Das jameda-Interview: 10 Fragen an Herrn Ralf Nusch

Herr Nusch

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© Nusch© Nusch

Ärzte haben einen besonderen Blick auf die Welt der Medizin. Damit Patienten hinter die Kulissen des Gesundheitswesens blicken können, stellt jameda Herrn Nusch interessante Fragen zu seinen Erfahrungen als Heilpraktiker.

jameda: Herr Nusch, was hat sie motiviert, Heilpraktiker zu werden?

Herr Nusch: Seit meiner Kindheit beschäftige ich mich schon mit alternativen Heilmethoden und vor allem mit Pflanzen. In meiner ersten Berufsetappe wurde ich Gärtnermeister im Zierpflanzenbau. Ich habe mehrere Jahre in Südamerika gelebt und dort viel Phytotherapie im Einsatz kennen gelernt. Ich beschäftige mich aber mindestens genauso lange mit dem Geist und der Psyche, meditiere seit über 40 Jahren und weiß, wie eng alles zusammenhängt.

Der Gedanke, anderen Menschen mit meinem Wissen und den vielen Erfahrungen, die ich gemacht habe, helfen zu wollen, führte mich letztendlich zu meiner Berufung, Heilpraktiker zu werden. Das macht mich glücklich.

jameda: Was macht Ihnen im Praxisalltag am meisten Freude? Wo sehen Sie die größten Herausforderungen?

Herr Nusch: Die größte Freude ist das positive Feedback meiner Patienten. Das ist unbezahlbar. Die große Herausforderung ist es, der Ursache „auf den Grund zu gehen“. Da habe ich verschiedene Methoden, die mir bei der Diagnostik eine große Sicherheit geben. Da ich ein echter Kölner bin, habe ich auch ein kölsches Motto: „Dä fingk Saache, die hät noch keiner verlore“.

jameda: Welchen Vorurteilen begegnen Sie häufig in Ihrer Praxis?

Herr Nusch: Manche Patienten wollen zuerst nicht glauben, dass ein Untersuchungsgerät, das ich im Einsatz habe (Oberon), Dinge zeigt, die rein medizinische Messverfahren nicht erkennen. Sobald sie aber am Gerät sitzen und z.B. eine ihrer Krankheiten angezeigt wird, sind sie überzeugt und wollen natürlich mehr erfahren.

jameda: Manche Krankheiten und Therapien sind unangenehm und verlangen viel Durchhaltevermögen vom Patienten. Was raten Sie Patienten in solchen Situationen?

© Nusch© NuschHerr Nusch: Ich zeige den Patienten mittels der EKG/Herzratenvariabilitätsmessung am Anfang jeder Behandlung ihren derzeitigen Gesundheitsstatus anhand ihrer Herzwerte. Dies ist ein medizinisches wissenschaftlich anerkanntes Messverfahren und absolut validierbar. Mit der Nachmessung während einer Behandlung kann ich dann sehr gut visualisieren, „dass sich was tut“. Das macht Mut und motiviert durchzuhalten.

jameda: Wie reagieren Sie, wenn Sie merken, dass ein Patient Ihren Therapieplan nicht befolgt?

Herr Nusch: Ich motiviere ihn mitzumachen. Natürlich bringt keine Behandlung etwas, wenn der Plan nicht eingehalten wird. Das versuche ich klar zu machen. Haben sich Blockaden gebildet, so kann ich versuchen, sie mithilfe der Hypnose-Therapie aufzulösen. Das hilft meistens sehr gut.

jameda: Wenn Sie das Gesundheitssystem ändern könnten, was würden Sie als Erstes tun?

Herr Nusch: Ich würde Medizin und Naturheilpraktik zusammenbringen und für alle Patienten mit der Krankenkasse abrechenbar machen. Beides ergänzt sich wunderbar und jeder Mensch sollte frei wählen können, wie er behandelt werden möchte und wofür er seine eingezahlten Beiträge einsetzen möchte. Es ist nicht schön, was wir zur Zeit erleben, und die Diskussion über „schwarze Schafe“ auf eine ganze Berufsgruppe auszuweiten, ist nicht in Ordnung. Es sterben jeden Tag viele Menschen am Tabakkonsum, wieso werden dann Zigaretten nicht verboten?

jameda: Kein Mensch ist perfekt. In welchen Bereichen haben Ärzte Ihrer Meinung nach Verbesserungspotential?

Herr Nusch: Weg von der Spezialisierung und hin zur ganzheitlichen Betrachtung eines Symptoms. Weg von der „Verschreibungspraktik“ und hin zur Heilung.

jameda: Die Welt der Medizin verändert sich ständig. Gibt es neue Therapieverfahren oder Gerätschaften, die Sie in Ihrer Praxis anwenden?

Herr Nusch: Ja, einerseits das schon oben genannte HRV-System. Anhand der Variabilität des Herzschlages lässt sich der aktuelle Gesundheitszustand eines Menschen sehr gut erkennen. Das Verfahren ist seit 2012 Goldstandard und jeder Arzt sollte es haben. Das würde bei der Diagnostik viel unterstützen.

Und natürlich das Oberon-Gerät. Es wäre zu viel verlangt, das hier zu erklären. Mit dem Gerät erhält man sehr schnell einen guten Überblick über den Patienten, kann sicher diagnostizieren und natürlich auch therapieren.

Das Gerät ist zwar als medizinisches Gerät zugelassen, aber es ist im medizinischen Sinne nicht wissenschaftlich anerkannt. Anhand hunderter Untersuchungen kann ich aber die Stärke des Messverfahrens nur bestätigen.

© Nusch© Nuschjameda: Gibt es einen Patienten oder ein Erlebnis in Ihrer Praxis, das Sie nie vergessen werden?

Herr Nusch: Da wären einige zu nennen. Erstaunlich sind die Ergebnisse, die man neben dem Einsatz herkömmlicher Therapien mit der Hypnose in Kombination erreicht.

Zuletzt hatte ich einen Patienten, der wegen wöchentlicher Migräne-Anfälle zu mir kam. Er ist nach nur 3 Monaten beschwerdefrei. Das sind die Dinge, die man nicht vergisst.

jameda: Welchen Gesundheitstipp möchten Sie unseren Lesern mit auf den Weg geben?

Herr Nusch: Viel Wasser trinken, viele Vitamine zu sich nehmen. Vitamin D ist insbesondere bei älteren Menschen ein „Muss“!

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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