Wenn die Hand nachts schmerzt: Symptome & Behandlung des Karpaltunnelsyndroms

Wie kann ein Karpaltunnelsyndrom behandelt werden? (© lightpoet - fotolia)

Wenn die Hand nachts schmerzt, könnte es sich um ein sogenanntes Karpaltunnelsyndrom handeln. Dabei handelt es sich um ein Nervenkompressionssyndrom an der Hand, bei dem der Mittelhandnerv im Karpaltunnel durch eine Druckschädigung eine Funktionsstörung erleidet.

Eine häufige Ursache ist eine Sehnenscheidenentzündung mit Schwellung der Fingerbeugesehnen.

Wie äußert sich ein Karpaltunnelsyndrom?

Typischerweise kommt es zu schmerzhaften Gefühlsstörungen und Kribbeln des Daumens, des Zeige- und Mittelfingers und der Hälfte des Ringfingers, die sich durch Schütteln der Hand bessern. Im fortgeschrittenen Krankheitsstadium sind die Gefühlsstörungen permanent vorhanden. Frauen sind häufiger betroffen als Männer.

Das Karpaltunnelsyndrom kann einseitig oder beidseitig auftreten. Abzugrenzen sind durch Erkrankungen der Halswirbelsäule verursachte Nervenfunktionsstörungen.

So wird ein Karpaltunnelsyndrom behandelt

Als Selbsthilfe kann eine Linderung durch einen Verband erzielt werden, der das Handgelenk ruhigstellt. Wenden Sie sich an Ihren Hausarzt, an einen Neurologen oder an einen Chirurgen mit Erfahrungen in der Handchirurgie. Die Therapiemöglichkeiten sind nichtoperativ und operativ. Welche Therapie die jeweils geeignete ist, hängt vom konkreten Befund ab.

Die nichtoperative Behandlung beinhaltet die Ruhigstellung des Handgelenkes mit einer Nachtlagerungsschiene und in Ausnahmefällen eine Injektion. Auch physiotherapeutische oder ergotherapeutische Behandlungen können im Anfangsstadium selten in Betracht gezogen werden.

Die Therapie der Wahl ist in der Regel die operative Behandlung, bei der der Karpaltunnel entlastet wird, indem das sogenannte quere Hohlhandband durchtrennt wird. Anschließend werden Verklebungen der Mittelhandnerven gelöst, sofern sie vorhanden sind. Möglich sind die offene Operation über einen kleinen Hautschnitt oder die endoskopische Operation über zwei sehr kleine Hautschnitte, wobei das offene Verfahren weitaus häufiger durchgeführt wird.

Alles über Risiken, Vor- & Nachbehandlung 

Es handelt sich um eine Operation mit geringem Risiko, die ambulant und zum Beispiel in Regionalanästhesie, also mit Betäubung des Armes, erfolgen kann. Indem eine Lupenbrille verwendet und die zu behandelnde Stelle blutleer gestellt wird, hat der Chirurg während der Operation gute Sicht und kann es so vermeiden, Nerven, Sehnen und Gefäße zu verletzen.

Vor der Operation wird meistens die Nervenleitgeschwindigkeit mit Hilfe eines sogenannten ENGs gemessen. Nach der Operation kann sich der Mittelhandnerv wieder erholen, die Erholungsdauer ist individuell sehr verschieden.

Die operierte Hand kann im Alltag wieder zügig eingesetzt werden, sofern starke Belastungen vermieden werden. Die Dauer der Krankschreibung nach der Operation hängt von Ihrer Tätigkeit und der erforderlichen Belastbarkeit der Hand ab.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

Wie hilfreich fanden Sie diesen Artikel? 0

Kommentar abgeben oder Rückfrage stellen:

Kommentare (0)

Interessante Artikel zum Thema

Sie suchen einen passenden Arzt für Ihre Symptome?