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Wirbelsäulenarthrose: Ursachen und Behandlung (Teil 1)

Dr. Sigg

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verfasst am

© Spezifische Schmerzen in Hüfte und Rücken können ein Anzeichen für Arthrose oder Rheuma sein.Spezifische Schmerzen in Hüfte und Rücken können ein Anzeichen für Arthrose sein. (© Spezifische Schmerzen in Hüfte und Rücken können ein Anzeichen für Arthrose oder Rheuma sein.)

Vorzeitige Arthrose, entzündliches Rheuma und ausstrahlender Ischias spielen oft noch eine medizinisch vernachlässigte Rolle. Häufig wird recht schnell eine allgemeine Schmerztherapie und im späteren Verlauf ein operativer Eingriff in´s Auge gefasst. 

Ohne, dass jemals die eigentlichen - sehr individuellen und oft auch genetisch mitbedingten - Ursachen einer früh aufgetretenen aktivierten Arthrose oder eines sonstigen immunspezifischen Problems angesprochen bzw. abgeklärt wurden. 

Welche Symptome treten auf?

Arthrose, Rheuma und Ischias zeigen häufig ähnliche Symptome. Sie sind in unserer alternden Gesellschaft zu einem Problem geworden, das die selbständige Mobilität und die spätere Lebensqualität massiv bedroht.

Als spezifische Schmerzursachen sollten deshalb Arthrose und Rheuma von den unspezifischen Schmerzen - Rückenschmerzen bei Muskelverspannung durch Stress, Fehlernährung, Fehlbelastung und mangelnder körperlicher Aktivität - unterschieden werden. Natürlich bestehen häufig auch Kombinationen von spezifischen und unspezifischen Schmerzen in Hüfte und Rücken.

Die Diagnostik

Biologie, Genetik, Epigenetik, Stammzellenforschung und integrative Regenerationsmedizin liefern bei der fachärztlichen spezialisierten frühen Diagnostik und der anschließenden gezielten Therapie die wichtigsten Grundlagen.

Das Zeitfenster, in dem noch rechtzeitig vor Eintritt biologisch definitiv irreversibler Strukturprobleme gehandelt werden sollte, ist oft nicht mehr allzu groß und die allgemeinen Symptome lassen nur selten die exakte Ursache der beeinträchtigenden Schmerzen erkennen.

Gleichartigen Symptomen können recht unterschiedliche Kausalitäten zu Grunde liegen: Frühdiagnostik und adäquate Frühinterventionen sind angesagt.

Wenn Schmerzen in der Hüfte, dem tiefem unterem Rücken und/ oder dem Ischias den Nachtschlaf rauben; wenn Gehen, Stehen, Sitzen und Wendebewegungen sowie Tragen von schweren Gegenständen, Gartenarbeit und Sport immer schmerzhafter werden, und wenn es gar zu Lähmungen und Gefühlsausfällen in Bein und Fuß kommt, sollte eine eingehendere Abklärung durch einen Spezialisten erfolgen.

Der Spezialist 

Dessen Kapazitäten sind meist mehr als ausgelastet. Die Vereinbarung einer Konsultation sollte schon gezielte spezifische Informationen zur Abklärung der Dringlichkeit einer Intervention enthalten:

  • Gibt es ein aktuelles MRT- oder CT-Bild bzw. einen Laborbericht?
  • Besteht ein regelmäßiger Medikamentenkonsum?
  • Sind Sie bereits in Behandlung, wie z.B. mit Physiotherapie?
  • Bestehen eventuell auch zusätzliche ernsthafte Begleiterkrankungen wie ein Diabetes mellitus?

Der erfahrene Spezialist wird Sie körperlich untersuchen. Dann wird er Zusatzbefunde erheben und eine oder mehrere diagnostische bildgesteuerte Einspritzungen/ Testinfiltrationen an die unterschiedlich stark betroffenen Detailstrukturen von Hüfte und Rücken vornehmen.

Zu erfassen sind hierdurch z.B. schmerzhafte isolierte Instabilitäten, rheumatische Entzündungen und Arthrosen des Kreuzbeins, der Hüfte, der Lendenwirbel mit Wirbelgelenken und Bandscheiben, Spinalstenosen, Verklebungen der bindegewebigen Myofaszialstrukturen des epiduralen Rückenmarkskanals und der sie umgebenden kräftigen, massiven Lumbal- und Iliosakralfaszien, aber auch die tiefen Corestabilisatoren Psoas und Piriformis.

Laborwerte sowie genetische Tests und bildgesteuerte Testinfiltrationen vollenden bei solchen Symptomen die spezialisierte fachärztliche Frühdiagnostik. 

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

©fotolia-54124605-bilderzwergEin Einblick: So sieht eine Wirbelsäule mit Arthrose aus. (©fotolia-54124605-bilderzwerg)Ohne eine gesicherte Diagnose ist selbstverständlich auch keine zielgerichtete Therapie möglich.

Nicht Intensität oder Dauer der Schmerzen allein sind beim Spezialisten das Maß aller Dinge, sondern die Erkennung spezifischer Ursachen wie knöcherne Veränderungen mit Einengungen und Auswirkungen auf Nervenstränge (Lähmungen oder Gefühlsausfälle), aber auch Verklebungen und Vernarbungen oder bösartige Wucherungen oder rheumatische Entzündungen an Hüfte und Rücken.

Ein instabiles Kreuzbein, ein Bandscheibenschaden und die Rückenmarksnerven einengende Spinalkanalstenosen gehören zu den spezifischen Hüft- und Rückenschmerzen und können heute immer häufiger schonend ohne eine Operation minimalinvasiv und biologisch behandelt werden.

Konservative Therapien gegen die Schmerzen 

Konservativ bedeutet, die natürlichen, biologischen Strukturen bestmöglich erhalten. Das Ziel ist also nicht nur allein die Unterdrückung eines Schmerzes, sondern die Erhaltung sowohl von Struktur und Funktion einer schmerzhaft degenerativ aktivierten oder rheumatisch entzündeten Stelle des tiefen Rückens oder der Hüfte. Schmerzmittel beseitigen nur das Symptom, nie die Ursache.

Entzündungshemmende Medikamente und Infusionen ins Blut belasten den gesamten Organismus und alle möglichen biologischen Regelkreise. Die möglichst schonende ursächliche Behebung einer schmerzhaften Stelle der Lendenwirbelsäule und des Hüftbereichs ist deshalb stets das bestmöglich anzustrebende Ziel.

Hierzu können eine ganze Reihe neuer biomedizinischer und biophysikalischer Interventionen zur Anwendung kommen:

  • gezielt applizierte biologische Spritzen in den Spinalkanal, in die iliosakrale Hüftspalte, an die Wirbelgelenke und in die Faszien mit naturheilkundlich bewährten Substanzen
  • oder/ und aus Eigenblut gewonnenes konditioniertes Plasma/ Serum PRP/ ACP
  • Lasersonden, Plasmafaktoren und Frischzellen direkt in die Bandscheibe
  • traditionelle sowie innovative physikalische Therapien in Kombinationen mit den örtlich eingespritzten biologischen Substanzen/ Serum wie z.B. hochenergetische radiale und fokussierte ESWT Stoßwellen.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare zum Artikel (5)


05.09.2019 - 16:11 Uhr

Ich männlich 57j. sportlich. Seit gedenken kann...

von B. Eggenschwiler

... ich nach sportlicher Betätigung (Fussball, Wandern. Fahrradfahren Aquafit, Hometrainer egal was) nicht mehr schlafen. Die untereren Lendenwirbel kommen in der Nacht einfach nicht zur Ruhe. Muskeln sind total angespannt. Manchmal löst es sich am frühen morgen. Super.... bin dann am tag wie geredert. Habe ein künstliches Hüftgelenk- Arthrose in Sehne und Schulter. Was können sie mir raten? besten dank. Lg. B. Eggenschwiler

Dr. Sigg

Antwort vom Autor am 10.09.2019
Dr. med. Peter Konrad Sigg

Sehr geehrter Herr E., lassen Sie sich von einem/einer wirklich erfahrenen Kollegen/Kollegin untersuchen, ein spezielles Kernspin Ihrer LWS und Ihres ISG beurteilen und prüfen, ob Ihre "total angespannten Muskeln" eine Reaktion auf eine Überreizung von Wirbel-/Facettengelenken oder/und Iliosakralgelenken samt der tiefen Faszien sind: Facetten-/ISG-Syndrome lassen sich dann durch gezielte Therapien, evtl. zunächst eben auch z.B. mittels einer Eigenbluttherapie PRP, Stoßwellentherapie ESWT und 4D-Training oft noch gut behandeln... MfG Dr. Sigg

02.01.2018 - 00:08 Uhr

Sie sprechen mir aus dem Herzen. Nach akutem...

von Brigitte W.

... Schmerzbefall und Tabletten, die immer noch mehr Unpässlichkeiten brachten, bin ich fast verzweifelt. Es müßte doch im Sinne aller sein (vor allen den Krankenkassen) dass man möglichst die Ursachen bekämpft bzw. unterstützend wirkt. Therapeutische Maßnahmen wirkten erleichternd, daher wäre ich interessiert, wer bzw. wo nach diesen Maßnahmen behandelt wird. Ein Wunschtraum wäre natürlich, dass sich die Kassen daran beteiligen würden, nachdem sie sich Jahrzehntelang pünktlich jeden Monat ihren Beitrag kassierten.

Dr. Sigg

Antwort vom Autor am 02.01.2018
Dr. med. Peter Konrad Sigg

Sehr geehrte Frau Brigitte W.! Es ist tatsächlich mehr als sehr schlimm, wie heute Arthrose und Arthritis an der Lendenwirbelsäule LWS und am Iliosakralgelenk ISG mit Schmerzmitteln/Pharmazie und "Massagen" beizukommen versucht wird! Und dass Ärzte, die komplementäre/alternative biologische Therapien anbieten, angegriffen werden - während immer mehr Patientinnen und Patienten deshalb zu Heilpraktikern "abwandern"! Die Lücke zwischen Pharmazie, Physiotherapie und Chirurgie ist in der konventionellen Medizin, die entstehende Not in einer zunehmend alternden Gesellschaft bei den meisten "Entscheidern & Kostenträgern" immer noch nicht wirklich erkannt und entsprechend in Angriff genommen! P. Sigg

28.12.2017 - 23:47 Uhr

Sehr hilfreich, ich habe Dauerschmerzen, die bis...

von Janetzko B.

... ins Schambein und in den Po ziehen. Ich kann nicht mehr richtig Gehen, Sitzen oder Stehen. Laut Arzt habe ich eine Spinalstenose und Arthrose.

Dr. Sigg

Antwort vom Autor am 02.01.2018
Dr. med. Peter Konrad Sigg

...das hört sich weniger nach den Symptomen einer Spinalkanalstenose - als vielmehr nach Symptomen einer aktivierten ISG-Arthrose = ISG-Arthritis an! Gibt es ein CT oder ein MRT Ihrer Iliosakralfuge? Wenn ja, können Sie - wenn Sie möchten- mit mir Kontakt aufnehmen? Auch bei Arthrose/Arthritis der Kreuzdarmbeinfuge gibt Möglichkeiten, die über eine rein symptomatische Schmerztherapie, also mit Medikamenten, Massagen/Physiotherapie/Dehn- & Kräftigungsübungen hinaus gehen! ISG- und Wirbel-Arthritis führt zu entzündlichen Verklebungen, zunehmenden Vernarbungen und zur Arthrose! P. Sigg

26.10.2016 - 15:58 Uhr

Der Kommentar ist sehr hilfreich - ein stückweit...

von Karola S.

... sehe ich mich darin. Ich habe Rheuma an der Wirbelsäule, was bis vor ins Becken ausstrahlt. Und das zu einer Zeit, in der ich schlafen möchte (01 -03 Uhr nachts). Des Weiteren hatte ich einen Bandscheibenvorfall, der jedoch nicht auf meine Nerven drückt. Ich bekomme momentan nur Akkupunktur, Schmerzmittel lehne ich wegen der starken Nebenwirkungen ab. Kordison musste ich 2 Monate lang nehmen. Ich bin nicht mehr ausgeglichen, da mir täglich der Schlaf fehlt und ich 8 Stunden einen anstrengend Job habe. Hierbei verkrampft sich dann durch den Stress auch noch mein Körper - das ist natürlich auch nicht optimal.

Dr. Sigg

Antwort vom Autor am 30.10.2016
Dr. med. Peter Konrad Sigg

Sehr geehrte Frau Karola S.! Vielen Dank für die Schilderung Ihres Rheumas der Wirbelsäule mit den ganz typischen nächtlichen Entzündungsschüben bei gleichzeitigem Bandscheibenschaden: ich denke, dass Sie statt weiterer Akupunkturen, Schmerzmitteln und Kortison schon noch etwas mehr gezielte Hilfe erwarten dürften/sollten! Um wieder ausreichend Schlaf zu finden, Ihren Fulltime-Job - und aber vor allem auch Ihr Leben überhaupt wieder genießen zu dürfen! P. Sigg

10.05.2016 - 11:23 Uhr

Hallo, für mich ist das eine sehr aufschlussreiche...

von W. S.

... Beschreibung.

Dr. Sigg

Antwort vom Autor am 10.05.2016
Dr. med. Peter Konrad Sigg

Vielen Dank für Ihr Feedback! Gezielt platzierte Biospritzen, Eigenblut-PRP, Laserlicht, intravenöse Infusionen von Vitalstoffen und biovegetatives 4D-Training sind eben noch recht innovative ursächlich zielgerichtet Optionen: gerade auch bei den oft schon früh auftretenden und sehr häufigen Schäden der Bandscheiben, sowie bei den danach zunehmenden Instabilitäten mit Arthrose des Rückens und schmerzhaft aktivierter Osteoarthritis, Fasziitis und Piriformis-Ischialgie der iliosakralen Becken-/Hüftspalte! P. Sigg


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