Hallux valgus - Vorfußschmerzen - Großzehenballen - Arthrose (Teil 1)

Dr. Raslan

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© Monkey Business fotolia© Monkey Business fotoliaDer menschliche Fuß ist ein Kunstwerk mit komplizierter Knochenarchitektur, die durch Muskel, Sehnen und Bänder gehalten und gesteuert wird.

Unter statischen Gesichtspunkten kann man die Skelettkonstruktion des normalen Fußes mit einem „Dreibein“ vergleichen; dabei sind die hintere Ferse, die Ballen unterhalb der großen Zehe sowie der kleinen Zehe die Stützpunkte. Verbindet man diese Stützpunkte durch Traglinien miteinander, ergibt sich ein gleichschenkliges Dreieck.

Eine der häufigsten Fußfehlstellung ist der Spreizfuß (die Verbreiterung des Vorfußes). Dieser wird durch Abschwächung und Abflachung des queren Bandes am Vorfuß, zwischen den Ballen unterhalb der Großzehe und der Kleinzehe, verursacht. Dadurch wird die Statik des Fußes verändert und nicht mehr an 3 Punkten, sondern, durch das Absinken von Mittelfußkopf 2, 3 und 4 und der Verschiebung von Knochen, Sehnen und Muskeln, an mehreren Punkten belastet und ruft dadurch manchmal schmerzhafte Zehendeformitäten des Vorfußes hervor:

  • Hallux valgus (Großzehenballen)
  • Digitus quintus varus (Kleinzehenballen)
  • Hammer- und Krallenzehe
  • Metatarsalgie (Schmerzen in der Fußsohle am Vorfuß)
  • Hallux rigidus (Arthrose des Großzehengrundgelenk)

Solche Fehlstellungen könnten durch erbliche Disposition verursacht werden. Begünstigt durch langjähriges Tragen hochhackiger spitzer Schuhe. Deshalb sind Frauen mehr als Männer betroffen.

Hallux valgus (Großzehenballen)
Beim Hallux Valgus (Großzehenballen) weicht durch Abflachung des Quergewölbes am Vorfuß der erste Mittelfußknochen nach innen aus, dadurch kommt es zum Ungleichgewicht und zur Verschiebung der Großzehensehnen. Durch diese Verschiebung ändert sich die Zugrichtung der Großzehensehnen und zieht die Großzehe nach außen. Dadurch entsteht ein Überbein oder der Ballen unterhalb der Großzehe. Wichtig ist bei dieser Fehlstellung der Winkel zwischen Mittelfußknochen 1.und 2. (normal bis ca. 10°) und der Ballenwinkel (normal bis ca. 15°). Durch die Beurteilung dieser Winkel (Röntgenaufnahme des Vorfußes unter Belastung) unterscheidet man zwischen leichtem, mittelschwerem und schwerem Hallux valgus, was bei der Behandlungsplanung eine große Rolle spielt.

Zur Beseitigung des Ballens und des Ballenschmerzes sowie zur Korrektur der Fehlstellung der 1. Zehe ist nach Ausschöpfung aller prophylaktischen (Vermeidung hoher und enger Schuhe) und konservativen Maßnahmen (Krankengymnastik, Einlagen, Schienen, Schuhzurichtungen) der operative Eingriff angezeigt. Hauptziele der Operation sind:

  • Achsen- und Rotationsausrichtung der Großzehe
  • Korrektur des Winkels zwischen 1. und 2. Mittelfußknochen und des Ballenwinkels
  • Wiederherstellung der Geometrie des ersten Großzehengrundgelenks
  • Wiederherstellung des Gleichgewichtes der Sehnen

Bei der Planung der Operation und Auswahl der Operationsmethode wird das Alter des Patienten, die Arthrose (Verschleiß) und Geometrie des Großzehengrundgelenks, der Zehenindex, der Zustand des Gelenks zwischen Mittelfußknochen 1 und des Keilbeines, sowie der angemessene Winkel, berücksichtigt. Hier stehen uns verschiedene moderne Operationsmethoden, wie z.B. Chevron-, Scarf- und die basisnahe (Open-Wedge) Osteotomie zur Verfügung. Die Operation muss anhand des aktuellen Behandlungskonzeptes und des internationalen Standards angepasst und durchgeführt werden. Das Gleiche Vorgehen gilt bei der Behandlung der schmerzhaften Kleinzehenballen.

Hier geht es zum zweiten Teil des Artikels.

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