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Das jameda-Interview: 8 Fragen an Herr Gaetano Cammilleri

© CammilleriHerr Cammilleri praktiziert als Heilpraktiker in Karlsruhe. (© Cammilleri)Ärzte haben einen besonderen Blick auf die Welt der Medizin. Damit Patienten hinter die Kulissen des Gesundheitswesens blicken können, stellt jameda Herrn Gaetano Cammilleri interessante Fragen zu seinen Erfahrungen als Heilpraktiker.

jameda: Herr Cammilleri, was hat sie motiviert, Heilpraktiker zu werden und warum haben Sie sich für Ihre Spezialgebiete entschieden?

Herr Cammilleri: Schon in meiner Jugend empfand ich eine große Faszination gegenüber medizinischen Themen und den damit verbundenen philosophischen Ansätzen. Ich verbrachte als Jugendlicher sehr viel Zeit in Bibliotheken, um mich mit den verschiedenen Ansichten über Gesundheit und Krankheit vertraut zu machen und die verschiedenen Philosophien zu hinterfragen.

In der Traditionellen Chinesischen Medizin fand ich eine ganzheitliche Alternative zum westlichen Modell. Die TCM orientiert sich nicht nur an der Behandlung von Krankheiten, sondern an der Erhaltung der Gesundheit. Dabei bezieht sie auch Umweltfaktoren und die Lebensweise der Patienten mit ein. In der TCM achten wir beispielsweise auf die Ernährung, die berufliche Tätigkeit und das Eingebundensein in die Familie des Klienten. In der Behandlung berücksichtigen wir diese Faktoren.

Die damals noch hierzulande exotisch wirkende TCM ist mittlerweile eine anerkannte Alternativtherapie. Sie erfährt weltweit Beachtung und kann auf eine 4.000-jährige Geschichte zurückblicken.

jameda: Worin liegt Ihr Tätigkeitsschwerpunkt und was macht diesen so besonders?

Herr Cammilleri: Als Heilpraktiker ist es mir möglich, mir für meine Patientinnen und Patienten Zeit zu nehmen. Ich kann ihnen ohne Zeitdruck zuhören. Die Menschen, die zu mir kommen, ganzheitlich wahrzunehmen, mit allem, was den Einzelnen ausmacht.

Die Traditionelle Chinesische Medizin integriert dabei die Erkenntnisse der westlichen Medizin und ergänzt diese. In der Erstuntersuchung werden daher nicht nur die Ansätze der TCM berücksichtigt. Es findet ebenfalls eine ausführliche Untersuchung nach den Grundsätzen der westlichen Medizin statt.

jameda: Gibt es ein medizinisches Vorbild, das Ihre Laufbahn besonders geprägt hat?

Herr Cammilleri: 1996 traf ich zum ersten Mal Herrn Prof. Schnorrenberger, Direktor der ersten europäischen privaten Hochschule für Chinesische Medizin. Er war eine sehr charismatische Persönlichkeit und sehr bewandert in der damit verbundenen chinesischen Philosophie. Prof. Schnorrenberger gelang es meisterlich, die Ideen der TCM mit den Erkenntnissen der westlichen Medizin zu untermauern. Es gelang ihm auch, sie westlichen Ärzten zu vermitteln. Der Umgang mit ihm hat mich sehr geprägt. Ein weiteres Vorbild ist Prof. Zhou-Geng-Sheng, Experte für klassische Chinesische Medizin.

jameda: Gibt es in der Gegenwart Hilfen oder Neuerungen, die Ihnen Ihren Praxisalltag erleichtern können?

Herr Cammilleri: Ich nutze moderne diagnostische Verfahren, wie beispielsweise die Thermografie (Wärmebildkamera), Herzratenvariabilitätsmessung und Ultraschallgeräte. Sie ergänzen die traditionellen Lehren der TCM. 

jameda: Wo sehen Sie in Ihrem Fachgebiet die größten Herausforderungen für die Zukunft?

Herr Cammilleri: Ich wünsche mir für die Zukunft ein Umdenken und eine neue Aufgeschlossenheit der westlichen Medizin gegenüber anderen kulturellen Einflüssen. Unsere westliche akademische Wissenschaft ist darauf ausgerichtet, Dinge immer weiter zu zerlegen und zu analysieren. Das asiatische Denkmodell ist hingegen ganzheitlich ausgerichtet. Die Dinge sind mehr als die Summe ihrer Teile.

jameda: Was wird an Ihrem individuellen Umgang mit Ihren Patienten besonders geschätzt?

Herr Cammilleri: Das zu beurteilen ist eher die Aufgabe meiner Patientinnen und Patienten. An dieser Stelle möchte ich ihnen ganz herzlich für die zahlreichen guten Bewertungen auf diesem Portal danken.

jameda: Was schätzen Sie an Ihren Patienten besonders?

Herr Cammilleri: Das Vertrauen und die Wertschätzung, das unserem Team entgegengebracht wird.

jameda: Welchen Gesundheitstipp möchten Sie unseren Lesern mit auf den Weg geben? 

Herr Cammilleri: Lassen Sie Gesundheit nicht erst zum Thema werden, wenn sie gefährdet ist, sondern ergreifen Sie vorher die Initiative.

Zur Person:

Doctor of Medicine, Clinical Foundation of TCM Zhejiang Medical University, Hangzhou/China. Davor Masters of Chinese Medicine am Lifu International College of Chinese Medicine Basel, danach Weiterbildung am Institute of Classics in East Asian Medicine Frankfurt. 

Zur Praxis:

Fachgebiete der Praxis sind die Chinesische Medizin, klassische Akupunktur und klassische Chinesische Arzneimittellehre, Innere Heilkunde und Sportheilkunde. 

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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