Das jameda-Interview: 8 Fragen an Herrn Andreas Gratzlinfo_plain_20gr

Andreas Gratzl praktiziert als Heilpraktiker mit dem Schwerpunkt Osteopathie in Germering. (© Gratzl)

Ärzte & Heilpraktiker haben einen besonderen Blick auf die Welt der Medizin. Damit Patienten hinter die Kulissen des Gesundheitswesens blicken können, stellt jameda Herrn Gratzl interessante Fragen zu seinen Erfahrungen als Osteopath.

jameda: Herr Gratzl, was hat sie motiviert, Osteopath zu werden, und warum haben Sie sich für Ihre Spezialgebiete entschieden? 

Herr Gratzl: Da ich von den Anfängen meiner Ausbildung aus der Schulmedizin komme und als Therapeut zuerst in der klassischen Physiotherapie tätig war, sind mir irgendwann die Grenzen dieser sehr eng gesteckten Weltsicht aufgezeigt worden.

Mit der klassischen Naturheilkunde und im Besonderen der Osteopathie haben sich für mich komplett neue Reiche eröffnet. Seitdem nutze ich diese schier unbegrenzten Möglichkeiten der Therapie, die den einzelnen Menschen als Ganzes wahrnimmt. 

jameda: Worin liegt Ihr Tätigkeitsschwerpunkt und was macht ihn so besonders?

Herr Gratzl: Die Osteopathie offenbart Möglichkeiten, an die die herkömmlichen Therapiemethoden der Alltagmedizin nicht heranreichen. Selbst langjährige und sehr therapieresistente Beschwerden können plötzlich, in diesem anderen aber auch neuen Licht betrachtet, auf bisher ungewohnte, positive Weise reagieren.

jameda: Gibt es ein medizinisches Vorbild, das Ihre Laufbahn besonders geprägt hat?

Herr Gratzl: Prof. Dr. Sauerbruch, dieser sehr berühmte Arzt, der einmal den Ausspruch getan haben soll: "Das, was wir durch die Röntgendiagnostik gewonnen haben, das haben wir aus den Fingerspitzen verloren." Ferner Paracelsus, der ein großer Eingeweihter war, und die Verbindung des Menschen zu den kosmischen Gesetzen erforschte. Und natürlich Andrew Taylor Still, der Begründer der Osteopathie.

Behandlungszimmer der Naturheilpraxis Andreas Gratzl in Germering (© Gratzl)
jameda: Gibt es aktuell Hilfen oder Neuerungen, die Ihnen Ihren Praxisalltag erleichtern können?

Herr Gratzl: Ergänzend zu meinen manuellen Methoden setze ich modernste Technik in Form diverser Stromtherapien sowie Diagnostik durch Herzfrequenzvariabilitätsmessung, Bioscan (Oberon) aber auch das große Spektrum der energetischen Heilung und nicht zuletzt die sehr wirksame Lebensberatung ein.

jameda: Wo sehen Sie in Ihrem Fachgebiet die größten Herausforderungen für die Zukunft?

Herr Gratzl: Bei den nach wie vor stark zunehmenden Zivilisationskrankheiten, die den meisten herkömmlichen Behandlungsstrategien Widerstand leisten, kann die Ganzheitsmedizin ergänzend wie ein Licht am Horizont erscheinen. Außerdem sehe ich im Bereich der Kinder- und Säuglingsosteopathie noch einen großen Bedarf an künftigen Entwicklungen.

jameda: Was wird an Ihrem individuellen Umgang mit Ihren Patienten besonders geschätzt?

Herr Gratzl: Ich pflege zu meinen Patienten ein sehr persönliches, teilweise freundschaftliches Verhältnis, da ich sie nicht einfach als "Kunden" betrachte, sondern als hilfesuchende Menschen, die sich mir und meinen therapeutischen und beraterischen Möglichkeiten anvertrauen. Deswegen liegen mir die umfassende Betreuung und bestmögliche Hilfe, die ich anbieten kann, sehr am Herzen. 

jameda: Was schätzen Sie an Ihren Patienten besonders?

Herr Gratzl: Ich schätze die Aufgeschlossenheit und den Willen zur Veränderung, wenn sie nötig erscheint. Alles in allem kann ich sagen, dass ich bei den Tausenden von Patienten in all den Jahren fast immer auf warmherzige und interessierte aber auch äußerst interessante Menschen gestoßen bin.

jameda: Gibt es ein besonderes Patientenerlebnis, das Sie nie vergessen werden? 

Herr Gratzl: Es gibt hunderte zu berichten, aber bei dieser Frage fiel mir eine junge Patientin mit einem komplett zertrümmerten Sprunggelenk ein. Die Therapie erstreckte sich über einen längeren Zeitraum und ich war mir teilweise selbst nicht sicher, inwieweit es uns gelingen würde, die ursprüngliche Bewegungsfähigkeit wieder herzustellen.

Eines Tages erhielt ich eine Dankeskarte dieser Patientin aus Neuseeland, wo sie gerade einen Halbmarathon erfolgreich gelaufen war. Das hatte mich sehr berührt. 

Zur Person

Bereits in frühester Jugend faszinierte mich das Geheimnis des Lebens und ich beschäftigte mich intensiv mit Botanik, Zoologie, Chemie und Medizin. Meine Berufswünsche als Biologe oder auch Veterinärmediziner stellte ich dann zugunsten des Studiums der Humanmedizin zurück.

Aus privaten Gründen wechselte ich dann jedoch zur Betriebswirtschaftslehre. Nach einigen Jahren im Klinikmanagement als Assistent der Geschäftsführer führte mich mein Lebensweg wieder zurück zum Therapeutenberuf, meiner eigentlichen Bestimmung.

Zur Praxis

Ich kann nun meiner Liebe zu den Menschen bereits seit über 25 Jahren als Therapeut wieder vollen Raum geben. Hierbei ist mir das Wesen meiner Patienten als Ganzes sehr wichtig. Neben der Behandlung der körperlichen Beschwerden lege ich größten Wert auf sämtliche begleitenden Umstände, die einen bestimmten Menschen letztendlich zu mir geführt haben.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

Wie hilfreich fanden Sie diesen Artikel? 1

Interessante Artikel zum Thema

Sie suchen einen passenden Arzt für Ihre Symptome?