Verschleiß am Schultergelenk: Diese Therapien helfen gegen Omarthrose

Dr. Gaiser

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© andersphoto - fotoliaDas Schultergelenk gehört zu den Gelenken, die am häufigsten von Verschleiß betroffen sind (© andersphoto - fotolia)Das Schultergelenk ist das dritthäufigste Gelenk, an dem eine generalisierte Verschleißerkrankung vorkommt. Eine derartige Erkrankung in Form von Arthrose am Schultergelenk nennt man Omarthrose. Welche konservativen Therapien helfen? Wann ist eine OP notwendig? 

Welche Symptome zeigen sich und was kann ich tun?

Das Oberarmkopf-Pfannen-Gelenk wird durch die Rotatorenmanschette in Position gehalten und zentriert. Kommt es im Rahmen der Verschleißerkrankung zu einem oder mehreren Sehnenrissen, steigt der Oberarmkopf unter dem Schulterdach nach oben. Im Rahmen der generellen Verschleißerkrankung werden oft Knorpel verbraucht, die knöchernen Gelenkpartner deformiert und der Kapsel-Band-Apparat durch die Knorpelabriebpartikel chronisch entzündet. 

Klinisch zeigt sich das in belastungsabhängigen Schmerzen mit Ruheschmerz und zunehmender Bewegungseinschränkung mit Kraftverlust. 

Hier können Sie die Entzündung mildern, indem Sie

  • gelegentlich ein schmerzstillendes und antientzündliches Medikament einnehmen
  • durch Dehnungsübungen der zunehmenden Bewegungseinschränkung gegenarbeiten
  • durch spezielle Kräftigungsübungen mit oder ohne Gerät die "innere Muskelmaschette" aufbauen

Was kann ich tun, wenn sich die Beschwerden nicht bessern?

Mit zunehmendem Verschleißgrad reichen diese "Hausmittel" nicht mehr aus. Jetzt sollte ein Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie aufgesucht werden. Er untersucht Sie und macht Röntgenaufnahmen, um den Verschleißgrad des Gelenkes zu bestimmen. Ergänzend wird eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt, um festzustellen, ob ein Sehnenriss vorliegt.

In diesem Stadium haben sich Injektionstherapien mit Hyaluronsäure bzw. plättchenreichem Plasma in Kombination mit durchblutungssteigernden physikalischen Verfahren als hocheffektiv erwiesen. Leider werden diese Therapien von den gesetzlichen Krankenversicherungen nicht übernommen.

Bringen auch diese Therapien keine Schmerzlinderung mehr, steht ein operativer Eingriff zur Diskussion. Bei höhergradigem Verschleiß mit Sehnenriss ist häufig ein gelenkerhaltender Eingriff nicht mehr erfolgsversprechend. Hier hilft dann nur noch der Einbau eines künstlichen Schultergelenks. Dabei kommt heute vornehmlich eine sogenannte inverse Schulterprothese zum Einsatz. Pfanne und Kopf sind hier getauscht, um eine bessere Funktion nach einem oder mehreren Sehnenrissen zu ermöglichen.

Was muss ich über den Eingriff wissen?

Der Eingriff ist heutzutage hochstandardisiert, sodass die möglichen Komplikationen anderen orthopädischen Eingriffen entsprechen und sich insgesamt auf ca. 1-3 % belaufen.

In den ersten sechs Wochen nach der OP darf der Arm nur passiv vor- bzw. zur Seite gehoben werden. Ab der siebten Woche darf der Patient dann zunehmend aktiv belasten. 

Die "innere Heilungszeit" kann bis zu sechs Monate betragen. Die Arbeitsunfähigkeit beläuft sich für eine mittelschwere Tätigkeit auf ca. drei Monate. 

Regelmäßige Hebe- und Tragebelastungen über fünf Kilogramm sollten bei einliegender Schulterprothese gemieden werden, da sich das Gelenk sonst frühzeitig lockern kann. 

Insgesamt gilt auch beim Schulter-Verschleiß wie bei den meisten orthopädischen Erkrankungen bezüglich der gewählten Therapieform: erst einfach dann schwer wählen.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare zum Artikel (1)


09.06.2018 - 17:13 Uhr

Zu den Schmerzen in der Schulter bei seitlichem...

von Karl N.

... Anheben des linken Arms kommen auch Beschwerden in der linken Hand vor allem beim Bewegen des Mittel- Ring- und kleinen Fingers hinzu. Richtiges Festhalten von Gegenständen mit der linken Hand ist oft nicht möglich bzw. mit starken Schmerzen verbunden Häufiges "Einschlafen" der Finger, ausstrahlende Schmerzen bei Rotation des Handgelenks im Bereich des Pulses.

Dr. Gaiser

Antwort vom Autor am 13.06.2018
Dr. med. Eugen Gaiser

Ausstrahlende Schmerzen bis in die Finger kommen häufig von Veränderungen im Bereich der unteren Halswirbelsäule und haben ihre Ursache nicht im Schultergelenk. Hier sollte zunächst ein MRT der HWS zum Ausschluß eines Bandscheibenvorfalles durchgeführt werden, ergänzend ggf, auch eine Nervenleitungsgeschwindigkeitsmessung des linken Armes (NLG).


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