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Sport mit künstlichen Gelenken (Hüft TEP, Knie TEP und Schulter TEP): Was ist geeignet?

Dr. Dexel

von
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© Jacek Chabraszewski - fotoliaNordic Walking gilt generell als sehr gelenkschonende Sportart. (© Jacek Chabraszewski - fotolia)Die Versorgung der großen Gelenke mit Kunstgelenken hat in den vergangenen Jahrzenten zugenommen. Die Implantate und Verankerungsprinzipien haben sich im Laufe der Zeit verbessert, sodass diese höheren funktionellen Beanspruchungen genügen. Neben älteren Patienten erhalten auch immer mehr jüngere Menschen mit gesteigertem Anspruch an Alltag, Freizeit und Sport Kunstgelenke. Beide haben den Wunsch nach vermehrter körperlicher Aktivität und möchten sportliche Betätigungen wieder aufnehmen. Sowohl der Patient, der durch das Kunstgelenk schmerzfrei und mobiler wurde als auch der junge Kunstgelenkträger.

Bewegung ist auch mit einem künstlichen Gelenk wichtig

Sport wird nach einem Kunstgelenkseingriff empfohlen. Er kann die Einheilung der Prothese verbessern, das Lockerungsrisiko senken und die muskuläre Leistungsfähigkeit steigern. Des Weiteren senkt Sport das kardiovaskuläre Risiko.
Die individuellen Voraussetzungen der Sportfähigkeit sollten gegeben sein. Hierzu müssen kardiovaskuläre Begleiterkrankungen, das Alters sowie das Körpergewicht beurteilt werden. Es kann ein Belastungs-EKG notwendig sein, um stabile Herz-Kreislauf-Verhältnisse zu bestätigen.

Übergewicht kann die Lebensdauer von Kunstgelenken durch einen vermehrten Verschleiß und eine vorzeitige Lockerung limitieren. Eine optimale Einstellung des Körpergewichts ist eine wichtige Maßnahme in der Behandlungsplanung. Häufig haben sich schon vor der Operation Einschränkungen, v. a. in Koordination, Kraft, Ausdauer und Gleichgewicht entwickelt, daher ist es wichtig, sportliche Aktivitäten langsam zu beginnen und gemeinsam mit Ihrem Arzt abzustimmen.

Ob eine Sportart geeignet ist oder nicht, hängt vom operierten Gelenk, der OP-Technik und den implantierten Materialien ab. Aber auch den Begleiterkrankungen des Einzelnen. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, ob die Sportart bereits vor der Implantation ausgeübt wurde und hierzu eine ausreichende Erfahrung existiert.

Sogenannte „Low-Impact“-Sportarten mit wiederkehrenden Belastungsformen (Radfahren, Rudern, Schwimmen oder Walking) werden grundsätzlich empfohlen. „High-Impact“ Sportarten (Kampf- und Spielsportarten) sind nur in Abhängigkeit von der jeweiligen Vorerfahrung in Ausnahmefällen empfehlenswert. Das Risiko für Verletzungen, Überlastungserscheinungen, Knochenbrüche und Lockerung des Implantats ist hier erhöht.


Das Wichtigste in Kürze

  • Erst nach ca. drei bis sechs Monaten ist das Kunstgelenk voll einsetzbar, danach kann man wieder nahezu uneingeschränkt Sport treiben.
  • Voraussetzung für Sport ist ein stabil verankertes Implantat ohne Lockerungszeichen.
  • „High-Impact“-Sportarten, bei denen es zu stoßartigem Bewegungswechsel kommen kann oder eine Sturzgefahr besteht, sollten vermieden werden.
  • Je sportlicher ein Patient vor einem Kunstgelenkeingriff war, desto besser und schneller kann er nach der Operation wieder mobil werden.
  • Vermieden werden sollte der Sport bei einer Gelenkinfektion oder einer nachgewiesenen gelockerten Prothese.
  • „Reha-Sport“ wird von vielen Einrichtungen angeboten und von den Kostenträgern unterstützt. Der behandelnde Arzt stellt dazu eine Verordnung aus. 
  • Die regelmäßige Bewegungstherapie, die in Form von Eigenübungen zu Hause durchgeführt werden kann, hat ebenso einen hohen Stellenwert.
  • Am besten ist das Kunstgelenk geschützt, wenn trainierte Muskeln und Bänder es umgeben.

Diese Sportarten sind für Sie geeignet

  geeignete Sportarten bedingt geeignete Sportarten ungeeignete Sportarten
Hüftgelenk
  • Aquajogging
  • Bergwandern
  • Golf
  • Gymnastik
  • Krafttraining (angeleitet)
  • Laufen (Laufband)
  • Radfahren (Ergometer)
  • Reiten
  • Rudern
  • Schwimmen
  • Tennis (Doppel)
  • Tanzen
  • (Nordic-)Walking
  • Wandern
  • Eislaufen
  • Gewichtheben
  • Inline-Skating
  • Krafttraining (selbstständig)
  • Laufen
  • Ski Alpin
  • Tennis (Einzel)
  • Tischtennis
  • Badminton
  • Basketball
  • Fußball
  • Handball
  • Hockey
  • Klettern
  • Mountainbiken
  • Snowboarden
  • Squash
  • Turnen
  • Volleyball
  • Zweikampfsportarten
Kniegelenk
  • Aquajogging
  • Bergwandern
  • Gymnastik
  • Krafttraining (angeleitet)
  • Radfahren (Ergometer)
  • Reiten
  • Rudern
  • Schwimmen
  • Tanzen
  • (Nordic-)Walking
  • Eislaufen
  • Fechten
  • Golf
  • Inline-Skating
  • Kanu
  • Krafttraining (selbstständig)
  • Laufen
  • Ski Alpin
  • Aki Langlauf
  • Tennis (Doppel)
  • Tischtennis
  • Badminton
  • Basketball
  • Fußball
  • Handball
  • Hockey
  • Klettern
  • Mountainbiken
  • Snowboarden
  • Squash
  • Tennis (Einzel)
  • Turnen
  • Volleyball
  • Zweikampfsportarten
Schultergelenk
  • Aquajogging
  • Gymnastik
  • Laufen
  • Krafttraining (angeleitet)
  • Radfahren (Ergometer)
  • Ski Langlauf
  • Tennis (Doppel)
  • Schwimmen
  • Tanzen
  • (Nordic-)Walking
  • Wandern
  • Eislaufen
  • Golf
  • Inline-Skating
  • Krafttraining (selbstständig)
  • Reiten
  • Rudern
  • Ski Alpin
  • Basketball
  • Fußball
  • Handball
  • Hockey
  • Klettern
  • Mountainbiken
  • Snowboarden
  • Squash
  • Tennis (Einzel)
  • Turnen
  • Volleyball
  • Zweikampfsportarten

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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