand eine abwechselnde Stellung und Belastung. Einseitige Belastung, die oft für Schmerzen verantwortlich ist, wird dadurch vermieden. Falls das Ihre Beschwerden innerhalb von ca. 4 Wochen nicht verbessert, sollten Sie einmal die Sprechstunde eines erfahrenen Handchirurgen aufsuchen. Ich hoffe, ich kann Ihnen damit weiterhelfen. Alles Gute! Freundliche Grüße, Dr. med. Günther Riedel

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