Meniskusriss: Vier Fragen und Antworten zum Ablauf der OP

Prof. Dr. Lill

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© psdesign1 - fotoliaWelche Erfolgsaussichten habe ich nach einer OP? (© psdesign1 - fotolia)Manche Meniskusrisse müssen operiert werden, um das Arthroserisiko zu senken. Wissenswertes über Ablauf und Nachsorge der infrage kommenden Verfahren verrät dieser Artikel.


1. Welche OP-Verfahren gibt es?

Es gibt zwei OP-Verfahren: Wenn möglich, wird der Meniskusriss genäht. Wenn der Meniskus fixiert wird und der Eingriff nicht erfolgreich ist, entfernt der Arzt die gerissenen Anteile. Eine Naht ist in der Regel vorzuziehen, weil das Arthroserisiko danach geringer ist als bei der Teilentfernung. 

In beiden Fällen führt der Arzt eine Gelenkspiegelung durch. Die Arthroskopie ist minimalinvasiv und kommt mit wenigen Schnitten aus. 

Seltener ist eine offene OP die bessere Alternative, zum Beispiel wenn weitere Schäden zu beheben sind. Wenn der Meniskus nicht mehr zu retten ist, kann es auch notwendig sein, einen Spendermeniskus oder ein Kollagen-Meniskus-Implantat einzusetzen.


2. Wie läuft die OP jeweils ab?

Die Arthroskopie kann ambulant durchgeführt werden und dauert meist nur 15 Minuten. Der Patient erhält zunächst eine Vollnarkose oder eine Regionalanästhesie, damit der Eingriff schmerzfrei abläuft. Dann füllt der Chirurg das Gelenk mit einer sterilen Flüssigkeit, um anschließend eine kleine Kamera und die Instrumente einzuführen. Nachdem das Gelenk und die Sehne so betrachtet wurden, entfernt der Chirurg zerfaserte Anteile, wobei der Rand geglättet und möglichst viel Gewebe erhalten wird. Alternativ legt er eine Meniskusnaht an. 

Im Rahmen der Gelenkspiegelung kann auch ein Spendermeniskus eingesetzt werden, der genau auf die nötige Größe angepasst wird. Entferntes Meniskusgewebe hat nun die Chance, sich neu zu bilden. 

3. Wie sind Erfolgschancen und Risiken einzuschätzen?

Dank des minimalinvasiven Eingriffs bleiben nach der Arthroskopie keine großen Narben zurück. Auch Blutungen sind seltener als bei der offenen OP. Infektionen und Verletzungen können zwar ebenfalls auftreten, kommen aber nicht oft vor.

Zehn Jahre nach der Meniskusteilentfernung schätzen rund 91 % der Patienten ihre Knie als normal oder nahezu normal ein. Auch nach 15 Jahren zeigte die Meniskusteilentfernung bei einem stabilen vorderen Kreuzband in 88 % der Fälle gute oder sehr gute Ergebnisse. Wie zufriedenstellend die Resultate sind, hängt zum Beispiel von der schon bestehenden Knorpeldegeneration zum Zeitpunkt der OP, dem Alter und dem Körpergewicht ab. 

4. Wie sieht die Nachsorge aus?

Die Nachkontrolle findet zum Beispiel am Tag nach der OP und am vierten Tag nach dem Eingriff statt, damit der Arzt die Wundheilung prüfen und mögliche Komplikationen ausschließen kann. 

Manche Patienten müssen aufgrund der Schmerzen nach der Meniskusteilentfernung für einige Tage auf Krücken gehen, aber meist darf das Knie schnell wieder vorsichtig belastet werden. Für die ersten 14 Tage sollte sich der Patient schonen. Nach sechs bis acht Wochen dürfen die Patienten wieder Sport treiben.

Nach einer Meniskusnaht dauert es etwas länger, bis der Patient wieder voll belastbar ist. Erst nach drei Wochen darf er damit beginnen, das Knie langsam wieder zu belasten.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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