So werden chronische Infekte mit Naturheilkunde behandelt

Herr Baier

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© sean - iStockWoher kommt das Gefühl ständiger Niedergeschlagenheit? (© sean - iStock)Die Anzahl der chronischen Infekte ist in den vergangenen Jahren immer weiter gestiegen.

Wie entstehen chronische Infekte?

Dahinter steckt vermutlich eine zu kurz bemessene Rekonvaleszenzphase. Das heißt, die Patienten kurieren ihre Infekte nicht richtig aus, da sie in der Arbeit nicht zu lang fehlen möchten. Dadurch kann eine sogenannte „silent inflamation“ - eine "stumme Entzündung" entstehen. Aus dieser kann sich eine chronische Entzündung bzw. ein Infekt bilden.

Auf der anderen Seite stehen sie auch in einem Zusammenhang mit Antibiosen. Keine Frage: Antibiotika haben tausende von Leben gerettet und sind sehr wichtig. Manch ein Arzt verschreibt sie jedoch zu leichtfertig.[1]

Bei viralen Infekten sind sie nutzlos, da sie nur bei bakteriellen Infektionen wirken. Sie greifen aber auch die sehr wichtigen Darmbakterien an, die für ein gesundes Immunsystem gerade wichtig wären.

Ist die Darmschleimhaut gereizt oder entzündet, wirkt sich das möglicherweise auf den gesamten Schleimhautbereich aus (Nase, Lunge, Urogenitaltrakt) und zieht weitere Entzündungen und Infekte nach sich.

Was kann die Naturheilkunde bei chronischen Infekten leisten? 

Zu Beginn jeder Behandlung steht immer eine ausführliche Erstanamnese, um die Lebens- und Essgewohnheiten des Patienten, seine Vorerkrankungen oder weitere gesundheitliche Beschwerden zu klären. Nur dann ist es möglich, die Ursachen des chronischen Infektes zu erkennen und anzugehen.

Sinnvoll ist oft die Durchführung einer Urinfunktionsdiagnostik.[2] Diese Technik ist aus der traditionellen Harnschau hervorgegangen. Unter Einsatz verschiedener Reagenzien findet sie heraus, ob der Stoffwechsel des Patienten beeinträchtigt ist. Je nach Patient kommt auch eine Laboruntersuchung infrage, die bestimmte Blutwerte erfasst.

Kernstück der Therapie ist in der Regel eine ausführliche Stuhlanalyse über ein akkreditiertes Labor. Dies erscheint einigen Patienten zunächst etwas absurd, da diese ja mit einem Nasennebenhöhleninfekt oder einer Blasenentzündung in die Praxis kommen.

Warum sollte man sich dann die Zusammensetzung des Stuhls anschauen?

Mit einer Oberfläche von 500 m2 ist die Darmschleimhaut das größte Organ des Menschen. Auf ihr leben Milliarden Bakterien, das sogenannte Mikrobiom. Es steuert unter anderem unser Immunsystem.[3] Da alle Schleimhäute des Körpers miteinander verbunden sind, kann man über eine Symbioselenkung des Darms mit probiotischen Bakterien auch die anderen Schleimhautbereiche therapieren.

Wenn die Schleimhaut entzündet ist, wirkt sich der Einsatz von pflanzlichen Präparaten wie Kurkuma oder Weihrauch möglicherweise günstig auf sie aus. Chronische Infekte haben es dann etwas schwerer. Bei einer Blasenentzündung beispielsweise ist eine funktionierende Mikrozirkulation des unteren Beckens sehr wichtig. Deswegen bekommen Patienten als Hausaufgabe Fußbäder mit Meersalz oder Senf.

Individuelle Therapie für jeden Patienten

Natürlich ist es wichtig zu prüfen, ob Stress als Auslöser oder Motor der Chronifizierung eine Rolle spielt. In solchen Fällen wirkt Akupunktur harmonisierend auf Körper und Geist. Auch homöopathische Mittel bieten eine sinnvolle Unterstützung.

Während einer Therapie braucht der Körper aber auch Entlastung. Hier kommt die Kinesiologie in's Spiel. Sie ist ein Testverfahren, das ermittelt, ob Patienten auf bestimmte Lebensmittel mit einer Unverträglichkeit reagieren. Solche Lebensmittel können den Körper schwächen und die Schleimhäute reizen. Auf diese sollte der Patient während der Therapie möglichst verzichten.

Durch dieses Ineinandergreifen der einzelnen Therapiebausteine kann man dem wiederkehrenden Infekt seine Chronifizierung nehmen und dem Patienten wieder mehr Lebensqualität geben.

Quellen:

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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