Das jameda-Interview: 8 Fragen an Herrn Dietmar Müller

Herr Müller

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© MüllerHerr Müller ist Heilpraktiker in Hannover. (© Müller)Heilpraktiker haben einen besonderen Blick auf die Welt der Medizin. Damit Patienten hinter die Kulissen des Gesundheitswesens blicken können, stellt jameda Herrn Müller interessante Fragen zu seinen Erfahrungen als Heilpraktiker.

jameda: Herr Müller, was hat Sie motiviert, Heilpraktiker zu werden? 

Herr Müller: Ich habe mir immer schon einen Beruf gewünscht, bei dem „fast“ keine Routine auftritt, der mir also nie langweilig wird. Außerdem liebe ich die Naturwissenschaften. Physik und Chemie waren im Abitur meine Leistungsfächer, welche ich mit „sehr gut“ abgeschlossen habe. Aber schon mit 18 Jahren erkannte ich, dass dort noch mehr sein muss, als die Schulweisheit uns lehrt.

jameda: Was macht Ihnen im Praxisalltag am meisten Freude? Wo sehen Sie die größten Herausforderungen? 

Herr Müller: Wirklich, am meisten Freunde erfahre ich, wenn es meinen Patienten besser geht, wenn sie anfangen neuen Lebensmut und Kraft zu bekommen. Meine Lebensgefährtin sagte mal: “Du hast einen schönen Beruf, du kannst Menschen glücklich machen“.

Die größte Herausforderung sehe ich in den Erkrankungen selbst und ihren Ursachen auf den Grund zu gehen.

jameda: Manche Krankheiten und Therapien sind unangenehm und verlangen viel Durchhaltevermögen vom Patienten. Was raten Sie Patienten in solchen Situationen? 

Herr Müller: Eine chronische Erkrankung entsteht nicht über Nacht, das wissen wir alle, aber viele Menschen vergessen es gern. Einer meiner Ausbildungsdozenten, ein alter Heilpraktiker mit viel Erfahrung, sagte mir mal: “Wenn eine chronische Erkrankung seit zehn Jahren besteht, so benötigt man für die Genesung ca. ein Zehntel der Zeit“.

jameda: Wie reagieren Sie, wenn Sie merken, dass ein Patient Ihren Therapieplan nicht befolgt?

Herr Müller: Ich erkläre dem Patienten, dass die Einnahme des Medikamentes nicht in meiner Verantwortung liegt. Meine Verantwortung ist es, nach bestem Wissen und Gewissen den Hilfesuchenden zu behandeln und zu beraten. Wenn wir Menschen Dinge halbherzig tun, wird das Ergebnis auch halbherzig sein.

jameda: Wenn Sie das Gesundheitssystem ändern könnten, was würden Sie als Erstes tun?

Herr Müller: Unser Gesundheitssystem ist krank. Jede Mutter, jede Hausfrau hält ihren Laden besser in Schuss. Die Vorsorge müsste viel stärker berücksichtigt werden. Wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, dann kommt der Notarztwagen und die Intensivstation, besser wäre es, den Brunnen abzudecken, es wäre auch kostengünstiger.

Jeder Arzt sollte dem Patienten - ob pflichtversichert oder privatversichert - eine Rechnung ausstellen müssen. Im Supermarkt bekommen wir ja auch gleich den Kassenbon, technisch geht das alles.

© MüllerHerr Müller erklärt den Aufbau der Wirbelsäule während einer Behandlung. (© Müller)jameda: Die Welt der Medizin verändert sich ständig. Gibt es neue Therapieverfahren oder Gerätschaften, die Sie in Ihrer Praxis anwenden? 

Herr Müller: Ja, ich wende seit 2008 die Schmalisch-Therapie mit Erfolg an. Nähere Informationen dazu finden Sie auf meiner Homepage.

jameda: Gibt es einen Patienten oder ein Erlebnis in Ihrer Praxis, das Sie nie vergessen werden? 

Herr Müller: Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Vor ca. acht Jahren kam ein altes Ehepaar in meine Praxis. Die Frau hatte Knochen- und Muskelschmerzen am ganzen Körper. Sie ging gebeugt am Stock. Nach einer Behandlungszeit vor zwei Stunden - sie war zum Glück die letzte Patientin - sagte ich zu ihr, sie solle aufstehen und umhergehen. Und sie ging und plötzlich merkte sie, dass sie ohne Stock ging. Das Ehepaar weinte und ich mit ihnen. Ich habe diese Momente fast täglich in meiner Praxis, aber das Ergebnis machte mich besonders Glücklich.

jameda: Welchen Gesundheitstipp möchten Sie unseren Lesern mit auf den Weg geben?

Herr Müller: In bisher 32 Berufsjahren als Heilpraktiker habe ich viele fitte alte Menschen getroffen und nach ihrem Geheimrezept gefragt. Was habe ich gelernt, von all diesen Menschen?

Treiben sie Sport? Fünf Minuten reichen schon, aber täglich. Dehnen sie sich, bleiben sie neugierig, essen und trinken sie achtsam, schlagen sie nicht allzu oft über die Stränge und wenn sie es doch einmal tun, machen sie es mit Genuss und ohne ein schlechtes Gewissen zu haben. Seien sie so freundlich zu sich, wie zu Ihrem besten Freund oder Ihrer besten Freundin, denn sie wollen es ja noch eine lange Zeit mit sich aushalten, oder nicht?

Denken sie positiv! Wie das geht? Wenn es mal wieder aus allen Eimern regnet, seien sie froh, denn das meiste fällt daneben.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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