Alkoholentwöhnung mit Hypnose: So läuft die Abstinenzverlängerung ab!

Dr. Evermann

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©fotolia-82974880-mkrberlinAlkoholismus ist nicht heilbar! (©fotolia-82974880-mkrberlin)

Alkoholismus ist dem heutigen medizinischen Verständnis zufolge eine Krankheit, die nicht heilbar ist. Ziel jeder Therapie ist die möglichst lange Alkoholabstinenz.

Die hier vorgestellte Methode verfolgt genau dieses Ziel der Abstinenzverlängerung und stellt eine Alternative für diejenigen dar, die sich in der schulmedizinischen Standardtherapie nicht gut aufgehoben fühlen.

Wie bei vielen anderen individualmedizinischen Therapien übernehmen die Krankenkassen jedoch auch hier die Behandlungskosten in der Regel nicht.
 


Wie läuft die Abstinenzverlängerung mit Codierung ab?

In den 1980er Jahren etablierte der russische Arzt Dr. A.R. Dovzhenko (1918-1995) eine Methode, mit der eine sehr effektive Behandlung von Süchten, insbesondere der Abhängigkeit von Alkohol, möglich wurde. Er verband Elemente der Hypnose und der Stress-Psychotherapie (SESTA) mit der Naturheilkunde und entwickelte ein äußerst effektives Gesamtkonzept.

Die Erfolgsquoten seines Konzeptes liegen je nach Quelle zwischen 80 und 95 %. Mit den Jahren wurde das Originalkonzept weiterentwickelt und an die heutigen Lebensverhältnisse angepasst. Dabei umfasst die Dovzhenko-Methode v.a. die sogenannte Entwöhnungstherapie, also die Behandlungsphase, die sich an einen Entzug beziehungsweise die meist stationäre Entgiftungstherapie anschließt.
 

Im Folgenden werden alle 3 Phasen der Behandlung dargestellt:

Die Entzugsphase

Mit Hypnose ist noch mehr möglich. Bei guter Motivation und Mitarbeit des Patienten kann der ganze Prozess (Entzug - Entwöhnung - Abstinenzverlängerung) hypnotisch begleitet werden. Ziel ist es, langsam und kontrolliert mit dem Trinken aufzuhören. Dabei werden die Möglichkeiten der modernen Hypnotherapie genutzt, um ganz allmählich das Verlangen nach Alkohol zu reduzieren.

Die Voraussetzung ist, dass der Patient die erarbeiteten Techniken gewissenhaft zu Hause umsetzt und enge Rücksprache mit dem Therapeuten hält. Dabei erlebt er - im Unterschied zu anderen Techniken - den allmähliche Verzicht auf Alkohol als Gewinn und stellt sich langsam und „organisch“ ein. 

Je nach Trink-Typ und bisheriger Trinkmenge kann es sinnvoll sein, eine kurzfristige medikamentöse Unterstützung wie z.B. zur Vermeidung von epileptischen Anfällen einzunehmen. Je nach individuellen Notwendigkeiten dauert diese Phase 4 - 8 Wochen. Der Patient wählt zum Abschluss einen Zeitpunkt selbst aus, an dem er schließlich den Alkoholkonsum vollkommen beendet.


Die Entwöhnungsphase

Wenn die Entzugs- oder auch die sogenannte Entgiftungsphase stationär durchgeführt wurde, ist ein sofortiger Beginn mit der Entwöhnungsphase möglich – sie sollte jedoch © Birgit Reitz-Hofmann - fotoliaDie Kosten für die Abstinenzverlängerung mit Codierung werden i.d.R. nicht von der Krankenkasse übernommen (© Birgit Reitz-Hofmann - fotolia)möglichst unmittelbar nach Entlassung aus dem stationären Umfeld erfolgen.

In der Entwöhnungsphase wird das Gesamtpotential der Hypnotherapie optimal eingesetzt - der Patient bearbeitet alte Verhaltensmuster, identifizeret und analysiert Faktoren des bisherigen Konsums und festigt das neue Verhalten durch einen Zugewinn an Selbsterkenntnis. Heilungs- und Regenerationsprozesse des Körpers werden so unterstützt und optimiert.

Naturheilkundliche Therapieschemata unterstützen die körperlichen Vorgänge und schaffen einen Ausgleich im vegetativen Nervensystem. Kernstück dieser Phase ist allerdings die Vorbereitung auf die abschließende Phase der selbstgewählten Abstinenzverlängerung. Dafür kommt das bewährte SESTA-Konzept zum Einsatz, das in den 1990er Jahren für westeuropäische Lebensverhältnisse entwickelt wurde.

Diese Phase dauert genau 6 Wochen - bedingt durch die vorangegangene Therapie ist das Gehirn zu diesem Zeitpunkt optimal Aufnahmebereit für die abschließende Phase.


Die Abstinenzverlängerung

Ein Sprichwort sagt: „Jedem Ende wohnt ein neuer Anfang inne“. Und so beginnt diese Phase mit dem Abschluss der bisherigen Therapie, der Codierung, dem Kernstück des gesamten therapeutischen Weges.

Dabei wird die optimale Aufnahmebereitschaft des Gehirnes in Trance genutzt, um in der Tiefe ein selbsterfüllendes „Programm“ zu installieren. Es überwacht, begrenzt auf eine vom Patienten selbst gewählten Zeitspanne, den Körper und registriert unmittelbar die Aufnahme kleinster Mengen Alkohol.

Durch die enge Vernetzung im Gehirn mit anderen wichtigen Funktionen wie der vegetativen Steuerung (z.B. Herzschlag, Atmung), Stoffwechselkontrolle (Magen-Darm-Trakt) und vielen anderen wichtigen Funktionen führt die Aufnahme von Alkohol zu heftigsten, zum Teil bedrohlichen, gesundheitlichen Beeinträchtigungen.

Dieser Code ist nicht nur tief in der Hirnstruktur verankert, sondern auch direkt an das Bewusstsein geknüpft. Sollte bei Bewusstlosigkeit (z.B. bei Unfall, schwerster Erkrankung, Operationen usw.) Alkohol im Rahmen einer medizinischen Behandlung zugeführt werden, wird der Code nicht aktiv, da zu dessen Funktion das erhaltene Bewusstsein unbedingt notwendig ist.


Wie geht es nach der Abstinenzverlängerung weiter?

© evgenyatamanenko - fotoliaKommt es zu einem Rückfall, muss die Therapie wiederholt werden (© evgenyatamanenko - fotolia)Selbstverständlich ist nach Ablauf der selbstgewählten Laufzeit der Codierung eine erneute Codierung für einen weiteren Zeitraum möglich - es sollte jedoch kein Alkohol konsumiert worden sein!

Wenn es nach der codierten Abstinenzzeit zu einem Rückfall kommt, ist ein erneutes komplettes Durchlaufen des gesamten Behandlungszyklus notwendig.

Sollte der Patient während des Wirkzeitraumes der Codierung doch einmal Alkohol trinken, muss er schnellstmöglich einen geschulten Therapeut aufsuchen, der den Code zurücknimmt. Nur so lassen sich starke gesundheitliche Beeinträchtigungen vermeiden!

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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