Fasziendistorsionsmodell (FDM) nach Typaldos: Diagnose

Die Arbeit mit den Händen kann dem behandelnden Arzt wichtige Informationen vermitteln. (© @aggergakker - unsplash)

Das Faszien-Distorsions-Modell (FDM) ist ein relativ neues Modell für die Schmerztherapie und wird zur Osteopathie gerechnet. Entwickelt wurde das FDM von dem US-amerikanischen Arzt Dr. Stephen Typaldos in den 1990er Jahren. Gebildet aus den lateinischen Begriffen "Fascia" (Bündel) und "Distorsio" (Verdrehung/ Verrenkung), wird das FDM bei Schmerzen im Bereich des Bewegungsapparates eingesetzt.

Die Osteopathie selbst geht auf den US-amerikanischen Arzt Andrew Still zurück, der sowohl Beschwerden des Bewegungsapparats als auch der inneren Organe mit den Händen behandelte. Im deutschsprachigen Raum wird öfter der Begriff "Manuelle Therapie" oder "Manuelle Medizin" verwendet, der zeigt, dass der Therapeut "mit den Händen arbeitet".

So funktioniert das FDM

Typaldos hatte erkannt, dass seine Patienten bei der Beschreibung ihrer Beschwerden immer wieder die gleichen Worte und Gesten verwendeten. Er identifizierte sechs verschiedene Arten von Distorsionen, also "Verdrehungen" der Faszien, die sich jeweils in mehreren Punkten voneinander unterscheiden (Lokalisation, Schmerzqualität, Beschwerdesymptomatik, etc.), sodass bei der Beschreibung sich spezifisch wiederholende Muster entstehen.

Bei der Beschwerdeschilderung werden Gestik und Worte für den Behandler zum "Kompass", um die entsprechenden faszialen Distorsionen lokalisieren und direkt behandeln zu können. Der Patient hilft also dem Behandler, die individuell korrekte Behandlungsart zu wählen.

Die Diagnose stützt sich neben der Körpersprache damit auch auf die klinische Erscheinung und die Anamnese. Die Behandlung erfolgt im Anschluss direkt manuell, d. h. es werden spezifische Handgriffe angewendet, die einen direkten Effekt auf die jeweiligen Schmerzen bewirken können. Das Faszien-Distorsions-Modell – so lässt sich zusammenfassen – ist somit sehr eng mit dem Empfinden des Patienten verknüpft und an der subjektiven Zufriedenheit orientiert.

FDM hilft oft bei akuten Beschwerden wie verstauchtem Knöchel oder muskulärem Schiefhals, aber auch bei chronischen Beschwerden wie Tennisellenbogen, Fersensporn, Schulter- und Rückenschmerzen. Die Behandlung ist gelegentlich auch schmerzhaft. Ein Erfolg zeigt sich aber in vielen Fällen noch am gleichen Tag.

Wer wendet FDM an?

FDM-Therapeuten sind entweder Ärzte, Physiotherapeuten oder Osteopathen, die eine umfangreiche Ausbildung mit theoretischer und praktischer Prüfung bis zum Abschluss-Zertifikat durchlaufen müssen.

Eine Vorstellung bei einem durch FDM ausgebildeten Arzt hat dabei den Vorteil, dass notwendige diagnostische Abklärungen, z. B. ein Röntgenbild nach einer Verstauchung des Knöchels, beim gleichen Termin durchgeführt werden können. Von Seiten der deutschen Ärztekammern wird nur die Zusatzbezeichnung "Manuelle Medizin/Chirotherapie" vergeben.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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